{"id":784,"date":"2009-05-07T20:11:05","date_gmt":"2009-05-07T19:11:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/?p=784"},"modified":"2017-05-01T08:27:24","modified_gmt":"2017-05-01T07:27:24","slug":"elefanten-culling-fr-die-forschung-und-ihr-eigenes-berleben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/elefanten-culling-fr-die-forschung-und-ihr-eigenes-berleben\/","title":{"rendered":"Elefanten-Culling f&uuml;r die Forschung &ndash; und ihr eigenes &Uuml;berleben"},"content":{"rendered":"<p>von Eleanor Momberg  <\/p>\n<p>In naher Zukunft werden in den Nationalparks \u00fcberz\u00e4hlige Elefantenbest\u00e4nde erlegt [<i>Culling<\/i> im Fachjargon, Anm. d. \u00dcbers.]. Diese Ma\u00dfnahme ist Teil eines Versuchsprogrammes von South Africa National Parks (SANParks), um die Folgen von Culling, Verh\u00fctungsmethoden und die Ausweitung von Lebensraum auf das Sozialverhalten und die Metapopulation<a href=\"#_ftn1_2249\" name=\"_ftnref1_2249\">[1]<\/a> zu untersuchen.<\/p>\n<p><!--more--> <\/p>\n<p>Culling wurde im letzten Jahr offiziell als eine Option f\u00fcr das Management der Elefantenbest\u00e4nde anerkannt. Den Gesetzen zufolge m\u00fcssen Eigent\u00fcmer und Leiter von Nationalparks und Schutzgebieten, auf denen die stetig wachsenden Elefantenpopulationen umherziehen, nachweisen, dass das T\u00f6ten von Megaherbivoren<a href=\"#_ftn2_2249\" name=\"_ftnref2_2249\">[2]<\/a> auf ihren Grundst\u00fccken notwendig ist. Diese Notwendigkeit muss wissenschaftlich begr\u00fcndet sein, und der Nachweis muss dem Minister f\u00fcr Umwelt und Tourismus bzw. ihrem zust\u00e4ndigen MEC<a href=\"#_ftn3_2249\" name=\"_ftnref3_2249\">[3]<\/a> erbracht werden.  <\/p>\n<p>Marthinus van Schalkwyk, Minister f\u00fcr Umwelt und Tourismus, bezeichnete Culling noch im vergangenen Jahr als allerletzte L\u00f6sung. David Mabunda, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von SANParks, sagte in dieser Woche, dass die geplante Culling-Aktion Bestandteil eines fundierten Forschungsprojektes sei, das wiederum zum Elefanten-Managementplan eines jeden Nationalparks geh\u00f6re. \u201eGinge es uns nur ums Schie\u00dfen, h\u00e4tten wir den Plan l\u00e4ngst umgesetzt. Aber wir m\u00f6chten alle M\u00f6glichkeiten sorgf\u00e4ltig und gut gesteuert in einen experimentellen Kontext setzen. Das hei\u00dft Daten sammeln und das Verhalten davor und danach zu beobachten, auf deren Basis wir dann eine Entscheidung \u00fcber die bestm\u00f6gliche Art der Intervention treffen k\u00f6nnen,\u201c sagte er. \u201eAu\u00dferdem m\u00fcssen wir eine g\u00fcnstige Populationsdichte ermitteln, mit der wir umgehen k\u00f6nnen. Und es m\u00fcssen die Herausforderungen erkundet werden, die uns in verschiedenen Teilen des Parks (Kr\u00fcger Nationalpark) erwarten, denn dort beeinflussen die Elefanten jedes Gebiet anders.\u201c  <\/p>\n<p>Das Forschungsprojekt hat nicht zum Ziel, L\u00f6sungen aufzuzeigen, sondern dient vielmehr der Sammlung von Daten, um auf die Managementpl\u00e4ne von SANParks zu reagieren. \u201eHat man Angst vor Versuchen und ihrer Umsetzung, wird man nie weiter lernen, geschweige denn das Problem l\u00f6sen. Wir schauen also auf die grundlegenden Dinge, die wir tun k\u00f6nnen,\u201c sagte er. Hinzu f\u00fcgte er au\u00dferdem, dass in fr\u00fcheren Culling-Programmen zwischen 1967 und 1994 nie Daten \u00fcber das Verhalten oder dergleichen von Parkbeh\u00f6rden erhoben wurden. Damals wurden mehr als 16.200 Elefanten get\u00f6tet. Mabunda erg\u00e4nzt, dass die Naturschutzbeh\u00f6rde nicht l\u00e4nger warten kann, bis weitere Menschen durch Elefanten get\u00f6tet werden.  <\/p>\n<p>Der Versuch, den Lebensraum zu vergr\u00f6\u00dfern, indem die Wanderrouten in grenz\u00fcberschreitende Parks ge\u00f6ffnet wurden, war eine eher mittel- bis langfristige M\u00f6glichkeit. Kurzfristig erwies sich diese Option als nicht erfolgreich, da die meisten Elefanten, die auf die mosambikanische Seite des Great Limpopo Transfrontier Parks \u00fcbersiedelten, in den Kr\u00fcger Park zur\u00fcckkehrten. \u201eDiese Gebiete sind von Menschen bewohnt &#8211; keine sauberen, unbewohnten, wilden Regionen. Wenn die Elefanten durch D\u00f6rfer hindurch wandern, f\u00fchlen sie sich bedroht und kehren um. So lange die menschliche Bev\u00f6lkerung explodiert und sich eher vergr\u00f6\u00dfert als verkleinert, stellt sich f\u00fcr uns entweder das Problem dieses Konfliktes zwischen Mensch und Wildtier oder die R\u00fcckkehr der Elefanten in den Kr\u00fcger Park.\u201c  <\/p>\n<p>Ein weiterer Knackpunkt ist, dass der Gro\u00dfteil der Elefantenpopulation S\u00fcdafrikas aus Tieren besteht, die innerhalb eines Nationalparks oder Schutzgebietes geboren sind. Sie kennen die Wanderrouten aus fr\u00fcheren Zeiten gar nicht. \u201eSie sind territorial. Die alten Lebensr\u00e4ume wieder herzustellen, w\u00fcrde uns 100 Jahre oder mehr kosten. Und, haben wir 100 Jahre? Nein,\u201c so Mabunda. Translokation ist also keine Alternative, sagt er, und bezieht sich auf einen Antrag des Sabi Sands Wildreservates, die 500 Elefanten nach Sambia umsiedeln m\u00f6chten. \u201eWie soll man 500 Elefanten umsiedeln?\u201c Culling, so Mabunda weiter, wird kein leichtes Unterfangen. Doch es ginge schnell. \u201eWir werden uns besser f\u00fchlen, wenn die Elefantenzahlen etwas abnehmen, so dass auch andere Tierarten eine Chance bekommen und nicht verhungern,\u201c meint Mabunda. In Bezug auf die Politik einer nachhaltigen Ressourcennutzung, wird das Fleisch der toten Elefanten an die einheimischen D\u00f6rfer, das Personal von SANParks oder wer immer es m\u00f6chte, verkauft &#8211; zu einem Preis, der lediglich die Kosten der Fleischverarbeitung deckt.  <\/p>\n<p>\u201eWir m\u00f6chten in den D\u00f6rfern weder Abh\u00e4ngigkeit oder Anspruchsdenken auf das Fleisch herbeif\u00fchren, noch den Eindruck erwecken, dies sei ein unternehmerisches Vorhaben, das uns Profit bringt. Verarbeitet man jedoch das Wildfleisch, so muss jemand f\u00fcr die Kosten aufkommen,\u201c sagt Mabunda. Zu einem Datum f\u00fcr den Beginn des Culling-Projektes h\u00e4lt er sich bedeckt, da die Managementpl\u00e4ne f\u00fcr die Elefantenpopulationen im Kr\u00fcger Park, im Addo Elefanten Nationalpark und im Marakele Nationalpark noch nicht zum Abschluss gebracht wurden.  <\/p>\n<p>In jedem Park wird man auf verschiedene Art und Weise eingreifen, manchmal auch mit einer Kombination aus den unterschiedlichen Alternativen, so Mabunda. \u201eUnsere Priorit\u00e4t liegt darin, die Auswirkungen der verschiedenen M\u00f6glichkeiten zu verstehen,\u201c betont er. \u201eDie Menschen werden sich \u00fcber das Culling aufregen, aber wir werden sie nicht zu Tode kn\u00fcppeln, nur weil sie gegen Culling sind.\u201c  <\/p>\n<p>Allerdings g\u00e4be es keine andere Option. \u201eWir werden Elefanten abschie\u00dfen\u00e2\u20ac\u00a6 Ich werde weder mich noch die S\u00fcdafrikaner bel\u00fcgen und versprechen, 1000 Elefanten an einen anderen Ort umzusiedeln. Und in Anbetracht des derzeitigen Finanzklimas glaube ich kaum, dass sich jemand findet, der dieses riesige Vorhaben bezahlen w\u00fcrde. Wie viele Elefanten kann man auf dem Luftweg umsiedeln, und wie lange soll das dauern? F\u00fcr immer. Man muss realistisch sein\u00e2\u20ac\u00a6 Das ist die Wahrheit: und die Realit\u00e4t ist manchmal hart,\u201c schlie\u00dft Mabunda.  <\/p>\n<hr align=\"left\" width=\"33%\" size=\"1\"\/>\n<p><a href=\"#_ftnref1_2249\" name=\"_ftn1_2249\">[1]<\/a> Metapopulation: beschreibt eine Gruppe von eigentlich unabh\u00e4ngig voneinander lebenden Teilpopulationen (Subpopulationen), die untereinander eingeschr\u00e4nkten Genaustausch haben, sich also paaren.  <\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2_2249\" name=\"_ftn2_2249\">[2]<\/a> Megaherbivoren: gro\u00dfe Pflanzenfresser, die einen weitreichenden Einfluss auf die Entwicklung der Landschaft haben; in Europa z.B. Rinder, Pferde und Hirsche  <\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3_2249\" name=\"_ftn3_2249\">[3]<\/a> MEC: Member of the Executive Council; der Council ist eine Art Kabinett in jeder Provinz S\u00fcdafrikas  <\/p>\n<p>&nbsp; <\/p>\n<p>Quelle: Sunday Independent, South Africa, 3rd May 2009<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2 align=\"center\"><strong>Wir, der Verein Rettet die Elefanten Afrikas, verurteilen die Culling-Pl\u00e4ne auf das Sch\u00e4rfste.<br \/>Siehe auch <\/strong><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/?p=280\"><strong>Culling-Pl\u00e4ne in S\u00fcdafrika: GRAUE RIESEN WIEDER IM VISIER?<\/strong><\/a><\/h2>\n\n<!-- Facebook Like Button v1.9.6 BEGIN [http:\/\/blog.bottomlessinc.com] -->\n<fb:like href=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/elefanten-culling-fr-die-forschung-und-ihr-eigenes-berleben\/\" layout=\"standard\" show_faces=\"false\" width=\"450\" action=\"like\" colorscheme=\"light\" font=\"tahoma\"><\/fb:like>\n<!-- Facebook Like Button END -->\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Eleanor Momberg In naher Zukunft werden in den Nationalparks \u00fcberz\u00e4hlige Elefantenbest\u00e4nde erlegt [Culling im Fachjargon, Anm. d. \u00dcbers.]. 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