{"id":8471,"date":"2017-01-12T12:35:29","date_gmt":"2017-01-12T11:35:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/?p=8471"},"modified":"2017-01-12T12:35:29","modified_gmt":"2017-01-12T11:35:29","slug":"die-rueckkehr-von-emilys-ex-waisen-herde-am-1-dezember-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/die-rueckkehr-von-emilys-ex-waisen-herde-am-1-dezember-2016\/","title":{"rendered":"Die R\u00fcckkehr von Emilys Ex-Waisen-Herde am 1. Dezember 2016"},"content":{"rendered":"<p>Der Tsavo-Nationalpark und seine unmittelbare Umgebung nehmen eine riesige Fl\u00e4che von \u00fcber 40.000 Quadratkilometern ein und sind die Heimat von Kenias gr\u00f6\u00dfter Elefantenpopulation &#8211; aktuell ungef\u00e4hr 11.000 Tiere. In der Vergangenheit mussten die Elefanten, um zwischen dem Ost- und dem Westteil des Parks sowie dem Farmland dazwischen hin und her zu wandern, eine einzelne Bahnstrecke und eine Hauptstra\u00dfe, die Nairobi mit der Hafenstadt Mombasa verbindet, \u00fcberqueren. Auch die Gebiete, auf denen heute die Farmen liegen &#8211; zwischen den Teilen des Parks und im Westen und S\u00fcden an ihn angrenzend &#8211; stellen historisch wichtige Weidegr\u00fcnde f\u00fcr die Elefanten dar. Vor langer Zeit war die Stra\u00dfe geschottert, sp\u00e4ter asphaltiert, doch damals war der Verkehr noch \u00fcberschaubar. Heute wird die Bahnstrecke von einer chinesischen Firma in eine neue Trasse mit standardisierter Spurbreite umgebaut, die Nairobi mit der K\u00fcste und dem Hafen von Mombasa verbinden soll. Sie verl\u00e4uft gr\u00f6\u00dftenteils auf einem hohen Damm und wird bald fertiggestellt sein. Au\u00dferdem gibt es Pl\u00e4ne, die alte Hauptstra\u00dfe durch eine vier bis sechs Fahrbahnen breite Autobahn zu ersetzen, denn die Stra\u00dfe ist heute schon von LKWs und Fahrzeugen verstopft, die nicht nur nach Nairobi wollen, sondern noch weiter ins Innere von Afrika, nach Uganda und Ruanda.<\/p>\n<p>Die neue Bahnstrecke ist mit ein paar Tunneln ausgestattet, damit die Wildtiere zwischen dem Ost- und dem Westteil des Parks und den Farmen wandern k\u00f6nnen; die Elefanten wie auch alle anderen Tiere m\u00fcssen nun lernen, wo diese Durchg\u00e4nge sind, sie benutzen und danach noch die Hauptstra\u00dfe auf der anderen Seite \u00fcberqueren. Gl\u00fccklicherweise sind Elefanten sehr intelligent, und unter denen, die diese neue H\u00fcrde bereits \u00fcberwunden haben, ist auch unsere Ex-Waisen-Herde; sie sind seinerzeit von Hand aufgezogen worden und f\u00fchren nun ein v\u00f6llig normales wildes Leben, integriert in die eingeborene Elefantenpopulation Tsavos.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" title=\"Emilys Herde frisst Luzernenheupellets zusammen mit den abh\u00e4ngigen Waisen\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/Updates_files\/192017827-pic4.jpg\" alt=\"Emilys Herde frisst Luzernenheupellets zusammen mit den abh\u00e4ngigen Waisen\" border=\"0\" \/><img decoding=\"async\" title=\"Emilys Herde bei den abh\u00e4ngigen Waisen\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/Updates_files\/192017827-pic3.jpg\" alt=\"Emilys Herde bei den abh\u00e4ngigen Waisen\" border=\"0\" \/><\/center><br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p>Die Leitkuh der Ex-Waisen-Herde in Voi ist Emily, die erst wenige Monate alt war, als sie ins Waisenhaus des DSWT im Nairobi-Nationalpark kam. Als die Zeit daf\u00fcr gekommen war, wurde sie zur Auswilderungsstation in Voi transportiert und lebt nun schon seit \u00fcber zehn Jahren als wilder Elefant. Sie hat inzwischen zwei wild geborene K\u00e4lber, und zu ihrer Herde geh\u00f6ren insgesamt sieben in der Wildnis geborene Babys &#8211; und ein paar sind noch auf dem Weg!<\/p>\n<p>Das Jahr 2016 zeichnete sich durch eine sehr harte D\u00fcrreperiode aus, und viele wilde Elefanten starben als Folge des Wasser- und Futtermangels. W\u00e4hrend dieser Zeit waren die Farml\u00e4ndereien wichtiger als je zuvor, denn im S\u00fcdteil des Parks gab es kaum noch Futter und Gras. Wir waren erleichtert, als wir h\u00f6rten, dass es Emily und ihrem Anhang gelungen war, w\u00e4hrend der trockensten Monate das Taita-Schutzgebiet aufzusuchen, zusammen mit weiteren 300 Elefanten. Diese Gegend grenzt an das Taita-Gebirge, und dort gibt es auch in der Trockenzeit noch genug Futter und Wasser. Alle Elefanten, die es rechtzeitig dorthin geschafft hatten, waren kaum von der D\u00fcrre im s\u00fcdlichen Tsavo betroffen. Es war aber wichtig, rechtzeitig dorthin aufzubrechen, denn mitten in der Trockenzeit k\u00f6nnen die Herden nicht mehr zwischen den Gebieten wandern, weil es unterwegs gar kein Wasser mehr gibt. Die Elefanten m\u00fcssen sich also auf das Wissen und die Weisheit ihrer \u00e4lteren Mitglieder verlassen und die Reise zum richtigen Zeitpunkt antreten, um die trockenen Monate an einem sicheren Ort verbringen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Ex-Waisen hatten also genug Futter zum Fressen, und es erreichten uns sogar tolle Neuigkeiten: Ex-Waise Thoma bekam ihr erstes Baby, das wir Thor genannt haben! Als endlich die ersten Regenf\u00e4lle begannen, verlie\u00df Emilys Herde das Taita-Schutzgebiet und verschwand einige Tage von der Bildfl\u00e4che. Zu unserer gro\u00dfen Freude und Erleichterung tauchten sie dann am 1. Dezember an unseren Stallungen in Voi auf, die im Tsavo East Nationalpark liegen. Bei der aktuellen Baut\u00e4tigkeit an der Bahnstrecke m\u00fcssen sie etwa 80 Kilometer weit gelaufen sein, um vom Taita Schutzgebiet nach Voi zur\u00fcckzukehren. Diese Reise war nur m\u00f6glich, nachdem sich die Wasserl\u00f6cher mit dem beginnenden Regen wieder gef\u00fcllt hatten.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" title=\"Emilys Herde besucht die Voi-Stallungen, und Eve kratzt sich\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/Updates_files\/19201782718-pic1.jpg\" alt=\"Emilys Herde besucht die Voi-Stallungen, und Eve kratzt sich\" border=\"0\" \/><img decoding=\"async\" title=\"Icholta und Inca bei Emilys Herde\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/Updates_files\/192017827-pic2.jpg\" alt=\"Icholta und Inca bei Emilys Herde\" border=\"0\" \/><\/center><center><img decoding=\"async\" title=\"Eden und Emma, Emilys zweites Baby, an der Tr\u00e4nke\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/Updates_files\/192017845-pic5.jpg\" alt=\"Eden und Emma, Emilys zweites Baby, an der Tr\u00e4nke\" border=\"0\" \/><img decoding=\"async\" title=\"Dabassa mit Sweet Sallys Baby Safi\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/Updates_files\/192017851-pic2.jpg\" alt=\"Dabassa mit Sweet Sallys Baby Safi\" border=\"0\" \/><\/center><center><img decoding=\"async\" title=\"Sweet Sally, Icholta und die Babys\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/Updates_files\/192017827-pic6.jpg\" alt=\"Sweet Sally, Icholta und die Babys\" border=\"0\" \/><img decoding=\"async\" title=\"Emilys Ex-Waisen-Herde an den Voi-Stallungen\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/Updates_files\/1920178365-pic1.jpg\" alt=\"Emilys Ex-Waisen-Herde an den Voi-Stallungen\" border=\"0\" \/><\/center><center><img decoding=\"async\" title=\"Rorogoi, Emma und Mudanda spielen\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/Updates_files\/192017836-pic6.jpg\" alt=\"Rorogoi, Emma und Mudanda spielen\" border=\"0\" \/><img decoding=\"async\" title=\"Edies Baby Eden versucht, Bada zum Spielen zu \u00fcberreden\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/Updates_files\/192017845-pic4.jpg\" alt=\"Edies Baby Eden versucht, Bada zum Spielen zu \u00fcberreden\" border=\"0\" \/><\/center>Bei der Gruppe fehlte allerdings die frischgebackene Mutter Thoma mit ihrem Baby und den Kinderm\u00e4dchen Seraa und Irima, die zusammen mit dem inzwischen gro\u00dfen Bullen Lolokwe unterwegs waren. Da aber Emily und die anderen Ex-Waisen einen gutgelaunten und entspannten Eindruck machten, waren wir \u00fcberzeugt davon, dass sie wussten, wo der Rest ihrer Gruppe war und dass es ihnen gut ging. Ihre Ankunft musste sich verz\u00f6gert haben, weil Thomas Baby noch klein ist und sie deshalb langsamer gehen mussten. Lolokwe kam ganz allein am 3. Dezember an, und zu unserer gro\u00dfen Begeisterung stand am 8. Dezember Thoma mit ihrem Baby sowie Seraa und Irima an den Stallungen vor der T\u00fcr, um die Freude \u00fcber ihren Wonneproppen Thor mit ihrer menschlichen Familie zu teilen. Sie wurden von den abh\u00e4ngigen Waisen enthusiastisch begr\u00fc\u00dft, und auch die Waisen waren hin und weg von dem kleinen Neuank\u00f6mmling. Es ist immer wieder eine riesige Freude, wenn die Ex-Waisen nach langer Abwesenheit zur\u00fcckkehren und alles so ist, als w\u00e4ren sie nie weggewesen; sie sind freundlich, liebevoll und herzlich wie immer.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" title=\"Lolokwe kommt ein paar Tage nach Emilys Herde an\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/Updates_files\/192017836-pic2.jpg\" alt=\"Lolokwe kommt ein paar Tage nach Emilys Herde an\" border=\"0\" \/><img decoding=\"async\" title=\"Seraa (vorn) mit Thoma und Thor\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/Updates_files\/192017836-pic3.jpg\" alt=\"Seraa (vorn) mit Thoma und Thor\" border=\"0\" \/><\/center><center><img decoding=\"async\" title=\"Thor spielt zwischen den Beinen seiner Mutter\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/Updates_files\/192017836-pic4.jpg\" alt=\"Thor spielt zwischen den Beinen seiner Mutter\" border=\"0\" \/><img decoding=\"async\" title=\"Thor bei seiner Mutter\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/Updates_files\/192017836-pic5.jpg\" alt=\"Thor bei seiner Mutter\" border=\"0\" \/><\/center><center><img decoding=\"async\" title=\"Lentili hat sich gleich in Thor verliebt\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/Updates_files\/192017845-pic2.jpg\" alt=\"Lentili hat sich gleich in Thor verliebt\" border=\"0\" \/><img decoding=\"async\" title=\"Thoma, Thor und Mweya\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/Updates_files\/192017845-pic6.jpg\" alt=\"Thoma, Thor und Mweya\" border=\"0\" \/><\/center>In den nun 60 Jahren, in denen wir verwaiste Elefanten aufziehen, bekommen wir immer wieder best\u00e4tigt, dass die Dickh\u00e4uter uns in vielen Dingen sehr \u00e4hnlich sind &#8211; und in manchen sogar besser, besonders wenn es darum geht, f\u00fcr andere zu sorgen und Mitgef\u00fchl zu zeigen, sogar schon in jungen Jahren. Auch ihre ausgekl\u00fcgelten Kommunikationsm\u00f6glichkeiten, die an Telepathie zu grenzen scheinen, und ihr besonderes Ged\u00e4chtnis hebt sie von uns Menschen ab. Es scheint, als haben sie eine genetische Erinnerung an die uralten Migrationsrouten, die seit Jahrtausenden existieren.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" title=\"Emma und Eden, gefolgt von Lesanju\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/Updates_files\/19201785144-pic1.jpg\" alt=\"Emma und Eden, gefolgt von Lesanju\" border=\"0\" \/><\/center><em>(\u00fcbersetzt aus dem <a href=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/updates\/updates.asp?ID=983\">englischen Original<\/a>)<\/em><\/p>\n\n<!-- Facebook Like Button v1.9.6 BEGIN [http:\/\/blog.bottomlessinc.com] -->\n<fb:like href=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/die-rueckkehr-von-emilys-ex-waisen-herde-am-1-dezember-2016\/\" layout=\"standard\" show_faces=\"false\" width=\"450\" action=\"like\" colorscheme=\"light\" font=\"tahoma\"><\/fb:like>\n<!-- Facebook Like Button END -->\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Tsavo-Nationalpark und seine unmittelbare Umgebung nehmen eine riesige Fl\u00e4che von \u00fcber 40.000 Quadratkilometern ein und sind die Heimat von Kenias gr\u00f6\u00dfter Elefantenpopulation &#8211; aktuell ungef\u00e4hr 11.000 Tiere. 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