{"id":822,"date":"2009-06-01T04:23:30","date_gmt":"2009-06-01T03:23:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/?p=822"},"modified":"2009-06-01T04:23:30","modified_gmt":"2009-06-01T03:23:30","slug":"olkejus-rettung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/olkejus-rettung\/","title":{"rendered":"Olkeju&acute;s Rettung"},"content":{"rendered":"<p><b>Olkeju<\/b> kam bereits vor etwa einem Monat bei uns an. Seine schlechte Verfassung gab uns allerdings nur wenig Hoffnung, dass er durchkommen w\u00fcrde. Jetzt, drei Wochen sp\u00e4ter, sind wir daher umso gl\u00fccklicher, zu berichten, dass es ihm viel besser geht. Hier erfahren Sie die tragische Geschichte des kleinen K\u00e4lbchens. <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2009\/06\/he-is-prepared-for-the-flight.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right: 0px; border-top: 0px; border-left: 0px; border-bottom: 0px\" height=\"244\" alt=\"He is prepared for the flight\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2009\/06\/he-is-prepared-for-the-flight-thumb.jpg\" width=\"164\" border=\"0\"\/><\/a> <\/p>\n<p><!--more--> <\/p>\n<p>Der 29. April 2009 war sowohl ein Gl\u00fcck verhei\u00dfender als auch ein hektischer Tag in der Nairobi Elefanten-Nursery. Es galt den Umzug der 3 \u00e4lteren Waisen <b>Lesanju<\/b>, <b>Lempaute<\/b> und <b>Sinya<\/b> in die Auswilderungseinheit nach Tsavo zu organisieren, und au\u00dferdem stand eine weitere Rettungsaktion an. Dieses Mal auf der Mugie Ranch in Laikipia, wo eine Elefantenkuh, die den Mitarbeitern der Ranch bereits aus den vergangenen 10 Jahren wohlbekannt war, einem langwierigen Abszess an ihrer Flanke erlag. Als die Kuh am 16. April starb, befand sie sich gerade in der Laktation und hinterlie\u00df ein sehr junges Baby, das eigentlich noch lange Milch brauchte. Als ihr lebloser K\u00f6rper gefunden wurde, war das K\u00e4lbchen noch in seiner Herde unterwegs. Die riesige Beule an ihrer Flanke belastete sie schon lange, und nach der Geburt des vorherigen Kalbes war sie sogar teilweise gel\u00e4hmt. Wahrscheinlich erging es ihr nach der jetzigen Niederkunft \u00e4hnlich. Im Gewebe der Schwellung wurde in der Autopsie kein Fremdk\u00f6rper gefunden, so dass die Ursache des Abszesses nach wie vor ein R\u00e4tsel bleibt.  <\/p>\n<p>Ihr K\u00e4lbchen war erst 6 Wochen alt und wurde nach ihrem Tod in der Herde aufgesp\u00fcrt. Allerdings konnte es erst 100%-ig identifiziert werden, als es zunehmend schw\u00e4cher wurde und immer h\u00e4ufiger hinter der Gruppe zur\u00fcckblieb. Um die letzten 2 Wochen zu \u00fcberstehen, war es ihm offenbar gelungen, etwas von der Muttermilch einer anderen laktierenden Kuh in der Herde etwas abzubekommen, denn es wurden in der Gruppe noch drei andere K\u00e4lbchen in seinem Alter gez\u00e4hlt. Offenbar reichte die Milch aber nicht, um auch ihn auf Dauer mit durchzubringen.  <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2009\/06\/amos-with-olkeju.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right: 0px; border-top: 0px; border-left: 0px; border-bottom: 0px\" height=\"244\" alt=\"Amos with Olkeju\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2009\/06\/amos-with-olkeju-thumb.jpg\" width=\"164\" border=\"0\"\/><\/a>  <\/p>\n<p>Dieser kleine Elefant wurde mit Hilfe eines Teams der Britischen Armee eingefangen, die zu dieser Zeit auf einer Trainingsexpedition in den Bezirken Laikipia und Samburu in Nordkenia zu Gast war. Und just an diesem Tag hielt sich das Team auf der Mugie Ranch auf. Captain J.E. Faull (der zuf\u00e4lligerweise auch in Kenia geboren wurde) hatte das Kommando \u00fcber die Gruppe, beriet sich mit der Leitung der Mugie Ranch und den Wildh\u00fctern des KWS, und gemeinsam plante man die Rettungsaktion. Das geschw\u00e4chte K\u00e4lbchen war zu diesem Zeitpunkt schon hinter die Herde zur\u00fcckgefallen, allerdings noch in Begleitung einer erwachsenen Kuh aus der Gruppe. Es wurde entschieden, dass Captain Faull mit dem Bedford-Truck der Armee zwischen das K\u00e4lbchen und die Kuh fahren sollte, w\u00e4hrend der \u201eBodentrupp\u201c mit einer Decke in die Richtung des Babys laufen, es \u00fcberw\u00e4ltigen und auf die Ladefl\u00e4che ihres Pickups hieven sollte. Der Armeetruck war jedoch zu schwerf\u00e4llig und konnte nicht schnell genug durch den Busch man\u00f6vriert werden. W\u00e4hrend sich das Fahrzeug durch B\u00fcsche und umgest\u00fcrzte B\u00e4ume k\u00e4mpfte, begann die Kuh den Fluchtweg einzuschlagen &#8211; und mit ihr auch das geschw\u00e4chte K\u00e4lbchen. Der Bodentrupp wollte die Gelegenheit beim Schopfe packen, lie\u00df sofort die Ladeklappe des Pickups herunter und machte sich daran, die Decke \u00fcber das K\u00e4lbchen zu werfen, um es einzufangen. Die Kuh drehte sich um und machte eine gef\u00e4hrliche Drohgeb\u00e4rde, und da zwischen ihr und dem Trupp nur 30 Schritte lagen, war die Situation \u00e4u\u00dferst brenzlig f\u00fcr alle Beteiligten. Ein Blitzgedanke von einem der Mugie-Wildh\u00fcter rettete den Tag. Er trat einen Schritt vor und feuerte einen Schuss \u00fcber den Kopf der w\u00fctenden Elefantenkuh ab. Dieser Schreckmoment brachte den Wildh\u00fctern den entscheidenden Vorsprung, den sie brauchten um den Truck in eine sch\u00fctzende Position zwischen die Elefantendame und das Einsatzkommando zu bringen! Und gl\u00fccklicherweise ging die Geschichte somit glimpflich aus. Das Baby wurde eingefangen und zur Landebahn der Mugie Ranch gefahren, wo man auf das Rettungsflugzeug wartete. Das wurde erst losgeschickt, als best\u00e4tigt wurde, dass das K\u00e4lbchen eingefangen war.  <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2009\/06\/the-keepers-are-much-in-demand-the-with-babies-constantly-seeking-attention-stephen-with-olkeju-and-isiolo.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right: 0px; border-top: 0px; border-left: 0px; border-bottom: 0px\" height=\"164\" alt=\"The Keepers are much in demand the with babies, constantly seeking attention.  Stephen with Olkeju and Isiolo\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2009\/06\/the-keepers-are-much-in-demand-the-with-babies-constantly-seeking-attention-stephen-with-olkeju-and-isiolo-thumb.jpg\" width=\"244\" border=\"0\"\/><\/a>  <\/p>\n<p>Das Elefantenbaby war extrem ausgetrocknet und entkr\u00e4ftet. Noch auf der Landebahn drohte es zusammenzubrechen und so wurden die 2 Stunden Wartezeit auf das Flugzeug zur gewaltigen Nervenprobe f\u00fcr das Rettungsteam. Das Team des David Sheldrick Wildlife Trust verabreichte dem Baby auf dem Flug schlie\u00dflich eine Glukose-Infusion in seine Ohrvene, und bei seiner Ankunft in Nairobi hatte er 2 weitere Liter Fl\u00fcssigkeit mehr in seinem K\u00f6rper &#8211; schon \u00fcber Nacht besserte sich sein Zustand. Da sein K\u00f6rper von schlimmen Sch\u00fcrfwunden \u00fcbers\u00e4t war, wurde er auch gleich dahingehend behandelt. Ein gutes Zeichen war, dass er einen B\u00e4renhunger zu haben schien. Ohne Z\u00f6gern nahm er die Milch und die Trinkmischung zur Rehydrierung zu sich. Nicht anders als die anderen Waisen, war auch seine erste Nacht sehr unruhig; doch schon am n\u00e4chsten Morgen schien er durchaus entspannt. Am meisten hat uns gefreut, dass seine Sch\u00fcrfwunden zu heilen begannen &#8211; ein Hoffnungsschimmer. Der Manager der Mugie Ranch hatte uns gebeten, ihn <b>Olkeju<\/b> zu nennen, was in der Sprache der Samburu soviel hei\u00dft wie \u201eFu\u00dfabdruck\u201c. Au\u00dferdem war dies auch der Name des kleinen Baches an dem seine Mutter starb und wo er eingefangen wurde. Seinen Rettern aus der Armee wird er immer als \u201e<b>Johnny Olkeju<\/b>\u201c in Erinnerung bleiben, denn Johnny werden alle Britischen Soldaten in Nordkenia genannt. <\/p>\n<p>Ein bis zwei Tage sp\u00e4ter besuchten ihn die Soldaten in der Nursery. Sie freuten sich sehr, dass er noch lebte, wenngleich er einen ziemlich ausgemergelten und schwachen Eindruck machte. Sie werden den Werdegang des kleinen <b>Johnny Olkeju<\/b> mit Sicherheit weiterverfolgen, denn schlie\u00dflich hat er ihre Trainingsexpedition nach Nordkenia zu einem \u00e4u\u00dferst denkw\u00fcrdigen Erlebnis gemacht und sich einen ganz besonderen Platz in ihren Herzen erobert.<\/p>\n\n<!-- Facebook Like Button v1.9.6 BEGIN [http:\/\/blog.bottomlessinc.com] -->\n<fb:like href=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/olkejus-rettung\/\" layout=\"standard\" show_faces=\"false\" width=\"450\" action=\"like\" colorscheme=\"light\" font=\"tahoma\"><\/fb:like>\n<!-- Facebook Like Button END -->\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Olkeju kam bereits vor etwa einem Monat bei uns an. Seine schlechte Verfassung gab uns allerdings nur wenig Hoffnung, dass er durchkommen w\u00fcrde. Jetzt, drei Wochen sp\u00e4ter, sind wir daher umso gl\u00fccklicher, zu berichten, dass es ihm viel besser geht. 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