{"id":899,"date":"2009-06-24T18:17:43","date_gmt":"2009-06-24T17:17:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/?p=899"},"modified":"2009-06-24T18:17:43","modified_gmt":"2009-06-24T17:17:43","slug":"reaev-hilft-den-wstenelefanten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/reaev-hilft-den-wstenelefanten\/","title":{"rendered":"R.E.A.e.V. hilft den W&uuml;stenelefanten"},"content":{"rendered":"<p>Nach einem Hilfeaufruf von Dr. Iain Douglas-Hamilton ( Save the elephants ) an unseren Verein spendeten wir spontan die noch ben\u00f6tigten Gelder zur Umsetzung eines einzigartigen Projektes zur Rettung der letzten W\u00fcstenelefanten in Westafrika. F\u00fcr solche Aktionen h\u00e4lt REA immer einen &#8222;Notgroschen&#8220; bereit &#8211; und wir hoffen nun auf Ihre Hilfe unsere Kasse wieder etwas aufzustocken. <\/p>\n<p>Lesen Sie den ausf\u00fchrlichen Bericht: <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2009\/06\/image.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right: 0px; border-top: 0px; border-left: 0px; border-bottom: 0px\" height=\"164\" alt=\"image\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2009\/06\/image-thumb.png\" width=\"244\" border=\"0\"\/><\/a>  <\/p>\n<p>SCHLIMMSTE D\u00dcRRE SEIT 26 JAHREN BEDROHT DIE LETZTEN W\u00dcSTENELEFANTEN IN WESTAFRIKA <\/p>\n<p>Die Zukunft einer Herde seltener W\u00fcstenelefanten in Mali wird von einer der schlimmsten D\u00fcrren seit Menschengedenken bedroht. Der Wasserstand war am Ende dieser Trockenzeit (Ende Mai) auf dem niedrigsten Niveau seit einem viertel Jahrhundert und bedroht das sonst so friedliche Zusammenleben zwischen Elefanten und den einheimischen Viehhirten. Die 350 bis 450 Elefanten in Gourma geh\u00f6ren zur letzten Herde, die soweit n\u00f6rdlich in Afrika, hier in der Sahelzone am Rande der Sahara, zu Hause ist. Sie haben sich den harten klimatischen Bedingungen angepasst, in dem sie sehr lange Strecken auf der Suche nach Futter und Wasser zur\u00fccklegen und allein vom kargen Angebot dieses \u00c3\u2013kosystems \u00fcberleben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><!--more--> <\/p>\n<p><i>Die Organisationen Save The Elephants (STE) und die WILD Foundation (WILD) haben diese letzten seltenen W\u00fcstenelefanten in Zusammenarbeit mit der Naturschutzbeh\u00f6rde des Malischen Umweltministeriums (Direction Nationale de la Conservation de la Natur, DNCN) beobachtet. Diese einzigartige Elefantenherde befindet sich jetzt, in Zeiten des Wassermangels, in einer verzweifelten Situation und daher m\u00f6chten wir einen Aufruf starten, um sie zu retten. <\/i> <\/p>\n<p>Die Jungtiere sind von der D\u00fcrre am schlimmsten betroffen, denn anders als bei den gro\u00dfen Bullen, sind ihre R\u00fcssel nicht lang genug um das noch \u00fcbrig gebliebene Wasser am Grund der Wasserl\u00f6cher zu erreichen. Es wurden bereits sechs tote Elefanten gefunden. Vier weitere, darunter drei K\u00e4lbchen, wurden vor Kurzem aus einer flachen Grube befreit, in die sie auf der Suche nach Wasser hineingefallen waren. Nur der gr\u00f6\u00dfte \u00fcberlebte. <\/p>\n<p>Dr. Iain Douglas-Hamilton von Save The Elephants beobachtet das Einzugsgebiet dieser Herde schon seit den 1970er Jahren. Er sagt, \u201ein der Region Gourma in Mali leben die letzten Elefanten der Sahel-Zone. Ihr Lebensraum ist seit den 1970ern immer weiter geschrumpft &#8211; aufgrund von Klimawandel und \u00dcberweidung durch landwirtschaftliche Nutztiere. Diese Elefanten haben die l\u00e4ngste Wanderroute in Afrika und bewegen sich entgegen dem Uhrzeigersinn auf einem Umkreis von etwa 700 km. Am Ende der Trockenzeit finden sie lediglich eine Handvoll seichte Gew\u00e4sser, bevor diese im Juli und August durch den Regen wieder aufgef\u00fcllt werden.\u201c  <\/p>\n<p>Durch unregelm\u00e4\u00dfige Niederschl\u00e4ge in 2008 ist der Wasserstand in der Region Gourma in diesem Jahr extrem niedrig. Der Pegel des wichtigsten Sees, Banenza, war 1983 zum letzten Mal v\u00f6llig ausgetrocknet. Damals musste die Armee mit Tankwagen voll Wasser zu Hilfe kommen. Auch 2000 war ein D\u00fcrrejahr und die Regierung Malis baute am Banzena-See zwei Bohrl\u00f6cher mit Pumpen, die durch Diesel-Generatoren betrieben wurden. Die beiden Brunnen sind ca. 95 m tief und erreichten den Grundwasserspiegel. Im Januar 2009, als bereits abzusehen war, dass die Trockenzeit \u00fcberdurchschnittlich hart werden w\u00fcrde, wurden die Pumpen wieder instand gesetzt.  <\/p>\n<p>In den vergangen Jahren haben Save the Elephant und die WILD Foundation in Zusammenarbeit mit dem DNCN die Bewegungen der Elefanten mittels neun GPS-Halsb\u00e4ndern geortet und beobachtet. Drei Mal t\u00e4glich werden via Satellit die st\u00fcndlichen Aufenthaltsorte der Elefanten \u00fcbertragen und geben uns so in Echtzeit Informationen \u00fcber die Aktivit\u00e4ten der Elefantenherden. <\/p>\n<p>Mitte Mai kehrte Jake Wall, ein Wissenschaftler von Save the Elephants, zum Banzena-See zur\u00fcck. Er sagte, der See sei fast ausgetrocknet. \u201eF\u00fcr die Touareg und die Pheul ist die Lage ebenso prek\u00e4r, denn auch sie m\u00fcssen ihre Rinder am Banzena-See tr\u00e4nken. Viele K\u00fche sterben jetzt t\u00e4glich, weil sie verdursten oder einfach, weil die Temperaturen mit 50-\u00b0C im Schatten einfach unertr\u00e4glich sind. Der Gestank von verwesenden K\u00f6rpern liegt in der Luft, und was an Wasser \u00fcbrig geblieben ist, riecht faulig und ist g\u00e4nzlich untrinkbar.\u201c Er berichtete von Elefanten, die auf der Mitte des Sees gefangen sa\u00dfen, weil hunderte K\u00fche am Ufer tranken.  <\/p>\n<p>Es gibt jetzt nur noch sehr wenige M\u00f6glichkeiten f\u00fcr die Elefanten, um an Wasser zu kommen und wir beobachten immer unregelm\u00e4\u00dfigere Wanderungen auf ihrer Suche nach Futter und Wasser, immer weiter weg von ihrer \u00fcblichen Wanderroute. \u201eAnfang Mai gab es ein paar kleine Schauer etwa 20 km s\u00fcdlich von Banzena, die ein paar Senken wieder ein bisschen f\u00fcllten. Diese reichten aber nur f\u00fcr ein paar Tage und jetzt m\u00fcssen die Elefanten wieder in den Norden an den fast ausgetrockneten See ziehen.\u201c In einem ausgetrockneten See ca. 50 km \u00f6stlich von Banzena, versuchten sich 6 Bullen zu helfen, indem sie sich auf den Boden Knien und mit ihren R\u00fcsseln so tief wie m\u00f6glich in ein Loch vordringen, das die Touareg gegraben haben, um an das 3 Meter tiefe Wasser zu gelangen. Die j\u00fcngeren Elefanten, die noch nicht so gro\u00df und geschickt sind, k\u00f6nnen das Wasser kaum erreichen. Die langen Wegstrecken, hohen Temperaturen und der geschw\u00e4chte Gesundheitszustand setzen vor allem ihnen zu. Mittlerweile ist auch einer der 6 Bullen verdurstet. <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2009\/06\/image1.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right: 0px; border-top: 0px; border-left: 0px; border-bottom: 0px\" height=\"183\" alt=\"image\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2009\/06\/image-thumb1.png\" width=\"244\" border=\"0\"\/><\/a>  <\/p>\n<p>Jake Wall sagt, \u201cIch habe selbst erlebt, wie schwierig die Situation f\u00fcr die Jungtiere werden kann. Letztes Jahr, w\u00e4hrend einer Aktion in der wir Tiere mit Sendern ausger\u00fcstet haben, sah ich drei Elefantenk\u00e4lber, die in einem Schlammloch gefangen sa\u00dfen &#8211; zusammen mit einer halbw\u00fcchsigen Kuh. Das Altersmuster dieser Gruppe lie\u00df vermuten, dass sie ihre Leitkuh verloren hatten. Die halbw\u00fcchsige Kuh hatte die J\u00fcngeren offensichtlich in eine wasserarme Region gef\u00fchrt. Als sie dann auf dieses Loch stie\u00dfen, das die Hirten zum Tr\u00e4nken f\u00fcr ihre Rinder ausgehoben hatten, sind sie beim Versuch zu Saufen, wohl hineingefallen und im Schlamm stecken geblieben &#8211; f\u00fcr drei Tage! Unser Team zog sie nacheinander heraus, aber sie waren schon so schwach, dass nur das \u00e4ltere Weibchen \u00fcberlebte. Wir haben ihr ein GPS-Halsband angelegt und konnten danach verfolgen, wie rasend schnell sie die 80 km zum Banzena-See zur\u00fccklegte.\u201c <\/p>\n<p>Jake Wall erkl\u00e4rt, dass es f\u00fcr die Elefanten in Gourma dieses Jahr sehr knapp war. Zum Gl\u00fcck haben Ende Mai endlich leichte Regenf\u00e4lle eingesetzt und die Elefanten wieder in den S\u00fcden gelockt. Ansonsten w\u00e4ren sie gezwungen gewesen, am nunmehr v\u00f6llig vertrockneten Banzena-See zu bleiben. Die Stimmung zwischen den Hirten und den Elefanten war inzwischen sehr angespannt und w\u00e4re wohl bald eskaliert. Die Elefanten suchten verzweifelt etwas Ruhe in Banzena und fanden einen Ort, der mit Menschen und Viehherden v\u00f6llig \u00fcbers\u00e4t war. Das ist n\u00e4mlich die eigentliche Trag\u00f6die in Gourma. Die Mali-Elefanten sind normalerweise bemerkenswert tolerant gegen\u00fcber Menschen. Ich habe es selbst schon miterlebt, dass eine Ziege direkt neben dem Fu\u00df eines 6 Tonnen schweren Elefantenbullen graste, der sich davon \u00fcberhaupt nicht beeindrucken lie\u00df. Umgekehrt werden die Elefanten auch von den Nomaden akzeptiert. Sogar das Gegenteil ist manchmal der Fall, denn die Elefanten rei\u00dfen Zweige von den B\u00e4umen, die die Hirten an ihre Ziegen verf\u00fcttern. Au\u00dferdem folgen sie den Elefanten manchmal auf der Suche nach Wasser. Sie haben niemals Elfenbein gewildert oder benutzt. Letztes Jahr sah ich einen halbverwesten Elefantenk\u00f6rper eines gro\u00dfen Bullen. Seine massiven Sto\u00dfz\u00e4hne waren unber\u00fchrt. Doch das Schicksal der Elefanten ist unwiderruflich vernetzt mit den Menschen in Gourma, und wenn sie keine Elefanten-Schutzgebiete bekommen, in die nur sie allein sich zur\u00fcckziehen k\u00f6nnen, werden sie bald ganz aus Mali verschwinden. <\/p>\n<p>Neben dem Einfluss der Menschen, v.a. durch \u00dcberweidung, spielen auch Klimaver\u00e4nderungen und Desertifikation (W\u00fcstenbildung) eine Rolle in der Bedrohung dieser Elefantenherde. Dass Banzena dieses Jahr v\u00f6llig ausgetrocknet ist, k\u00f6nnte nat\u00fcrlich an klimatischen Schwankungen liegen. Aber nicht allein. Es w\u00e4chst kaum noch Gras um den See. Durch Wind und Sonne erodiert der Boden und versandet. Au\u00dferdem schwindet auf dem sandigen Boden auch der Baumbewuchs, und der Boden ist ohne Wurzelwerk nicht mehr in der Lage, Wasser zu halten. Also sinkt letztlich der Grundwasserspiegel.  <\/p>\n<p>Die Elefanten werden dieses Jahr \u00fcberstehen, da der Regen eingesetzt hat und weil ihnen sofort geholfen werden konnte &#8211; durch die Instandsetzung der Wasserpumpen und dem betonierten Wasserspeicher. <\/p>\n\n<!-- Facebook Like Button v1.9.6 BEGIN [http:\/\/blog.bottomlessinc.com] -->\n<fb:like href=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/reaev-hilft-den-wstenelefanten\/\" layout=\"standard\" show_faces=\"false\" width=\"450\" action=\"like\" colorscheme=\"light\" font=\"tahoma\"><\/fb:like>\n<!-- Facebook Like Button END -->\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach einem Hilfeaufruf von Dr. Iain Douglas-Hamilton ( Save the elephants ) an unseren Verein spendeten wir spontan die noch ben\u00f6tigten Gelder zur Umsetzung eines einzigartigen Projektes zur Rettung der letzten W\u00fcstenelefanten in Westafrika. 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