Nairobi Nursery September 2014

Montag, 1. September 2014
Jedes einzelne der Waisenhausbabys hat seinen ganz eigenen Charakter, die meisten sind sehr verspielt und energiegeladen. Kauro ist besonders aktiv und versucht unentwegt, auf den anderen Babys in der Babygruppe herumzuklettern. Wenn sich ein Baby hinlegt, dauert es keine zwei Sekunden, bis die Nervensäge Kauro herbei geeilt ist. Meistens ist es Mbegu, die seine Dummheiten ertragen muss. Heute im Busch spielte Oltaiyoni mit ihrem Adoptivbaby Mbegu und Mbegu rollte sich auf dem Boden herum, was die Aufmerksamkeit von Sokotei auf sich zog, der den Spaß mitmachte. Es war toll anzuschauen, wie die drei Waisen zusammen spielten, im Staub herumrollten und den Sonnenschein genossen. Dann aber entdeckte Kauro die auf dem Boden liegende Oltaiyoni und es dauerte natürlich nicht lange und er begann, auf ihr herumzuklettern. Sokotei war gar nicht begeistert von Kauros Dummheiten und stand sofort auf. So sehr er es doch versuchte, die anderen beachteten ihn gar nicht. Später am Tag, während der privaten Besuchsstunde um 15 Uhr, wiederholte Kauro sein Theater, doch dieses Mal hing er an Rorogoi, die dieses Verhalten nicht akzeptierte und den kleinen frechen Kerl zu Boden stieß, um ihm ein paar Manieren beizubringen. Er verstand das – für kurze Zeit, doch es dauerte nicht lange und er war wieder ganz er selbst und fing wieder mit seinen Dummheiten an.

Kauro, drauf und dran die arme Mbegu zu besteigen

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Die Rettung von Dupotto

Am 9. August wurde Angela Sheldrick von Mark Goss informiert, dass ein verwaistes Elefantenkalb vom KWS und den „Mara Elephant Project“-Beobachtern gerettet worden war. Zu dem Zeitpunkt war das Kalb bereits auf der Ladefläche eines Landcruisers auf dem Weg zum Maasai Mara Kichwa Tembo-Flugfeld, um dort auf das Rettungsteam des David Sheldrick Wildlife Trust zu warten. Sie wurde alleine und verlassen im Dupoto-Gebiet in der Transmara gefunden, einem großen Waldstück oberhalb der Klippe.

 


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Die Rettung von Embu

Ende Juli nahmen die für den Mount Kenya Nationalpark verantwortlichen KWS-Wildhüter mit Angela Sheldrick Kontakt auf und berichteten von einem verwaisten Elefanten, der gelegentlich an den bewaldeten Hängen des Mount Kenya auf der Embu-Seite des Bergs gesehen worden war. Ein Rettungsversuch würde nicht nur aufgrund der Beschaffenheit der Umgebung schwierig, sondern auch weil das nächstgelegene Flugfeld gerade vom kenianischen Militär genutzt und daher für zivile Flüge gesperrt war. Dieser Kalb musste also eingefangen werden und dann die fünfstündige Fahrt nach Nairobi über sich ergehen lassen. Das war keine günstige Situation.

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Ziwa kehrt nach Nairobi zurück

Ziwa ist seit seinem Umzug nach Ithumba nicht so recht aufgeblüht. Im Gegenteil, er ist immer schwächer geworden und das ging so weit, dass er am 17. September sogar zu schwach war, um auf die Beine zu kommen und eine Infusion benötigte. Wir entschieden sofort, ihn nach Nairobi zurückzufliegen. Ziwa ist nun schon ein großer Elefant und fast schon zu schwer, um im Cessna Caravan Flugzeug transportiert zu werden. Wir beschlossen, diese letzte Gelegenheit zu nutzen, ihn nach Nairobi zurückzubringen, denn dort können wir ihn besser beobachten, für ihn sorgen und durch regelmäßige Bluttestes sein Problem besser verstehen.

 


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Die Waisen im August

Monatsbericht für die Nursery-Gruppe: August 2014

 

Viele Neuzugänge hatten wir diesen Monat! Am 2. August kam ein ca. anderthalbjähriges, völlig ausgemergeltes kleines Weibchen vom Mount Kenya bei uns an. Von der Kenianischen Wildtierbehörde (KWS) benachricht, hatte unsere Mobile Tierärztliche Einheit in Meru dabei geholfen, sie zu bergen und nach Nairobi zu fahren. Fliegen war dieses Mal nicht möglich, weil der Embu Flugplatz derzeit vom kenianischen Militär genutzt wird und für den Öffentlichen Luftverkehr gesperrt ist. Dem Verlust ihrer Familie und der Rettung folgte nun also auch noch eine anstrengende Autofahrt. Sie schien schon lange ohne Mutter gewesen zu sein, denn sie war furchtbar abgemagert und voll mit Würmern. Die ersten Tage waren ziemlich nervenaufreibend, denn sie verlor mehrmals das Bewußtsein. Aber im Laufe des Monats schien es ihr besser zu gehen.

Nur fünf Tage später traf ein winziges Kalb aus den entlegenen Ndoto-Bergen in Nord-Kenia bei uns ein. Das offenbar neugeborenene Elefantenbaby wurde in eine Decke gewickelt und mußte mit einem Hubschrauber direkt in die Nursery eingeflogen werden. Der kleine Bulle bekam eine Blutplasmatransfusion mit allen für Elefantenbabys nötigen Antikörpern, weil er von seiner Mutter wahrscheinlich nie das lebenswichtige Kolostrum (die Erstmilch) bekommen hat. Wir nannten ihn Ndotto, mit nur kleiner Abänderung des Namens seines Fundortes.

Am 9. August kam schon das nächste Kalb – dieses Mal aus der Masai Mara. Es handelte sich um ein etwa fünf Monate altes Weibchen namens Dupotto. Sie hat sich sehr schnell eingelebt, schien nach kurzer Zeit aber regelrecht depressiv. Ihre Stimmung heiterte sich erst bei der Ankunft von Klein Embu wieder auf. Es dauerte nicht lange und die beiden waren unzertrennlich.

Am 19. August wurde im Amboseli Nationalpark völlig unerwartet und unter der Leitung des KWS-Tierarztes Dr. Njoroge eine Baby-Giraffe geborgen und in die Nursery gebracht. Balguda mußte in ein anderes Nachtlager umziehen, was aber ohnehin lange überfällig war. Unsere Giraffe Kili hat sich schnell an den Alltag in der Nursery gewöhnt und die Keeper haben ihre Kenntnisse erweitert – denn eine Giraffe mit der Milchflasche zu füttern braucht Geschick im Klettern und Balancieren!

Leider haben wir im August den kleinen Arabukko verloren, ein kleines Kalb, das Ende letzten Monats aus dem Arabuko-Sokoke-Wald in Malindi zu uns gekommen war. Nach nur einer Woche bekam er schweren Durchfall und konnte trotz Rund-um-die-Uhr-Versorgung nicht gerettet werden. Murit, der ebenfalls seit Juli bei uns lebt, wuchs aufgrund einer anhaltenden bakteriellen Infektion fast gar nicht, weil er die ganze Zeit Medikamente nehmen mußte. Inzwischen scheint es aber bergauf mit ihm zu gehen.

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