{"id":870,"date":"2009-06-13T09:31:35","date_gmt":"2009-06-13T08:31:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/?p=870"},"modified":"2009-06-14T12:52:13","modified_gmt":"2009-06-14T11:52:13","slug":"kudups-rettung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/kudups-rettung\/","title":{"rendered":"Kudup&acute;s Rettung"},"content":{"rendered":"<p>Der 13. Mai 2009 war sowohl ein trauriger als auch ein guter Tag f\u00fcr die Elefanten aus der Gegend um die Mathews-Gebirgskette, die vom Milgis Trust und seinen Scouts \u00fcberwacht wird. Traurig, weil schon wieder ein Elefantenbaby in eines der Wasserl\u00f6cher gefallen war. Dieses Mal an einem Ort namens Kudup entlang des ausgetrockneten Milgis-Flussbettes. Die gute Nachricht an diesem Tag war ein riesiger Regenguss, nachdem eine lange und harte Trockenzeit schon so vielen jungen Elefanten das Leben gekostet hat. Man hat die leblosen K\u00f6rper zahlreicher S\u00e4uglinge und auch \u00e4lterer K\u00e4lbchen gefunden, die das Wasser in den L\u00f6chern nicht erreichen konnten, weil der Pegel zu niedrig war, oder weil sie ihre M\u00fctter an Wilderer verloren hatten, und die dann j\u00e4mmerlich an Hitze und Durst zugrunde gingen.  <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2009\/06\/kudup-and-nchan.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-top-width: 0px; border-left-width: 0px; border-bottom-width: 0px; border-right-width: 0px\" height=\"164\" alt=\"Kudup and Nchan\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2009\/06\/kudup-and-nchan-thumb.jpg\" width=\"244\" border=\"0\"\/><\/a> <\/p>\n<p><!--more--> <\/p>\n<p>Nach den heftigen Regenf\u00e4llen gab es f\u00fcr die einheimischen Stammesangeh\u00f6rigen eigentlich gar keinen Grund, an die Brunnen am Flussbett des Milgis zu gehen, da es ja \u00fcberall Wasser gab. Trotzdem &#8211; und zum Gl\u00fcck &#8211; kam zuf\u00e4llig ein Mann vorbei und h\u00f6rte die Schreie des Babyelefanten aus einem der L\u00f6cher. Der Mann sah sich die Sache genauer an, und entnahm den Spuren, dass die Elefantenmutter versucht haben muss, das Baby zu befreien, denn \u00fcberall um das Loch herum waren die Abdr\u00fccke ihrer Sto\u00dfz\u00e4hne zu sehen. Allerdings war der Boden so hart und das Loch so tief, dass sie am Ende wohl aufgeben und ihr Baby f\u00fcr einen langsamen und qualvollen Tod zur\u00fccklassen musste. Man kann sich kaum vorstellen, welchen Schmerz diese Mutter dabei gef\u00fchlt haben muss.  <\/p>\n<p>Dem Passant gelang es, das Hauptquartier des Milgis Trust zu benachrichtigen, und schon wenig sp\u00e4ter war ein 5-k\u00f6pfiges Rettungsteam vor Ort. Da das Baby bei seinen Befreiungsversuchen auf den Hinterbeinen stand, gelang es ihnen, eine Seilschlinge um den Oberk\u00f6rper des K\u00e4lbchens zu einzuf\u00e4deln und es aus dem Loch herauszuziehen. Offenbar hatte sie noch gen\u00fcgend Energie, denn als allererstes begann sie in ihrer Aufregung, ihre Retter umherzujagen. Diese versuchten ihr Bestes, um sie zu beruhigen. Irgendwann hatte man sie geb\u00e4ndigt und ihre Hinterbeine zusammengebunden, und ein Teil der Gruppe machte sich auf die Suche nach wilden Herden in der N\u00e4he, unter denen sich vielleicht auch die Mutter des Babys befand. Der Milgis Trust positionierte seine Leute au\u00dferdem auf allen m\u00f6glichen Anh\u00f6hen, um Ausschau nach Elefantenherden oder einzelnen K\u00fchen zu halten. Alle hofften inst\u00e4ndig, dass die Mutter und ihr K\u00e4lbchen wieder zusammengebracht werden k\u00f6nnten.  <\/p>\n<p>W\u00e4hrend die M\u00e4nner bei dem Ungl\u00fccksbaby auf ein Wunder warteten, st\u00fcrzte um 1:30 Uhr nachts weiter flussaufw\u00e4rts pl\u00f6tzlich eine gro\u00dfe Wasserwelle durch das ausgetrocknete Flussbett des Milgis. H\u00e4tte der Passant das Elefantenbaby nicht im Loch entdeckt, w\u00e4re es auf jeden Fall ertrunken. Diese kleine Waise war ein Gl\u00fcckspilz. Die M\u00e4nner blieben den ganzen Tag und eine sehr lange und ungem\u00fctliche Nacht bei ihr, in der sie von hungrigen Hy\u00e4nen umgeben waren, die bereits ein Auge auf das Baby geworfen hatten. Au\u00dferdem wollten sie eventuell auftauchende Elefantenherden oder wom\u00f6glich sogar die Mutter auf keinen Fall verpassen. Aber lediglich ein alter Bulle plantschte durch das seichte Wasser im Flussbett, noch bevor die Sturzflut eintraf. Die M\u00e4nner stellten sich auf eine hastige Flucht ein, sollte der Bulle aggressiv werden. Der aber nahm das laut schreiende K\u00e4lbchen kaum zur Kenntnis und zog weiter.  <\/p>\n<p>Gegen 5 Uhr morgens, kam dann der Schwall Regenwasser als massive Sturzflut auch bei den M\u00e4nnern und dem Elefantenbaby an, und mit dem ersten Tageslicht wurde die Suche nach wilden Elefanten oder gar der Mutter des K\u00e4lbchens wieder aufgenommen. Leider wurden nirgendwo Elefanten gefunden, offensichtlich sind sie nach der Abk\u00fchlung weitergezogen. Alle Gebete f\u00fcr eine Wiedervereinigung von Mutter und Kind halfen nichts und eine Evakuierung des kleinen Elefanten durch unseren Trust wurde unausweichlich. Am Nachmittag des 14. Mai 2009 wurde sie schlie\u00dflich in Sicherheit geflogen, und auf Bitten ihrer Retter nannten wir sie <b>Kudup<\/b> &#8211; nach dem Ort, an dem sie an diesem schicksalstr\u00e4chtigen Tag gerettet wurde. <\/p>\n\n<!-- Facebook Like Button v1.9.6 BEGIN [http:\/\/blog.bottomlessinc.com] -->\n<fb:like href=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/kudups-rettung\/\" layout=\"standard\" show_faces=\"false\" width=\"450\" action=\"like\" colorscheme=\"light\" font=\"tahoma\"><\/fb:like>\n<!-- Facebook Like Button END -->\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der 13. Mai 2009 war sowohl ein trauriger als auch ein guter Tag f\u00fcr die Elefanten aus der Gegend um die Mathews-Gebirgskette, die vom Milgis Trust und seinen Scouts \u00fcberwacht wird. Traurig, weil schon wieder ein Elefantenbaby in eines der Wasserl\u00f6cher gefallen war. Dieses Mal an einem Ort namens Kudup entlang des ausgetrockneten Milgis-Flussbettes. 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