Nairobi Nursery Januar 2016

Freitag, 1. Januar 2016
Ein neues Jahr beginnt, und die Waisen waren in froher Erwartung des neuen Jahres. Alle Babys sehen gesund und munter aus. Sie kamen aus ihren Gehegen und waren sehr verspielt. Angeführt wurden sie von Mini-Leitkuh Oltaiyoni, gefolgt von Mbegu, Dupotto, Sokotei, Olsekki, Boromoko, Enkikwe, Sirimon und Roi. Diese Gruppe älterer Waisen stapften zufrieden in den Wald hinaus und trampelten kleine Büsche nieder. Das erregte die Aufmerksamkeit der Babygruppe, und auch sie jagten trompetend mit in den Busch hinaus.
Die gute Stimmung war allerdings dahin, als die Rabauken Enkikwe und Olsekki versehentlich den kleinen Murit umstießen, der daraufhin stürzte und aufschrie. Oltaiyoni eilte sofort zu ihm, um zu sehen, was los war. Als sie ankam, fand sie Murit auf dem Boden vor, der versuchte, wieder auf die Beine zu kommen. Sie und Mbegu, die auch sofort herbei gerannt war, stützten ihn mit ihren Hinterbeinen. Sobald er wieder stand, nahmen Oltaiyoni und Mbegu ihn in ihre Mitte und eskortierten ihn davon; sie ließen die älteren Jungs zurück, die noch immer wild miteinander rauften und überlegten, wen sie als nächstes herausfordern sollten. Ihre Spiele endeten, als sie bemerkten, dass sie zurückgelassen worden waren, denn Oltaiyoni hatte die Herde inzwischen in den Wald geführt. Sie hatte die beiden mit Absicht ignoriert und sie so für ihr wildes und rücksichtsloses Verhalten bestraft.

Oltaiyoni, die Mini-Leitkuh der Herde

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Ein kleiner Sohn für Ex-Waise Icholta oder Incas Geburt

Icholta wurde 1999 im Marsabit-Nationalpark als neugeborenes Kalb gerettet, als sie in einem austrocknenden Wasserloch feststeckte. Sie wuchs mit ihren Freunden Lolokwe, Edie und Laikipia im Waisenhaus in Nairobi auf, und die drei sind bis heute an ihrer Seite geblieben und leben jetzt alle zusammen ein wildes Leben in Freiheit. Die Freunde wurden im Jahr 2000 alle zusammen in die Auswilderungsstation in Voi gebracht und wurden im Laufe der Jahre wieder zu wilden Elefanten, zusammen mit ihrer fähigen Leitkuh Emily. Emilys Herde verschwindet gerne für längere Zeit, ohne an den Stallungen vorbeizukommen, doch sie sind bisher immer wiedergekommen, um den Keepern, ihrer menschlichen Familie, ihren Nachwuchs zu präsentieren. Und auch diesmal bei Icholta war es nicht anders.

Icholta als neugeborenes KalbIcholta und ihre Freunde als Waisen in Voi im Jahr 2006

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Umani Springs Dezember 2015

Dienstag, 1. Dezember 2015
Ngasha kam zusammen mit Lima Lima aus den Stallungen, und sie begannen, mit ihren Rüsseln Gras zu pflücken, die Erde davon abzuschütteln und es in ihre Münder zu stecken. Sie hatten es eilig, das leckere frische Gras zu fressen, das es dank des Regens im Wald jetzt im Überfluss gibt.
Die anderen Waisen gingen zu Murera, die in aller Ruhe graste. Sie schien an den anderen gerade nicht interessiert zu sein und ließ sich auch von den sehr ruppigen Babys wie Jasiri und Zongoloni nicht stören. Murera erschrak aber, als sie hörte, wie die Keeper laut ihren Namen riefen. Sie stellte sofort ihre großen Ohren auf und versuchte herauszufinden, wo die Stimmen herkamen. Sie war etwas genervt, weil sie gerade einen sehr leckeren Zweig gefunden hatte, doch sie willigte ein und folgte den Keepern.
Am späten Abend war die Zeit für den Heimweg gekommen. Als die Babys fast die Stallungen erreicht hatten, war es schwierig, sie in zwei Gruppen zu teilen, sodass Murera, Sonje und Ziwa nach den anderen ankommen würden. Ziwa und Sonje wollten nicht zurückbleiben, ebensowenig wie Lima Lima, die auch nicht einverstanden war, in der letzten Gruppe zu sein. Sie fürchtete wohl, dass Quanza ihr die Milchflaschen wegschnappen würde. Quanza ist aber ein liebes Mädchen und weiß, wieviel Milch ihr zusteht. Nach ihren zwei Flaschen geht sie zur Tränke oder zum Grünfutter und beschäftigt sich, bis Lima Lima ankommt, die mit ihr im Gehege wohnt. Lima Lima versuchte hartnäckig, ganz vorne zu bleiben, und schließlich gelang es ihr auch; sie fand eine Abkürzung und rannte davon, ehe die Keeper sie daran hindern konnte. So stürmte sie vor allen anderen Waisen in die Stallungen.

Ngasha frisst im Wald

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Ithumba Dezember 2015

Dienstag, 1. Dezember 2015
Am ersten Tag des neuen Monats waren wir mit reichlich Regen gesegnet. Die Waisen kamen schön langsam nacheinander heraus, da es sehr rutschig war. Sie fraßen Luzernenheu, und Kainuk, Orwa und Vuria fühlten sich von den Regenschauern zu ein paar spaßigen Spielen animiert. Sie schienen die Kraft ihrer Stoßzähne zu messen. Barsilinga und Kanjoro kratzten sich ausgiebig und schuffelten ihre Hinterteile an den Granitfelsen, ehe sie alle in den Busch aufbrachen. Die Gegend ist jetzt grün und wunderschön geworden, und die Wasserlöcher sind randvoll. Heute wollten die Waisen aber nicht baden, da es zu kühl war.
Später, gegen Mittag, führte Barsilinga die Waisen zum Schlammloch. Dort war es überall sehr matschig, und die Luft war noch immer sehr feucht. Nach der Milchfütterung führte Bongo daher die Waisen direkt zum Baden ins Wasserloch. Da es durch die Regenfälle gut gefüllt ist, hat sich die Pfütze aus der Trockenzeit in einen See verwandelt, und die Waisen können darin richtig schwimmen und untertauchen. Die erste Gruppe ging furchtlos hinein, doch die Elefanten der zweiten Gruppe mit Kainuk hatten vor den tiefen Stellen etwas Angst. Bald hatten aber auch sie den Dreh raus, und sie spielten alle voller Freude. Vuria drehte sich auf den Rücken und streckte die Beine in die Höhe, während der Rest seines Körpers vollständig unter Wasser war. Auf der anderen Seite des Schlammlochs versuchte unsere Wasserratte Bongo, auf Teleki herumzuklettern, während dieser schwamm. Lediglich die besten Freunde Barsilinga und Kithaka spielten nicht, sondern kühlten sich einfach nur ab. Später kamen sie heraus und gingen direkt zum Grasen in den Busch.
Sobald die Waisen wieder zum Grasen im Busch angekommen waren, wurden sie sehr aktiv. Sie rannten mit aufgestellten Ohren herum, trompeteten und warfen Erdhäufchen in die Höhe. Teleki und Laragai rollten sich in der roten Erde, die noch immer rutschig von den morgendlichen Regenfällen war. Später am Abend gingen sie alle erschöpft von diesem aktiven und unterhaltsamen Tag nach Hause.
Wir haben heute 18mm Niederschlag gemessen. Keiner der unabhängigen oder halbunabhängigen Waisen hat sich heute sehen lassen, auch keine wilden Elefanten. Das ist ungewöhnlich und liegt wohl an den Regenfällen; zu solchen Festtagen ändert sich der übliche Tagesablauf der Elefanten schon einmal.

Barsilinga kratzt sich ausgiebig

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