Die Waisen im Dezember

Monatsbericht für die Nursery-Gruppe in Nairobi: Dezember 2020

Dank der Regenzeit hatten wir ein paar schöne klare Tage mit strahlendem Sonnenschein. An jenen Tagen, an denen es morgens regnete, war es interessant, die Reaktionen der Wasserratten und der Wasserscheuen zu beobachten. Die einen rannten enthusiastisch durch den Schauer und die anderen brauchten einiges an Überzeugungskraft, um überhaupt aus ihren wohlig-warmen Ställen zu kommen und ihre Milchflaschen zu holen! Larro und Naboishu fallen auf jeden Fall in die letzte der beiden Kategorien. „Die Waisen im Dezember“ weiterlesen

Waisenblogs-Beitrag Kibwezi, 30.09.2020

Mittwoch, 30. September 2020
Die Auswilderer-Gruppe kam heute ziemlich früh morgens an den Stallungen an, und Ziwa und Faraja vertrieben sich die Zeit mit einem Staubbad, während sie auf die Keeper mit den Luzernenheupellets warteten. Alle sechs waren sie vertreten, auch Jasiri und Ngasha waren mit von der Partie, und so luden die Keeper noch einmal eine Extra-Portion Pellets auf die Schubkarre. Sie konnten es kaum erwarten und begannen schon, sich darüber her zu machen, noch bevor der Keeper die Schubkarre ausschütten konnte! Enkesha freute sich vor allem, Zongoloni wiederzusehen, die am Tor auf sie wartete. Keine wilden Elefanten oder anderer Tiere störten sie heute beim Luzernenheu, und danach verschwanden die halbunabhängigen Waisen wieder im Wald. Bei der Mittagsfütterung war es dann Alamaya, der als erster auftauchte, und die fünf anderen kamen kurz darauf nach. Zongoloni und Enkesha grasten dann den ganzen Nachmittag zusammen wie zwei alte Freunde, die sich nach langer Zeit wiedergesehen und sich viel zu erzählen hatten!

Waisenblogs-Beitrag Kibwezi, 28.09.2020

Montag, 28. September 2020
Am Morgen kam ein wilder Bulle zu den Stallungen, begleitet von Alamaya. Alamaya scheint in der Wildnis immer wieder neue Freunde zu finden, auch wenn er es offenbar vorzieht, allein unterwegs zu sein. Der Bulle blieb den ganzen Tag bei der Herde; er gab acht, nicht zu nahe zu kommen, aber schien trotzdem neugierig zu sein, warum diese Elefanten mit den Menschen herumliefen. Ziwa, der mittags zum Staubbad gekommen war, versuchte, ihn zu ein paar Spielen zu überreden, aber er schien kein Interesse zu haben. Sonje und Murera hielten sich von ihm fern und passten auf, dass Luggard ihm nicht zu nahe kam. Zongoloni behielt ihrerseits Enkesha im Auge, und auch die Keeper blieben wachsam. Als es am Abend zurück zur Auswilderungsstation ging, kam der wilde Elefant ebenfalls mit. Jasiri hatte sich zum Beschützer der Waisenherde aufgeschwungen und begleitete sie bis zurück zu den Stallungen. Als der wilde Bulle dort das Tor erreichte, kehrte er schließlich wieder um und verschwand im Wald.

Waisenblogs-Beitrag Kibwezi, 27.09.2020

Sonntag, 27. September 2020
Als Quanza und Enkesha am späten Nachmittag im Wald grasten, kamen plötzlich Jasiri, Ziwa und Faraja aus dem Gebüsch heraus. Quanza schien sich besonders zu freuen und kollerte begeistert, sodass die Keeper zu ihr gingen, um nachzusehen, was los war. Sie sahen, wie sich alle freudig begrüßten, kollerten und sich umrüsselten. Es war ein herrlicher Anblick – schließlich waren die Ausreißer nun schon seit ein paar Tagen nicht mehr da gewesen!

Waisenblogs-Beitrag Kibwezi, 23.09.2020

Mittwoch, 23. September 2020
Als die Nachteulen Faraja, Ngasha, Zongoloni, Jasiri, Ziwa und Alamaya heute Morgen nicht an den Stallungen auftauchten und sich auch zur Mittagsfütterung nicht sehen ließen, beschlossen die Keeper, mit einem Fahrzeug die Gegend abzufahren und nach ihnen zu suchen. Als sie an einem Stück dichten Waldes vorbei fuhren, kamen plötzlich Faraja und Zongoloni aus dem Dickicht heraus. Die Rasselbande kennt das Geräusch des Autos, das normalerweise die Milch bringt, sehr gut – vielleicht dachten sie, es erwartete sie eine Überraschungs-Portion Milch! Die Keeper hatten natürlich keine Milch dabei, aber alle freuten sich über das Wiedersehen. Alamaya kam als nächster heraus, und danach Jasiri, Ngasha und Ziwa. Alle sahen sie gesund und munter aus, und die Keeper konnten zufrieden wieder zurück zur Auswilderungsstation fahren.