{"id":7703,"date":"2016-05-02T18:51:22","date_gmt":"2016-05-02T17:51:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/?p=7703"},"modified":"2023-09-12T17:59:22","modified_gmt":"2023-09-12T15:59:22","slug":"die-bedeutung-von-elfenbeinzerstoerungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/die-bedeutung-von-elfenbeinzerstoerungen\/","title":{"rendered":"Die Bedeutung von Elfenbeinzerst\u00f6rungen"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Kenia war 1989 das erste Land, das seinen Vorrat an konfisziertem Elfenbein verbrannt hat. Die Botschaft, die das Land damit an die Welt gab, war, da\u00df der Geldwert, der damit in Flammen gesetzt worden war, nichts z\u00e4hlt im Vergleich zu dem Leben von Elefanten. Kenia hat damit den Wilderern den Kampf angesagt, der Welt ein klares Nein zum Elfenbeinhandel erkl\u00e4rt und dem Schutz der Elefanten hohe Priorit\u00e4t gegeben.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nachdem seit einigen Jahren die Wilderei wieder drastisch angestiegen ist, haben sowohl Kenia zum wiederholten Male als auch viele andere L\u00e4nder bereits ihre Elfenbeinvorr\u00e4te zerst\u00f6rt,<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li>um ein unmi\u00dfverst\u00e4ndliches Zeichen der Intoleranz gegen\u00fcber Wildtierschmuggel und Wilderei zu setzen,<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li>und um mehr \u00f6ffentliche Aufmerksamkeit auf das Problem der Wilderei und der Elefantenausrottung zu lenken.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li>Die Aktion einer Elfenbeinzerst\u00f6rung wirft ein Schlaglicht auf die Notsituation von Zigtausenden von Elefanten, die jedes Jahr Opfer von Verbrechern werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li>Sie soll Kriminellen als Abschreckung dienen und ihnen un\u00fcbersehbar vor Augen halten, da\u00df Wildtierverbrechen keinesfalls toleriert werden, sondern da\u00df hohe Strafen auf sie warten.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li>Den Konsumenten von Elfenbein soll bewu\u00dft werden, was sie mit ihrem Kauf anstellen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li>Die Zerst\u00f6rung von staatlichen Elfenbeinlagern soll Wilderern, Schmugglern, Spekulanten und Konsumenten jeglichen Grund f\u00fcr die Hoffnung nehmen, da\u00df es je wieder einen legalen Elfenbeinmarkt geben wird.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es ist nicht einzusehen, warum Elfenbeinvorr\u00e4te \u00fcberhaupt existieren &#8211; denn nach der Verurteilung von Verbrechern wird das Beweismaterial normalerweise nach einer gewissen Zeit entsorgt. Elfenbein zu lagern kostet Geld, Jahr f\u00fcr Jahr, und der Wert des Materials zieht m\u00f6glicherweise wiederum Diebe an. Das Signal, das von Staaten ausgeht, die Elfenbein lagern, ist nicht gerade ein gutes, denn Elfenbein zu lagern hei\u00dft, darauf zu spekulieren, da\u00df es irgendwann wieder einen legalen Markt f\u00fcr dieses Material gibt und man es dann lukrativ verkaufen kann. Einen Markt f\u00fcr Elfenbein darf es jedoch nie mehr geben, wenn die Elefanten eine Chance aufs \u00dcberleben haben sollen. Die Wildereikrise, in der die Elefanten stecken, kann nur gel\u00f6st werden, wenn es den K\u00e4ufern und Verk\u00e4ufern von Elfenbein endlich ernst wird mit der vollst\u00e4ndigen und endg\u00fcltigen Schlie\u00dfung des Marktes, und zwar auf immer. Ein Handel k\u00e4me nur in Frage, wenn die Tiere vollst\u00e4ndig ausgerottet w\u00e4ren. Lagerung von Elfenbein bedeutet deshalb Spekulation auf Ausrottung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der einzige Weg, Elefanten vor der Ausrottung zu retten ist, den Wert von Elfenbein vollst\u00e4ndig auf Null zu bringen, indem man es gesellschaftlich \u00e4chtet und damit wertlos macht. Genau das ist auch einer der Gr\u00fcnde f\u00fcr \u00f6ffentliche Elfenbeinzerst\u00f6rungen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2015\/03\/elfenbeinverbrennung2015-e1426606437906.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-6418 aligncenter\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2015\/03\/elfenbeinverbrennung2015-e1426606437906.jpg\" alt=\"elfenbeinverbrennung2015\" width=\"600\" height=\"400\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es gibt Leute, die argumentieren, es sei schade um das wertvolle Elfenbein, und man k\u00f6nne doch das Geld, das man beim Verkauf dieses Materials erzielen k\u00f6nnte, nutzbringend f\u00fcr den Elefantenschutz vor Ort in Afrika einsetzen. Sie vergessen dabei jedoch, da\u00df JEGLICHER Verkauf von Elfenbein den Markt anregt und f\u00fcr wiederum mehr Wilderei sorgt. Die Nachfrage ist un-endlich und wird durch neuen Nachschub nur immer weiter angeregt. Aber vor allem gilt bereits ein internationales Handelsverbot von Elfenbein. Es w\u00e4re f\u00fcr jedes Land, das das Artenschutzabkommen unterschrieben hat, gesetzeswidrig, beschlagnahmtes Elfenbein zum Verkauf zu exportieren. Beschlagnahmtes Elfenbein darf, gem\u00e4\u00df einer Regelung des Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES), nach der Beendigung der damit zusammenh\u00e4ngenden Gerichtsprozesse und nach Entnahme von DNA-Proben f\u00fcr die Nachverfolgung der Herkunft des Elfenbeins ausschlie\u00dflich f\u00fcr wissenschaftliche und schulische Zwecke verwendet werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Somit ist auch das oft geh\u00f6rte Argument, da\u00df der Marktpreis von Elfenbein durch die Zerst\u00f6rung von beschlagnahmtem Elfenbein erh\u00f6ht w\u00fcrde, falsch, da es durch seine Illegalit\u00e4t sowieso nie auf den Markt kommen darf.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der h\u00e4ufig damit einhergehende Vorschlag, mit dem Verkauf von Elfenbein den Markt zu fluten und damit die Nachfrage zu befriedigen und die Preise zu erniedrigen, k\u00f6nnte, abgesehen von der Illegalit\u00e4t des Verkaufs, nie funktionieren, denn der Beweis, da\u00df diese Verk\u00e4ufe genau das Gegenteil bewirken, ist durch die von CITES genehmigten sogenannten \u201eEinmal-Abverk\u00e4ufe\u201c von Elfenbein bereits erbracht worden: Der Preis ist seitdem nach oben geschnellt und die Wilderei hat drastisch zugenommen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die CITES-Bestimmung besagt, da\u00df auch bei diesen Einmal-Abverk\u00e4ufen nur Elfenbein von nat\u00fcrlich gestorbenen Elefanten, von sogenannten \u201eProblem-Elefanten\u201c und von Culling-Aktionen verkauft werden darf. Elfenbein von gewilderten Elefanten, das beschlagnahmt wurde, darf in keinem Fall verkauft werden (siehe oben genannte Regelung).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auch CITES anerkennt und empfiehlt seit Juli 2014 die Zerst\u00f6rung von illegalem Elfenbein, anstelle es zu lagern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Alle L\u00e4nder sind verpflichtet, die Importe und Exporte in und aus ihrem Land zu kontrollieren. Doch nur ein Bruchteil des geschmuggelten Elfenbeins wird entdeckt und beschlagnahmt. Experten gehen davon aus, da\u00df rund 90 % im Zoll nicht gefunden werden und unentdeckt in die legalen M\u00e4rkte einfliessen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Deshalb sind besonders China, Hongkong, die USA und Thailand dringend gefragt, ihre nationalen Elfenbeinm\u00e4rkte komplett zu schlie\u00dfen, wenn die Menschheit gro\u00dfherzig genug sein m\u00f6chte, die Elefanten auf unserem Planeten weiter leben zu lassen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Offene Brief vom 22. Januar 2014, in dem 11 Nichtregierungsorganisationen von allen Regierungen der EU die Zerst\u00f6rung ihrer Elfenbeinvorr\u00e4te forderten, ist aktueller denn je.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wenn ein Europ\u00e4isches Land seinen Vorrat der grausigen Ware zerst\u00f6rt, dann demonstriert es neben globalem Umweltbewu\u00dftsein und der Entschlossenheit, gegen Wildtierkriminalit\u00e4t vorzugehen, auch Solidarit\u00e4t mit den L\u00e4ndern Afrikas und Asiens, die um ihre Elefanten k\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Belgien und Frankreich haben ihr Elfenbein bereits 2014 zerst\u00f6rt.<\/p>\n<p>Italien hat dies im M\u00e4rz 2016 getan.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Man sagt Deutschland eine wichtige Rolle innerhalb der EU nach.<\/p>\n<p>Wann folgt Deutschland mit der Zerst\u00f6rung der knappen Tonne, die hier eingelagert ist?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Kenia verbrennt Ende April 2016 \u00fcber 100 Tonnen Elfenbein, die gr\u00f6\u00dfte Menge, die je bei solch einer Aktion zerst\u00f6rt wurde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Tansania m\u00f6chte seinen riesigen Vorrat von weit mehr als 120 Tonnen weiterhin lagern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Birgit Hampl<\/p>\n<p>Vorstand REAeV<\/p>\n\n<!-- Facebook Like Button v1.9.6 BEGIN [http:\/\/blog.bottomlessinc.com] -->\n<fb:like href=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/die-bedeutung-von-elfenbeinzerstoerungen\/\" layout=\"standard\" show_faces=\"false\" width=\"450\" action=\"like\" colorscheme=\"light\" font=\"tahoma\"><\/fb:like>\n<!-- Facebook Like Button END -->\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Kenia war 1989 das erste Land, das seinen Vorrat an konfisziertem Elfenbein verbrannt hat. Die Botschaft, die das Land damit an die Welt gab, war, da\u00df der Geldwert, der damit in Flammen gesetzt worden war, nichts z\u00e4hlt im Vergleich zu dem Leben von Elefanten. Kenia hat damit den Wilderern den Kampf angesagt, der Welt &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/die-bedeutung-von-elfenbeinzerstoerungen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eDie Bedeutung von Elfenbeinzerst\u00f6rungen\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[33],"tags":[50,80,79],"class_list":["post-7703","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-artenschutz","tag-elefanten","tag-elfenbein","tag-elfenbeinzerstoerungen"],"pp_statuses_selecting_workflow":false,"pp_workflow_action":"current","pp_status_selection":"publish","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7703","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7703"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7703\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":34277,"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7703\/revisions\/34277"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7703"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7703"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7703"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}