Die Monate Juli bis September wurden durch die sogenannte große Trockenzeit geprägt, die normalerweise bis in den Oktober andauert. Dieses Jahr zeigte sie sich vergleichsweise mild und es gab weiterhin ausreichend Weideland für die Elefanten und anderen Tiere. Das Gras wurde allmählich trockener und wechselte seine Farbe zu einem tiefen Goldton, was der Landschaft einen sehr schönen Anblick verlieh. Wichtiger war allerdings, dass die Vegetation den Elefanten ausreichend Nahrung bot. Daher befanden sie sich in besserer körperlicher Verfassung als es zu dieser Jahreszeit sonst gewöhnlich der Fall ist.
Die noch verfügbaren Weideflächen schrumpften allerdings im Laufe der Monate und beschränkten sich schließlich weitgehend auf den zentralen Teil des Amboseli Nationalparks, wo auch die Sümpfe liegen, welche das ganze Jahr Wasser und Nahrung bieten. Daher zogen immer mehr Zebras und Gnus in den Park zurück. Viele Elefantenfamilien folgten ihrem Beispiel und hielten sich vor allem in den Sümpfen auf. Dem Team des Amboseli Trust for Elephants (ATE) bot sich jetzt eine gute Möglichkeit, seine Aufzeichnungen für jene Familien zu aktualisieren, die sich den größten Teil des Jahres weiter entfernt aufhalten. Außerdem kam es häufig zu Begegnungen zwischen verschiedenen Elefantenfamilien, wobei interessante Interaktionen beobachtet werden konnten. Die Geburtenrate lag weiterhin über dem Durchschnitt, wodurch sich der Babyboom des Jahres 2025 fortsetzte.
Das zweite Quartal 2025 begann für die Elefanten in Amboseli mit den besten Bedingungen, was der ungewöhnlich früh bereits im März gestarteten Regenzeit zu verdanken war, die sich mit ergiebigen Regenfällen im April und Mai fortsetzte. Amboseli verwandelte sich dadurch einmal mehr in ein üppig-grünes Paradies. Und passend dazu gab es einen enormen Anstieg an Geburten von Elefantenkälbern! Seit März hatte das Team des Amboseli Trust for Elephants (ATE) bereits 108 neue Babys entdeckt. Es ist auch für die langjährigen Mitarbeiterinnen des Trust eine besondere Zeit, wenn sie so einen Babyboom erleben dürfen – selbst wenn sie dieses Mal damit gerechnet hatten. Die Verluste durch die Dürre des Jahres 2022 hatten zur Folge gehabt, dass viele Elefantenkühe im Jahr 2023, während der nächsten Regenzeit, in den Östrus gekommen waren. Und deshalb gab es jetzt, 22 Monate später, die vielen neuen Elefantenbabys. Dabei war dies erst der Anfang! Vermutlich werden im Laufe des Jahres noch viele weitere Kälber zur Welt kommen.
Auch die HA-Familie hat ein neues Kalb
Die Feldforscherinnen des ATE hatten daher jetzt vor allem die schöne Aufgabe, die Elefantenfamilien nach neugeborenen Babys zu durchsuchen. Auch wenn viele Familien sich oft außerhalb des Parks aufhielten und manche, wie die FBs, überhaupt nicht gesehen wurden, so waren mehrere doch zumindest gelegentlich im Park anzutreffen, beispielsweise die AAs, EBs, GBs, HAs, KBs, LBs, PAs und ZCs. Auch Bullen konnten immer wieder entdeckt werden –wie Eloi oder Wellington.
Einigen Familien begegneten die Feldforschungsteams des ATE sogar regelmäßig – wie den AAs, die nach wie vor ein ziemlich standorttreues Verhalten zeigten. Vor allem Angelina hielt sich mit ihrer Gruppe oft in der Nähe des ATE-Camps auf, so dass ihr das Team oft auf dem Weg vom Camp in die Savanne und zurück begegnete. Im Mai sorgte sie allerdings einmal für eine Überraschung, als sie zusammen mit den SB-, YA- und JA2-Familien weit draußen im Westen des Parks entdeckt wurde. Diese anderen Familien sind im Gegensatz zu den AAs Stammgäste in diesem Teil des Parks, und Angelina überraschte das ATE-Team, als sie sich dominant verhielt und die anderen Familien verjagte. Elefanten sind grundsätzlich sehr soziale Tiere, die sich gerade auch in Zeiten mit gutem Nahrungsangebot gerne in großen Gruppen, bestehend aus mehreren Familien, zusammenschließen. Trotzdem ist Dominanz eine wichtiges Element in ihrem Sozialsystem, und die Rangordnung muss immer wieder einmal geklärt werden.
Angelina mit den AAs und vier weiteren Familien im Sumpf
Weibliche Elefanten bleiben in der Regel ihr Leben lang in ihrer Geburtsfamilie, wenngleich es auch Ausnahmen gibt, und neueren Erkenntnissen zufolge scheinen Freundschaften der Kitt zu sein, der die Gruppen zusammenhält. Da bei Elefanten Freundschaften im Laufe der Zeit meistens stärker werden, hat dies natürlicherweise zur Folge, dass zwischen den Mitgliedern einer Familie, die sich von Geburt an kennen, meistens besonders starke Freundschaften bestehen. Die Dominanz innerhalb wie außerhalb der Familien wird zwar durch Alter und Führungsqualitäten beeinflusst, bestimmt aber nicht den sozialen Zusammenhalt. So können Familien auch nach dem Verlust einer Matriarchin ihre Bindungen untereinander bewahren – auch wenn es natürlich Beispiele von zeitweiser oder dauerhafter Aufsplitterung gibt. Freundschaften und Dominanz bestimmen beide das Zusammenleben der Elefanten auf unterschiedliche Weise.
Was Amboseli einzigartig macht, ist die Möglichkeit, hier diese sozialen Veränderungen im Laufe der Zeit zu verfolgen. Doch dies ist nur möglich, weil ATE die hier lebenden Elefanten seit mehr als 50 Jahren beobachtet und dabei jedes einzelne Tier sowie seine Beziehungen zu den anderen Elefanten kennt. So wurden dauerhafte Familientrennungen, die Bildung von Bindungsgruppen und sogar seltene Fälle dokumentiert, in denen einzelne Elefanten sich nicht verwandten Familien angeschlossen haben. Außerdem zeigen die Daten aus den ATE-Forschungen deutlich, dass Elefantenkühe soziale Entscheidungen bewusst treffen – und nicht nur aus Instinkt. Ihre Treue gegenüber ihren Verwandten und Freunden, gepaart mit ihrer Flexibilität im Umgang mit Herausforderungen, zeigen, wie Elefantenfamilien sich anpassen, um zu überleben. Diese Erkenntnisse sind nicht nur faszinierend, sondern auch von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung von Maßnahmen, die dem Schutz der Elefanten in ganz Afrika dienen.
AA-Familienmitglieder, von links: Ann, Alfre mit Kalb und Abra
Ende Mai traf Angelina wieder auf den Rest der AAs, und man konnte die ganze Familie zusammen sehen: Angelina, Aurora B, Ava, Anghared, Ann, Abra und Althea zusammen mit ihren Kälbern. Sie wurden dabei beobachtet, wie sie gemeinsam in Richtung Sumpf wanderten und unterwegs miteinander interagierten. Dabei wurden sie von Wellington begleitet, einem 31-jährigen unabhängigen Bullen, der ursprünglich aus der WA-Familie stammte. Wellingtons Mutter war Willa, und er hat noch zwei lebende Geschwister, Winona und Willard. Wellington blieb den ganzen Juni über in der Nähe von Anghareds Gruppe, weidete mit ihnen und folgte ihren Wegen.
Es ist nicht ungewöhnlich, dass unabhängige Bullen sich für gewisse Zeit mit weiblichen Gruppen zusammenschließen. Dadurch können sich Gelegenheiten für den Aufbau sozialer Bindungen, das Trainieren von Paarungsverhalten und ganz allgemein für die Entstehung von Kameradschaft ergeben – etwas, das für eine so soziale Spezies wie Elefanten enorm wichtig ist.
Eloi ist bereits ein imposanter Bulle
Für große Freude sorgte die Entdeckung, dass Ava und Akilina – Anghareds Tochter – je ein weibliches Kalb zur Welt gebracht hatten. Für Akilina war es sogar ihr erstes Kalb, wodurch Anghared nun auch erstmalig Großmutter wurde. Elefanten legen großen Wert auf ihre familiären Bindungen, und neugeborene Kälber werden oft von einem Netzwerk von Verwandten versorgt. Großmütter sind besonders fürsorglich und lassen ihre Enkelkinder sogar an ihrer Brust saugen, wenn sie selbst Milch haben.
Die EBs waren zunächst außerhalb des Parks unterwegs gewesen, kehrten aber im Juni zurück und verbrachten mehrere Tage in der Nähe des ATE-Camps. Für das Team war es wunderbar, sie wiederzusehen – Ebony, Enid, Elspeth, Echeri, Eugenie, Eleanor und Eliot –, wie sie sich zwischen den Palmen in der Nähe des Wegs zum Camp versammelt hatten. Noch aufregender war die Ankunft von vier neuen Kälbern. Enid hatte einen erst zehn Tage alten Jungen und ihre Tochter Elise einen zwei Wochen alten Sohn. Eleanor hatte ein etwa vier Wochen altes weibliches Kalb an ihrer Seite und Echeri, ein Mädchen, das etwa drei Wochen alt war, als es im Juni zum ersten Mal gesehen wurde. Dank dieser vier Neuzugänge wirkte die Familie lebhaft und gut gelaunt. Die Kälber waren verspielt und selbstbewusst und wurden von ihren aufmerksamen und erfahrenen Babysittern genau beobachtet.
Mit 43 Jahren hat Echos Tochter Enid die Führungsrolle, die einst ihre Mutter innehatte, vollständig übernommen. Sie erinnert die langjährigen Mitarbeiterinnen des ATE in vielerlei Hinsicht an Echo – in ihrer Entscheidungsfindung, ihrer Gelassenheit und ihrem Selbstvertrauen. Obwohl sie nicht die Älteste in der Familie ist, übernahm Enid nach Echos Tod die Führung. Eudora, jetzt 53, ist die älteste Kuh in der Gruppe, hat aber nie die gleiche Neigung zur Führung gezeigt. Die Langzeitforschung hat gezeigt, dass das Alter zwar ein entscheidender Faktor für die Führung bei Elefanten ist, doch auch Persönlichkeit und Erfahrung spielen eine wichtige Rolle spielen.
GBs mit spielenden Kälbern
Die GBs sind eine der größten Familien in Amboseli und hatten nun noch Zuwachs durch sieben neue Kälber erhalten, sechs männliche und ein weibliches. In Gails Gruppe hatten Gmail, Gamawa und Galileo männliche Kälber und in Goldas Gruppe Geeta, Ghost und Gatzamba ebenfalls Söhne und Geri als einzige eine Tochter. Geri ist zum ersten Mal Mutter geworden und eine Tochter von Graca, die 2014 verstorben ist. Geri war damals erst zwei Jahre alt, aber sie überlebte dank der Liebe und Unterstützung ihrer Großfamilie. Zum Glück für Geri lebt ihre Großmutter Georgia noch und gibt ihr die dringend benötigte Unterstützung auf ihrem Weg zur Mutterschaft.
Auch die KBs haben an der Freude über den aktuellen Babyboom teilgehabt, denn sowohl Kendall als auch Kigali hatten weibliche Kälber zur Welt gebracht. Besonders rührend war zu beobachten, wie aufmerksam die junge Kalybar sich um Kigalis Neugeborenes kümmerte. Als das ATE-Team sie zum ersten Mal sah, war Kalybars Verhalten so mütterlich – sie blieb in der Nähe, säugte das Kalb und folgte ihm ständig, so dass es zunächst aussah, als sei sie die Mutter. Erst später wurde das Kalb eindeutig mit Kigali beobachtet.
Derart fürsorgliche Kindermädchen sorgen gelegentlich zunächst für etwas Verwirrung. Wozu auch beiträgt, dass die neugeborenen Kälber tatsächlich oft eine starke Bindung zu diesen sogenannten „Allomüttern“ aufbauen.
Kendall von den KBs mit ihrem jüngsten Kalb
Sowohl die PC- als auch die PC2-Familie wurden in diesem Quartal gesichtet, und auch sie konnten neue Familienmitglieder begrüßen. Pink brachte Anfang April und Petula Ende Mai je ein männliches Kalb zur Welt. Pinks Kalb ist besonders selbstbewusst und aufgeschlossen. Einmal hat es sogar das Forschungsfahrzeug spielerisch angegriffen und bei einer anderen Gelegenheit Enids Kalb aus der EB-Familie umgestoßen. Beide Kälber spielten zunächst miteinander, aber die Aktion eskalierte und endete damit, dass Enids Kalb umgeworfen wurde. Pinks Kalb rannte dann frech auf das Forschungsfahrzeug zu, blieb aber abrupt stehen, vielleicht weil es merkte, dass es zu weit gegangen war – was das Forschungsteam zum Lachen brachte. Beide Mütter blieben währenddessen unbeeindruckt und ließen ihre Kälber ruhig spielen und interagieren. Ihre Toleranz spiegelt auch eine tief verwurzelte Vertrautheit mit dem Forschungsteam wider, da viele dieser Mütter die ATE-Fahrzeuge seit ihrer eigenen Kindheit kennen. Dieses Vertrauen wurde über Jahrzehnte hinweg durch ständige Präsenz und sorgfältige, ethische Beobachtungsmethoden aufgebaut. Dadurch erhielt ATE einen einzigartigen Zugang zur Welt der wilden Elefanten und konnte Kenntnisse über das Wesen, das Verhalten und die Bedürfnisse der Elefanten erlangen, die unser Wissen über Elefanten enorm bereichert haben und die wesentliche Voraussetzungen sind, um das Überleben in der Wildnis sicherzustellen.
Diese Zeit des Überflusses steht in krassem Gegensatz zu den Herausforderungen, denen Elefanten in ganz Afrika gegenüberstehen: Wilderei, Konflikte mit Menschen und der Verlust ihres Lebensraums bedrohen weiterhin akut ihr Überleben. Selbst in Amboseli hatte der Übergang von traditioneller Viehzucht zu Ackerbau außerhalb des Parks zu einer Zunahme an Konflikten zwischen Menschen und Elefanten geführt. Das ATE-Team unternimmt gemeinsam mit seinen Partnern alles in seiner Macht Stehende, um Lösungen für diese Probleme zu entwickeln und den Elefanten einen Lebensraum zu sichern, in dem sie frei und sicher leben können. Diese Arbeit ist alles andere als einfach, aber Aufgeben kommt für Cynthia Moss und ihr Team nicht in Frage!
Die LB-Familie im Sumpf
Zu den vielfältigen Aktionen, die das ATE-Team aus diesem Grund durchführte oder unterstützte gehörten eine neue Info-Kampagne für richtiges Verhalten gegenüber Elefanten. Dabei wird mit den Ältesten der Massai zusammengearbeitet, um deren traditionelles Wissen mit neuesten Forschungsergebnissen zu verbinden und dadurch effektive und leicht umsetzbare Verhaltensweisen zu entwickeln, die Menschen helfen bei Begegnungen mit Elefanten Konflikte zu vermeiden. Dies ist umso wichtiger, als Umfragen gezeigt haben, dass im Laufe der Zeit viele traditionelle Kenntnisse verloren gegangen sind.
Im März und Mai unterstützte der ATE 40 Gemeindemitglieder aus dem gesamten Amboseli-Ökosystem, um an dem Workshop „Trainer of Trainers” der Organisation Save the Elephants (STE) teilnehmen zu können. Hier ging es darum, die von STE entwickelte „Toolbox für die Koexistenz von Menschen und Elefanten” kennenzulernen. Einen Schwerpunkt bildete die Vermittlung von Methoden, um Felder auf gewaltfreie Weise vor Elefanten zu schützen. Denn es ist klar: Der Schutz von Farmen ist ein wichtiges Anliegen, das man ernst nehmen muss, wenn man das Überleben der Elefanten sicherstellen will.
Auch die ZC-Familie ist zurückgekehrt
Der ATE und seine Partner leisten unverzichtbare, wertvolle Arbeit, um im Amboseli-Ökosystem ein friedliches Zusammenleben zwischen Elefanten und Menschen sicherzustellen. Wir sind dem gesamten Team sehr dankbar für ihr großartiges, nicht immer leichtes, Engagement und freuen uns, sie auf ihrem Weg zu unterstützen.
August und September brachten kühleres und trockeneres Wetter nach Amboseli. Im September ist es zudem oft sehr windig und die Luft voller feinem Staub, der überall eindringt. Doch wenn es auch manchmal etwas trostlos aussieht, so sind diese Monate doch ein Teil des natürlichen Zyklus der Jahreszeiten in Amboseli. Und durch die zu Jahresbeginn ergiebigen Regenfälle befand sich auch jetzt die Vegetation noch immer in einem guten Zustand, so dass die Wildtiere genügend Ressourcen hatten, um zurecht zu kommen. Viele Gnus und Zebras kehrten in den Park zurück, da die Vegetation außerhalb des Parks nun allmählich knapper wurde. Auch die Elefanten kehrten in großer Zahl zurück und schlossen sich jenen an, die während der Regenzeit im Park geblieben waren. So begegnete das ATE-Team häufig Familien wie den AAs, EBs, FBs, GBs, KAs, LCs und PCs. Oft schlossen sich diese in großen Verbänden zusammen. Die GBs wurden mehrfach in solchen Versammlungen entdeckt. Diese Zusammenschlüsse zeigen besonders deutlich, wie sozial Elefanten veranlagt sind. Sie entwickeln komplexe Netzwerke aus Beziehungen, die weit über die eigene Familie hinausreichen.
Lynx mit einem Teil der LA1-FamiliePhoenix besitzt einen besonders ungewöhnlichen Stoßzahn
Die vielen Elefantenkühe, die jetzt im Park anzutreffen waren, lockten auch viele Bullen an, die nach paarungsbereiten Kühen Ausschau hielten. Isaiah und Toby II waren zwei von ihnen, welche das ATE-Team gut kennt. Die vielen Elefanten, denen das ATE-Feldteam nun begegnete, sorgten auch für viel Beschäftigung. Norah, Katito und ihre Kolleginnen nutzten die günstige Gelegenheit, um die demografischen Daten auf den neuesten Stand zu bringen. Die Überwachung der Elefanten gehört seit über 50 Jahren zur Routine der Forscherinnen, aber sie ist nach wie vor eine anspruchsvolle Aufgabe. Da die Kälber wachsen und dabei ihr Aussehen verändern, müssen die ID-Fotos laufend aktualisiert werden, vor allem bei den männlichen Tieren, um sicherzustellen, dass man sie auch weiter identifizieren kann, wenn sie unabhängig werden
Isaiah
Toby II
In den letzten Jahren hatten Cynthia Moss und ihr Team ein Forschungsprojekt über junge Bullen und ihren Weg in die Unabhängigkeit durchgeführt. Die Studie brachte neue und interessante Einblicke in das Leben junger männlicher Elefanten und hat die Schutzstrategien des ATE weiter vorangetrieben. Junge Bullen wandern über riesige Entfernungen, dringen zu neuen Populationen vor und gehen dabei viel größere Risiken ein als Kühe oder ältere Bullen. Die Ergebnisse der Studie haben auch dazu beigetragen, bestimmte Gebiete als Korridore für Elefanten zu sichern, damit sie weiterhin in der Lage sind ihre Wanderungen durchzuführen.
Das Feldforschungsteam des ATE stützt sich vor allem auf zwei sehr erfahrene Frauen, Norah und Katito, die absolute Expertinnen auf ihrem Gebiet sind. Inzwischen engagieren sie sich auch dabei, der nächsten Generation von Kenianern ihre Fähigkeiten beizubringen, damit diese Arbeit noch lange fortgesetzt werden kann.
Cecilia, eine Praktikantin beim ATE, und Norah
So hatte der ATE in den letzten Monaten einer jungen Praktikantin Einblicke in die Arbeit der Feldforschung ermöglicht, in der Hoffnung, sie für die Mitarbeit und Fortführung dieses Projekts zu interessieren. Sie heißt Cecilia Parsae und ist eine Frau aus der lokalen Massai-Gemeinde. Grundvoraussetzung für die Arbeit in der Feldforschung ist es zu lernen, wie man die Elefanten identifiziert. Hierfür benötigt man etwa ein Jahr konsequenter Arbeit vor Ort, so dass Hingabe und Leidenschaft für die Elefanten eine notwendige Voraussetzung sind. Cecilia ist jetzt noch kein festes Mitglied des Teams, aber sie wird es hoffentlich in den kommenden Monaten werden. Bis jetzt genießt sie ihre Zeit in Amboseli und lernt so viel wie möglich über Elefanten und die Arbeit mit ihnen.
Norah (2. von links) mit ihren Schülern: Cecilia Parsae (links), Dr. Anna Estes (2. von rechts) und John Makindi (rechts)
ATE vermittelt seine Kenntnisse auch anderen Organisationen. So führte Norah im September eine Schulung für zwei Mitglieder des Greater Serengeti Elephant and Ecosystem Project durch. John Makindi und Dr. Anna Estes wurden in den Bereichen Altersbestimmung und Geschlechtsbestimmung im Feld, schnelle Altersbestimmung und Gruppendynamik geschult. Zu ihnen gesellte sich auch Cecilia, die dabei ihre Fähigkeit, Elefanten zu identifizieren, erweiterte und noch mehr über ihr Verhalten und ihre Biologie lernte.
Cecilia lernt, das Alter eines verstorbenen Elefanten anhand seines Kiefers zu bestimmen
Die AAs wurden besonders oft gesehen, und es geht allen gut. Arden und Airstreams neue Kälber entwickeln sich hervorragend und sind gute Freunde geworden. Ende August erhielt das Team des ATE den Anruf eines Tour-Guides, der berichtete, dass er eine Elefanten-Geburt knapp verpasst hatte. Er schickte aber ein Foto des frisch geborenen Kalbes und seiner Mutter, welche das Team sofort als Anghared erkannte, die ein männliches Kalb zur Welt gebracht hatte. Die AA-Familie hat dieses Jahr bereits mehrere neue Familienmitglieder bekommen und scheint sich langsam von den Verlusten zu erholen, die sie während der letzten Dürre erlitten hatte. Wir freuen uns sehr über die neuen Familienmitglieder und hoffen, dass sie sich weiter so positiv entwickeln werden.
Auch die EBs wurden in den letzten Monaten regelmäßig gesehen, und alle Familienmitglieder scheinen gesund zu sein. Das ATE-Team geht davon aus, dass mehrere Kühe Nachwuchs erwarten. Allerdings ist bis jetzt noch keines zur Welt gekommen. Es ist also noch etwas Geduld gefragt.
Elif von den EBs versucht, einen Geruch zu identifizieren
Enid, die Matriarchin, scheint sich von ihrer schlechten körperlichen Verfassung erholt zu haben, und ihr Verhalten, das auf Krankheit oder Depressionen (oder beides!) hindeutete, hat sich deutlich geändert. Nach dem Verlust ihres Kalbes und während der jüngsten Dürre war sie nicht mehr sie selbst gewesen, zog sich oft zurück und verlor etwas an Kondition. Ihre Tochter Elise blieb aber immer an ihrer Seite. Die Bindung zwischen den beiden ist sehr stark, was typisch für Mutter-Tochter-Beziehungen bei Elefanten ist.
Enid, die Matriarchin der EB-Familie
Eliot sah ebenfalls sehr gut aus, und ihr Kalb erwies sich als wahnsinnig kontaktfreudig und verspielt. Bei einer Gelegenheit beschloss Eliots Kalb, mit dem ATE-Forschungsfahrzeug zu spielen, indem es auf dieses zurannte, einen Angriff vortäuschte, sich spielerisch drehte und laut trompetete. Eliot und die anderen älteren Kühe hielten sie nicht zurück und versuchten auch nicht, das Spiel zu beenden. Ein schöner Beleg für das Vertrauen, das zwischen ihnen und dem ATE-Team herrscht.
Eliots verspieltes Baby
Sowohl Enids als auch Edwinas Teil der Familie kommen regelmäßig in das ATE-Camp und wecken das Team manchmal in der Nacht auf, da sie ganz in der Nähe der Zelte weiden. Alle aus dem Team lieben es, wenn die EBs im Camp sind, auch wenn dadurch die eine oder andere Ruhestörung verursacht wird! Außerdem: Wie könnte man besser wieder einschlafen als mit der Gewissheit, dass Elefanten das Zelt umgeben und bewachen?
Eliot in der Nähe des ATE-Camps
August und September waren also sehr angenehme Monate für die Elefanten in Amboseli, und das Team des ATE freute sich mit ihnen über die guten Bedingungen. Nur ein Problem bereitete dem ATE-Team noch immer Sorgen: Die Trophäenjagd im benachbarten Norden Tansanias. Diese war letztes Jahr nach fast 30-jähriger Pause wieder genehmigt worden und bedroht auch einen Teil der Elefanten Amboselis, vor allem die großen Bullen, wenn diese auf ihren regelmäßigen Wanderungen die Grenze zu Tansania überqueren. Trotz allen Einsatzes des ATE und anderer NGOs, die tansanische Regierung zu einem erneuten Jagdverbot zu bewegen, kann leider noch von keinem Erfolg berichtet werden.
Allerdings hätten im Juli eigentlich die neuen Jagdquoten bekanntgegeben werden sollen, was aber bis jetzt noch nicht erfolgt ist. Außerdem gibt es Informationen, wonach die kenianische und tansanische Regierung endlich Gespräche aufgenommen haben, um für dieses Thema eine Lösung zu finden. Das lässt hoffen, dass die Gefahr durch Trophäenjagd für die Elefanten Amboselis doch wieder beendet werden kann.
Cynthia Moss und ihr Team werden weiter alles in ihrer Macht stehende tun, um dieses Ziel zu erreichen. Wer sie dabei unterstützen möchte, kann ihre Petition unterzeichnen, mit der sie die tansanische Regierung auffordern, die Trophäenjagd im Norden des Landes wieder zu beenden. Hier der Link zur Petitionsseite:
Außerdem wäre es sehr hilfreich, Appelle an die Botschaften Kenias und Tansanias zu senden, und diese ebenfalls aufzufordern, sich für eine Beendigung der Jagd auf Elefanten in Nord-Tansania einzusetzen. Wir haben hierfür zwei Musterbriefe vorbereitet, jeweils in Deutsch und Englisch, sowie eine Liste der Adressen der Botschaften in Deutschland, Österreich und Schweiz. Hier die Links zu diesen Seiten:
Dezember 2023 und Januar 2024 waren für alle in Amboseli eine glückliche Zeit. Dank äußerst reicher Regenfälle hatten die Elefanten geradezu ein Überangebot an frischer, grüner Vegetation. Im Dezember wurden 47,5 mm und im Januar beeindruckende 261 mm Niederschlag gemessen. Damit lagen diese zwei Monate bereits weit über dem Jahresdurchschnitt. Der Park und die umliegende Landschaft waren wie verwandelt, und die Elefanten konnten die guten Zeiten genießen. Viele von ihnen versammelten sich in den offenen Grasebenen, die den Park umschließen. Manchmal waren Hunderte von Elefanten zusammen! Dank des reichen Nahrungsangebots erholten sie sich schnell, und die meisten von ihnen befanden sich bereits Ende Januar wieder in bester körperlicher Verfassung.
Die Monate Oktober und November brachten Amboseli den Beginn einer neuen Regenzeit. Im Oktober hielten sich die Niederschläge zwar noch sehr in Grenzen – es waren gerade einmal 2 ml Niederschlag im gesamten Monat gefallen -, doch im November gab es dann tatsächlich endlich ergiebige Regenfälle. Die teils heftigen Niederschläge brachten eine große Erleichterung für das Land und seine Bewohner mit sich. Innerhalb des Parks, im Camp des Amboseli Trust for Elephants (ATE), wurden insgesamt 193,5 ml gemessen, und außerhalb regnete es noch weit mehr. In den Chyulu Hills fielen beispielsweise über 500 ml Regen. Einige Gebiete wie Mbirikani wurden komplett überschwemmt, und andernorts waren Straßen überflutet und unpassierbar. Trotzdem bewirkten die Niederschläge bei den meisten Menschen große Erleichterung, denn sie bewirkten, dass die Nahrungsmittelproduktion für die Menschen und ihr Vieh für einige Zeit wieder gesichert ist.
Auch die Elefanten und viele andere Wildtiere profitierten von den Regenfällen, denn ihnen standen nun viele neue, temporäre Wasserstellen zur Verfügung sowie Weideflächen, die sonst aufgrund von Wassermangel nicht zugänglich sind. Das reiche Nahrungsangebot führte auch zu einer deutlichen Reduzierung der Konkurrenz zwischen Wildtieren und dem Vieh der lokalen Bevölkerung.
Die Elefanten finden jetzt überall ausreichend Nahrung.
Spielende Jungbullen
Die Elefanten haben die üppigen Bedingungen gut genutzt und in relativ kurzer Zeit deutlich an Kondition zugelegt. Oft versammelten sie sich in großen Herden, die teilweise aus mehr als 300 Tieren bestanden, die sich begrüßten, zusammen weideten und miteinander spielten. Viele Kühe waren paarungsbereit, und einige Bullen, darunter Pascal, kamen in die Musth. Das führte zu einer Vielzahl aufregender Interaktionen.
Ein Bulle auf der Suche nach paarungsbereiten Kühen
Pascal, der 1980 geborene Sohn Patricias aus der PC-Familie, führt schon seit vielen Jahren ein von seiner Familie unabhängiges Leben. Er ist ein großer Bulle mit kurzen aber dicken Stoßzähnen. Sein rechtes Ohr ist gebrochen, so dass es etwas schlaff aussieht, doch dies ist nur ein kleiner Schönheitsfehler, der ihn nicht im geringsten beeinträchtigt. Pascal durchstreifte den Park auf der Suche nach Kühen im Östrus, und das ATE-Team sah ihn bei Paarungen und der anschließenden Bewachung mehrerer Kühe. Seine Aktionen hatten also den gewünschten Erfolg.
Ein Bulle prüft die Paarungsbereitschaft einer Kuh
Viele Elefanten wanderten in außerhalb des Parks liegende Gebiete. Cynthia Moss und ihr Team konnten daher einige Familien gar nicht oder nur bei wenigen Gelegenheiten sehen. Zu ihnen gehörten die FBs und die OAs.
Den FBs begegnete das ATE-Team nur einmal, am 30. November. Die Gruppe bestand aus Flossie, Fenneke und ihrem kleinen Kalb, Farrukhan, Farida, Falafel und Frost. Es wäre sehr gut, wenn die FBs jetzt, wo es reichlich Nahrung gibt, mehr zusammenbleiben, doch es ist schwer zu sagen, was sie tatsächlich tun werden, nachdem Fanny sie nicht mehr anführt.
Die OAs und OA2s hatte das ATE-Team bereits am 27. Oktober gesehen. Sie hielten sich inmitten einer der großen Herden auf, der auch die CBs angehörten, mit denen die OAs besonders eng befreundet sind. Die Familienmitglieder schienen in guter Verfassung zu sein, und die neuen Kälber gediehen bisher prächtig.
Einige Mitglieder der EB-Familie
Auch die EBs wurden nicht sehr häufig gesehen. Am 31. Oktober begegnete das ATE-Team Enid mit ihren Kälbern. Außerdem sahen sie Eliots Tochter Ekaterina, die sich im Östrus befand und sich mit Michael paarte. Michael ist 32 Jahre alt und dabei, sich zu einem der eindrucksvollsten Bullen Amboselis zu entwickeln. Seine dicken, symmetrischen, ausladenden Stoßzähne reichen bereits jetzt fast bis zum Boden. Da er sich gerade in Musth befand, war er für paarungsbereite Kühe besonders attraktiv. Ekaterina hat bisher noch kein eigenes Kalb bekommen und könnte nun zum ersten Mal schwanger werden. Und im November traf das Team auf Eliot mit ihren Kälbern, einschließlich Ekaterina, die sich inzwischen wieder bei ihrer Mutter und Eleanor befand.
Eliot von den EBs und ihr jüngstes Kalb
Eliot und ihr jüngstes Kalb
Im Unterschied zu den meisten anderen Familien hatten sich die EBs nicht den großen Versammlungen angeschlossen, sondern sich stattdessen sogar noch in kleinere Untergruppen aufgeteilt. Dieses Verhalten beobachtet man normalerweise eher während der Trockenzeit. Doch Enid, die Matriarchin, ist immer noch dabei, sich von ihren schlimmen Erfahrungen im Jahr 2022 zu erholen. Dies war vielleicht der Grund für die Aufsplitterung der EBs. Wir hoffen, dass Enid bald wieder zu ihrer alten Stärke zurückfindet und dann auch ihre Familie wieder zusammenführen wird.
Andere Familien wurden öfter gesehen, darunter beispielsweise beide Gruppen der PCs, sowohl diejenige Petulas wie die von Placida und auch die GBs. In beiden Familien gab es neue Kälber, die sich in guter Verfassung befanden. Speziell die GBs hatten im November erneut Familienzuwachs erhalten: Gretchen brachte am 18. November ein männliches Kalb zur Welt, was große Freude auslöste. Gretchen ist Geetas Tochter aus dem Jahr 2003 und hat nun bereits drei männliche Kälber geboren. Das erste, das 2015 zur Welt kam, überlebte allerdings leider nicht. Im Jahr 2017 bekam Gretchen dann ihren zweiten Sohn, der den Namen Glissando erhielt, und nun hat sie ihren dritten Sohn zur Welt gebracht.
Eine Gruppe der GB-Familie
Oft hielten sich die GBs in den großen Herden auf. Einmal entdecke das ATE-Team auch Golda und ihren Teil der Familie in so einer Versammlung. Garba Tula, die mit ihren Kälbern inmitten anderer Elefanten weidete, beschloss plötzlich eine andere Familie, die AAs, von ihrem Weideplatz zu vertreiben. Garba Tula ist zwar eine sehr schöne Elefantenkuh, aber zu Angehörigen anderer Familien nicht sehr freundlich. Genau wie Menschen haben auch Elefanten unterschiedliche Persönlichkeiten. Dies haben die Forscherinnen des ATE im Laufe der Jahre untersucht, indem sie ihre langfristigen und detaillierten Daten von bekannten Individuen nutzten, um einen Persönlichkeitsindex zu erstellen. Dieser Aspekt ihrer Forschung ist besonders faszinierend, und sie entwickeln diesen Bereich auch laufend weiter, während sie bei ihren Beobachtungen weitere Informationen sammeln.
Eine Gruppe der AA-Familie
Annan (ganz links) und weitere AAs
Die AAs waren immer eine der standorttreuesten Familien in Amboseli und blieben auch im Oktober und November überwiegend im Park. Das erst vor kurzem geborene weibliche Kalb Abras gedieh prächtig und war sehr lebhaft und verspielt. Aurora B, die 2010 geborene Tochter von Amber, brachte am 2. November ihr erstes Baby zur Welt. Die Geburt wurde von einem Safari-Guide beobachtet, der das Forschungsteam informierte. Auroa Bs Mutter Amber war die Schwester von Angelina und starb 2016 im Alter von 35 Jahren aus unbekannter Ursache. Von all ihren Kindern lebt nur noch Aurora B. Und deren letzte lebende Verwandte mütterlicherseits ist nun ihre Tante Angelina. Als Amber starb, blieb Aurora B, die zu diesem Zeitpunkt erst sechs Jahre alt war, bei Angelina, zu der sie eine sehr enge Bindung entwickelte.
Wer die Geschichte nicht kennt, könnte meinen, Aurora B sei Angelinas Kalb, da sie ihr mit ihren Cousinen überallhin folgt. Das ATE-Team freute sich sehr darüber, dass sie mit 13 Jahren nun zum ersten Mal selbst Mutter geworden ist. Doch leider war diese Freude nicht von langer Dauer. Als sie Aurora B am 7. November das nächste Mal sahen, war ihr Kalb nicht mehr bei ihr. Aurora B hatte zwar noch Milch, doch ihr Kalb war nirgends zu sehen. Ein so junges Kalb kann ohne seine Mutter nicht lange überleben, und daher muss davon ausgegangen werden, dass es gestorben ist. Der Verlust eines erstgeborenen Kalbes kommt in freier Wildbahn leider öfter vor, und die Überlebensrate der Kälber ist gerade bei den AAs im Vergleich zu anderen Familien in Amboseli relativ niedrig. Das ATE-Team war traurig darüber, dass das Kalb nicht überlebt hatte – auch wenn ihnen bekannt war, dass dies vorkommen kann. Doch dieses Wissen machte es nicht leichter.
Angelina aus der AA-Familie
Angelina und ein befreundeter Bulle
Manchmal liegen traurige und freudige Ereignisse sehr eng beieinander. Das war dieses Mal auch bei den AAs der Fall: Während Aurora B ihr Kalb verlor, wurde Acholi gerade schwanger. Acholi befand sich im Östrus und wurde von Pascal begleitet. Acholi ist eine Tochter der früheren AA-Matriarchin Alison , eine Schwester Astrids, die ebenfalls Matriarchin der AAs war, und eine Tante Annans. Im April dieses Jahres hatte sie ihr erstes Kalb zur Welt gebracht, das jedoch nicht überlebte. Nachdem ihre körperliche Verfassung wiederhergestellt war und sie kein Kalb mehr zu versorgen hatte, kam sie nun bereits wieder in den Östrus . Acholi befand sich in einer der großen Elefantenversammlungen, wo ihr mehrere Bullen folgten, darunter Pascal. Pascal war der bei weitem größte von ihnen und befand sich außerdem gerade in der Musth. Da verschaffte ihm einen großen Vorteil bei Paarungen. Acholis Körpersprachte zeigte denn auch deutlich, dass sie an ihm interessiert war. Das ATE-Team konnte zwar nicht sehen ob er und Acholi sich tatsächlich paarten, doch die Wahrscheinlichkeit ist sehr groß.
Angelina ist eine erfahrene Anführerin aus der AA-Familie
Annan von den AAs, die Tochter der früheren Matriarchin Astrid
Anghared ist eine der ältesten und erfahrensten Kühe der AAs
Eine besonders interessante Beobachtung machte das Team im November, als es bei einer Gelegenheit alle AAs in einer Gruppe zusammen sah. Dies war schon lange nicht mehr der Fall gewesen. Wie berichtet, hatte die letzte Matriarchin Astrid große Anstrengungen unternommen, um ihre Familie zusammenzuhalten, was ihr auch sehr gut gelungen ist. Seit ihrem Tod hatten sich die AAs aber in mehrere Gruppen aufgeteilt, die von Althea, Angelina, Anghared und Ann geführt wurden und von denen jede ihres Weges zog. Noch ist es unklar, ob sie sich künftig wieder dauerhaft zusammenschließen werden, was gerade bei einer kleineren Familie wie ihnen zu wünschen wäre. Doch die aktuelle Beobachtung ist für die Forscherinnen immerhin ein hoffnungsvolles Zeichen, da es zeigt, dass die Familienmitglieder sich noch immer verbunden fühlen.
Anghared von den AAs
Anghared
Wie auch immer sie sich entscheiden werden, für den Moment hatten sie jedenfalls wieder zusammengefunden und konnten gemeinsam die angenehmen Bedingungen genießen. Wir wünschen ihnen, dass es ihnen gelingt eine gute Entscheidung zu treffen, um eine weise und verantwortungsbewusste Matriarchin zu finden – oder mehrere.