Waisenblogs-Beitrag Kibwezi, 14.05.2021

Freitag, 14. Mai 2021
Als die Waisen heute draußen im Busch grasten, merkten die Keeper, dass Lima Lima nicht da war. Die Keeper vermuteten, dass sie am Morgen mit den Auswilderern mitgegangen war, aber als diese später auftauchten, war Lima Lima nicht bei ihnen. Einer der Keeper ging zurück zu den Stallungen, um sie dort zu suchen; und tatsächlich – dort stand sie unter der Akazie, an der Luggard immer Halt machte und schien sich dort am wohlsten zu fühlen. Der Keeper setzte sich eine Weile zu ihr und gab ihr Zeit zum trauern, aber als er schließlich versuchte, sie zur Herde mitzunehmen, wollte sie nicht mitkommen. Erst als er sich ein paar Luzernenheupellets geholt hatte, ließ sie sich überzeugen. Schließlich kamen die beiden zurück zu den anderen, die sie freundlich begrüßten. Auch die Auswilderer stehen nachts häufig lange unter Luggards Lieblings-Akazie und kollern und trompeten ab und zu dabei.

Waisenblogs-Beitrag Kibwezi, 13.05.2021

Donnerstag, 13. Mai 2021
Elefanten können wie Menschen auch um ihre Lieben trauern, zum Beispiel indem sie Orte aufsuchen, die sie an sie erinnern. Murera und Lima Lima gehen immer wieder zu einer besonderen Stelle beim Schlammloch, wo sich Luggard am liebsten aufhielt. Wann immer einer der anderen Waisen dorthin kommt, wird er oder sie von Murera weg gescheucht – außer Lima Lima, die dort bleiben darf! Die beiden hatten eine besonders enge Beziehung zu Luggard, und so haben sie am meisten zu tun, seinen Verlust zu verarbeiten. Wenn die Waisen am Abend nach Hause kommen, dann halten sie häufig an einer einzelnen Akazie vor der Auswilderungsstation an, wo Luggard häufig verschnaufte, bevor er in sein Gehege ging. Immer wenn es daran vorbei geht, bleiben Lima Lima und Murera stehen und berüsseln den Boden und den Baumstamm eine Weile, und auch die anderen schließen sich ihnen manchmal dabei an.

Waisenblogs-Beitrag Kibwezi, 12.05.2021

Mittwoch, 12. Mai 2021
Die Waisenfamilie trauert noch immer um den Verlust ihres Lieblings Luggard. Lima Lima und Murera schien es am Vortag am meisten mitgenommen zu haben; sie gingen immer einmal wieder von der Herde weg und standen allein herum. Heute waren die beiden sehr unruhig und grasten nicht viel, sondern berüsselten sich immer wieder – vielleicht um sich gegenseitig Trost zu spenden. Gegen Abend kamen dann die Auswilderer an, die vermutlich schon mitbekommen oder zumindest gespürt hatten, dass Luggard nicht mehr da war. Sie trompeteten, als sie Lima Lima und Murera begrüßten, und alle standen mit umschlungenen Rüsseln ein paar Minuten um die beiden herum und kollerten. Vielleicht hatten sie ihnen neuen Mut zugesprochen, denn danach schienen die beiden wieder etwas besser gelaunt zu sein. Es ist schön zu sehen, wie die Waisenfamilie in so einer schweren Zeit zusammensteht.

Waisenblogs-Beitrag Kibwezi, 10.05.2021

Montag, 10. Mai 2021
Luggard schien sich heute nicht wohlzufühlen, und der Tierarzt wurde gerufen, der ihn untersuchte. Er sollte ein Medikament mit einer Spritze bekommen, und da Lima Lima schon ein Stück voraus war, wollten die Keeper die Gelegenheit nutzen, ihm die Spritze zu geben. Luggard war das aber nicht geheuer, und er bellte laut auf, sodass Lima Lima wieder zurück gerannt kam, um nach ihm zu sehen! Sie stellte sich den Keepern in den Weg und wollte sie nicht an ihn heran lassen. Erst mit einer Milchflasche ließ sie sich schließlich ablenken, und die Keeper konnten Luggard seine Medizin spritzen.

Waisenblogs-Beitrag Kibwezi, 08.05.2021

Samstag, 8. Mai 2021
Ngasha hat vor sich einer Weile beim Gerangel mit seinen wilden Artgenossen das Bein etwas verletzt, und nachdem der Tierarzt es behandelt hat, heilt es nun wieder. Er bleibt allerdings zurzeit in der Nähe der Waisenherde und der Auswilderungsstation. Lima Lima freut sich, dass er häufig in der Nähe ist; das bedeutet allerdings, dass sie gerade regelmäßig zwischen Luggard, der ein wenig langsamer ist als die anderen, und Ngasha, der meist ganz vorne mit dabei ist, hin und her rennt. Aber sie ist auch schlau: abends begleitet sie häufig Luggard, wenn er etwas früher als die anderen nach Hause zurück kommt – denn sie weiß, dass sie dann ihre Milchflasche früher als die anderen bekommt!