Der nächste Schritt für Olsekki, Enkikwe und Siangiki

Endlich war es für die frechen Jungs Olsekki und Enkikwe sowie ihre Freundin Siangiki soweit, den Weg zur Auswilderungsstation in Ithumba in Tsavo anzutreten. Es ist ein beliebter Scherz im Waisenhaus, dass Chef-Keeper Edwin erleichtert sein wird, wenn diese jungen Bullen, vor allem der gierige Olsekki, das Waisenhaus verlassen und dann in Benjamins Verantwortungsbereich fallen, dem Chef-Keeper der Ithumba-Einheit. Olsekki war eine echte Herausforderung im Waisenhaus, doch die Ithumba-Keeper freuten sich auf die drei neuen Babys – vielleicht war ihnen noch nicht ganz bewusst, was sie sich mit dieser neuen Lieferung eingehandelt haben! Aber abgesehen davon haben wir immer wenn Babys das Waisenhaus verlassen, um zu den Auswilderungsstationen im Tsavo-Nationalpark umzuziehen, gemischte Gefühle: Wehmut, dass sie uns verlassen, doch auch große Erleichterung, dass die von Menschenhand aufgezogenen kleinen Elefanten es so weit geschafft haben und nun einem normalen wilden Leben wieder einen Schritt näher kommen. Die Freiheit ist das größte Geschenk, das wir den Elefanten machen können.

 


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Unser kleiner Traum: Ndotto damals und heute

Wir waren uns nie so richtig sicher, dass dieser kleine Bursche es schaffen würde. Als er gerettet wurde, war er gerade einmal 48 Stunden alt, seine Nabelschnur hing noch an ihm und die Rückseite seiner Ohren war noch rosa. Er gab eine bemitleidenswerte Figur ab, wie er aus der Hütte kam, in der ihn die Samburu aus einem Gebiet namens Suruan im abgelegenen Ndoto-Gebirge so aufopfernd versorgten. Ndotto hatte sich unter die Nutztiere dieser Viehzüchter verirrt, und die Menschen sahen, wie hungrig das kleine Baby war. Sie meinten es gut mit ihm und mischten ihm etwas des dort üblichen Maisbreis, genannt „Uji“, zusammen. Leider enthält dieser Brei Fett und Kuhmilch, und wir beim DSWT wissen aus Erfahrung, dass Kuhmilch für solche kleinen Elefanten tödlich ist, weil er immer schlimmen Durchfall verursacht. Entsprechend unsicher war Ndottos Anfang bei uns, und daher ist er unser kleines „Wunder“. Dies alles konnten die Samburu natürlich nicht wissen; dieser Teil des Landes ist sehr isoliert, und nur dank der Mühen, die die lokalen Bewohner auf sich nahmen, als sie viele Kilometer liefen, um von Ndotto zu berichten, bekam er eine erneute Chance zu überleben.

 


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Die Rettung von Galla

Der 21. März war ein besonders schwieriger Tag für uns. Zuerst wurden wir benachrichtigt, dass zwei verwaiste Elefantenbabys an verschiedenen Enden des Landes gerettet werden mussten. Eines war in einen Brunnen im Namunyak-Schutzgebiet in Nordkenia gefallen, und das andere war vermutlich ein Opfer von Wilderei im Tsavo East Nationalpark geworden, nicht weit von dem großen Felsplateau namens „Sobo“ nahe der Ostgrenze des Parks. Als ob das noch nicht genug wäre, erhielten wir kurz darauf die bestürzende Nachricht, dass einer unserer Keeper der Voi-Auswilderungsstation ganz plötzlich zusammengebrochen und gestorben war, während er mit den Elefantenwaisen draußen im Busch war. Es zeigt das immense Pflichtgefühl und die Professionalität unseres Teams, dass sie es trotzdem schafften, sehr effektiv und effizient die Rettung des jungen Kalbs zu organisieren, obwohl sie gerade erst auf so unerwartete und schockierende Weise einen Kollegen verloren hatten.

 

 

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Elkerama, Suswa und Embu ziehen nach Voi um

Für weitere drei Waisen aus Nairobi war es am 14. Dezember Zeit, nach Tsavo umzuziehen und sich dort ihren Freunden Arruba, Mashariki und Rorogoi anzuschließen, die diese Reise schon zwei Wochen zuvor gemacht hatten. Dies ist der nächste Schritt im Leben dieser Waisen. In Tsavo werden sie die Gelegenheit haben, mit den älteren Ex-Waisen zusammen zu sein und nach und nach Kontakt zu den wilden Herden zu haben. Sie werden Zeit mit ihnen verbringen, wichtige Dinge lernen und irgendwann ihr eigenes unabhängiges Leben führen können. Dieser Prozess dauert noch Jahre, wie auch bei menschlichen Kindern, und vermutlich werden sie noch 8 bis 10 Jahre in unserer Obhut sein, bevor sie schließlich vollkommen unabhängig sind. Aber auch dann werden sie wahrscheinlich noch in regelmäßigem Kontakt zu ihrer menschlichen Familie bleiben.

 


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