Waisenblogs-Beitrag Kibwezi, 08.07.2019

Montag, 8. Juli 2019
Zongoloni und Jasiri drängelten sich am Morgen bei der Milchfütterung vor, und Lima Lima und Quanza schienen sich schon Sorgen zu machen, dass sie nichts mehr ab bekommen würden. Quanza rannte zu dem Keeper, der ihre Flasche bereit hielt und schlang ihre Milch herunter; aber noch bevor sie die Flasche komplett geleert hatte, ließ sie sie fallen und rannte zu den Luzernenheupellets weiter. Murera und Ziwa hielten sich dort nicht lange auf, sondern gingen die Trampelpfade der wilden Elefanten entlang in Richtung der Berge. Shukuru wollte Ziwa folgen, aber Faraja und Ngasha überzeugten sie, ihn gehen zu lassen – er läuft manchmal sehr schnell, wenn er seine wilden Freunde sucht und kümmert sich nicht darum, ob die anderen hinterher kommen. Es ist aber gut, dass er nach ihnen sucht, denn so kann er viel von ihnen lernen!

Waisenblogs-Beitrag Kibwezi, 03.07.2019

Mittwoch, 3. Juli 2019
Ngasha ging am Vormittag mit einigen seiner Freunde davon, nachdem er wilde Elefanten gewittert hatte. So blieben nur Sonje und Murera übrig, die sich um Mwashoti und Alamaya kümmerten. Am Staubhaufen trafen sich dann alle wieder, als es Zeit für die Mittagsfütterung war. Ngasha und Ziwa tauchten wie aus dem Nichts aus und verlangten nach ihrer Milch. Nachdem sie sie getrunken hatten, hatte Ziwa es eilig, wieder in Richtung der Chyulu-Berge aufzubrechen, und auch Ngasha und Faraja kamen mit. Die Leitkühe und Lima Lima, Shukuru, Zongoloni und Quanza blieben zusammen mit den kleineren Jungs den Nachmittag über bei den Keepern. Am Abend gingen Mwashoti und Shukuru voraus, als es zurück nach Hause ging. Sonje und Murera kamen ganz am Ende und sahen sehr müde aus.

Waisenblogs-Beitrag Kibwezi, 02.07.2019

Dienstag, 2. Juli 2019
Ziwa folgt häufig den Spuren der vielen wilden Elefantenherden, die von den Chyulu-Bergen in den Kibwezi-Wald kommen, weil es hier mehr Futter und frisches Wasser gibt und ihre erschöpften Kälber ihren Durst löschen können. Ziwa und Ngasha werden mehr und mehr unabhängig, und die Keeper fragen sich, wie lange es wohl noch dauert, bis sie der Waisenherde den Rücken kehren werden.

Waisenblogs-Beitrag Kibwezi, 01.07.2019

Montag, 1. Juli 2019
Faraja, Ngasha und Ziwa liefen am Morgen hinaus in den Wald, als sie wilde Elefanten trompeten hörten. Ziwa und Ngasha waren nicht zu bremsen, nur Faraja wollte noch auf Jasiri warten. Er drehte sich nach ihm um, konnte ihn aber nicht finden. Also blieb ihm nichts anderes übrig, als Ziwa, dem Anführer der Ausreißer zu folgen. Die Jungs blieben den ganzen Tag unter sich draußen im Wald, doch nur Faraja kam am Abend mit den Waisen zurück – Ziwa und Ngasha tauchten nicht auf, als es nach Hause gehen sollte. Sie blieben die halbe Nacht draußen und kamen erst gegen Mitternacht zu den Stallungen zurück. Die Keeper hatten die Tore allerdings schon verschlossen, und so steckte Ngasha den Rüssel zwischen den Stäben hindurch und rüttelte. Er hoffte, dass der Lärm die Keeper wecken würde und sie ihnen aufmachten – was sie natürlich auch taten. Als sie in ihre Gehege kamen, merkten sie, dass Jasiri ihr ganzes Grünfutter stibitzt hatte, und so mussten sie bis zur morgendlichen Milch warten, bis sie wieder etwas in den Magen bekamen.

Die Waisen im Oktober

Nabulu (c) Sheldrick Wildlife Trust

Monatsbericht für die Nursery-Gruppe: Oktober 2019

Am 16. Oktober kam Neuzugang Roho bei uns an. In Kiswahli bedeutet sein Name so viel wie „Seele“. Die Waisen waren sofort in ihn vernarrt und haben ihn gleich unter ihre Fittiche genommen. Das wird ihm sicherlich dabei helfen, besser über den Verlust seiner Familie hinwegzukommen. Tagwa, Tamiyoi, Enkesha, Maisha und Kiasa weichen nicht von seiner Seite, nicht einmal an der Suhle und bei der Milchfütterung. Wenn er abends in seinen Stall gehen soll, wird er von Ziwadi begleitet, bevor sie in ihren eigenen Stall geht und ihre Milch bekommt. Das scheint Roho zu beruhigen, nachdem er anfangs sehr angespannt war, wenn er abends in sein Nachtlager gehen sollte. „Die Waisen im Oktober“ weiterlesen