Die kleine wildgeborene Emma

Mit großer Freude, staunend und immer wieder verblüfft beobachten wir die wild lebende, neugeborene Emma, wie sie um die Beine ihrer wachsamen Kindermädchen und ihrer Mutter Emily herumwuselt. Emily kam als kleines Kalb zu uns ins Waisenhaus und hatte, wie so viele ihrer neugeborenen Artgenossen, eine sehr schwierige Zeit in ihrem Elefantenleben durchzustehen: die ersten drei Jahre Milchabhängigkeit und insbesondere die vier Monate, in denen die Babys ihre ersten vier Zähne bekommen. Für die Waisen sind diese Monate immer lebensbedrohlich. Sie bekommen Fieber und Durchfälle, die sehr schwer in den Griff zu bekommen sind und einem Babyelefanten innerhalb von wenigen Tagen das Leben kosten können.
Ganz anders als die neugeborenen Waisen ist Emma ein gutgenährtes, gesundes und verspieltes Baby, wie eigentlich jedes Elefantenkind sein sollte. Bis heute verstehen wir immer noch nicht, was die geheimnisvolle Zutat in der Muttermilch ist, die das bewirkt, und selbst nach 50 Jahre langem Ausprobieren und Erfahrungen können wir sie noch immer nicht so erfolgreich nachmachen.

 

 

Nichtsdestoweniger ist es die größte Belohnung, die man sich vorstellen kann, den gesunden und glücklichen Nachwuchs einer von uns geretteten Elefantenmutter zu sehen, der ein normales Leben in der Wildnis führt, geschützt von seiner eigenen Familie von Elefanten, die allesamt selbst einmal Waisen gewesen sind.

 

Von Dr. Dame Daphne Sheldrick

 

(übersetzt aus dem englischen Original)

Ein Wiedersehen mit Ndume

Unsere Freude war grenzenlos: der vermeintlich wilde Bulle, der sich gelegentlich im Camp von Mark Deeble und Vicky Stones am Unterlauf des derzeit Wasser führenden Voi-Flusses am frischen Duschwasser bediente, entpuppte sich als kein Geringerer als unser 26-jähriger Ex-Waise Ndume. Da die beiden vermuteten, dass der „wilde“ Besucher, der sich nicht ganz wie ein wilder Elefant benahm, einer der Ex-Waisen des David Sheldrick Wildlife Trusts sein könnte, wandten sie sich an Angela. Angela schickte zwei langjährige Keeper der Voi-Einheit los, um ihn zu identifizieren, wenn er das nächste Mal vorbeikommen würde. Chef-Keeper Joseph Sauni und Mishak Nzimbi machten sich am 4. Februar auf den Weg, um den „wilden“ Bullen unter die Lupe zu nehmen.


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Die Behandlung eines Elefantenkalbs im Mara Dreieck

Am Morgen des 28. Januar 2015 erhielt die DSWT/KWS Mara Mobile Veterinär Einheit einen Notruf vom Management der Mara Schutzbehörde, dass eins ihrer patrouillierenden Teams auf ein junges Elefantenkalb mit einer engen Kabelschlingel um sein linkes Vorderbein gestoßen ist.

 

 

Wir wurden sofort tätig und veranlassten alles, was wir für die Behandlung benötigten. Wir wussten, dass ein Kalb von seiner Familie immer erbittert beschützt wird und es würde eine große Aufgabe damit verbunden sein, aber es war notwendig und sehr wichtig, dass wir das Leben dieses kleinen Kalbs retteten und es von unsagbaren Qualen befreiten.

 

 

Es dauerte zwei Stunden, dorthin zu fahren, wo das Kalb und die Mutter in der heißen tropischen Sonne grasten. Wir bemerkten sofort, dass das Kalb große Schwierigkeiten hatte, zu laufen und dass die Mutter weit voraus war und von Zeit zu Zeit zurückkehrte, um ihr Baby aufzusammeln.

 

 

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Das Kalb ist betäubt

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Behandlung eines in eine Schlinge geratenen Elefantenkalbs in Rumuruti

Auf der Ngorare Ranch in Rumuruti berichtete am 08. Februar der Ranch Manager von einem winzigen Elefantenbullen, der eine Wunde von einer eng um sein Bein liegenden Schlinge hatte.

 

Die DSWT/KWS Mobile Veterinär-Einheit in Meru, geleitet von dem zweiten KWS Amtstierarzt Bernard Rono, wurde sofort zur Hilfe gerufen. Der winzige, in die Schlinge geratene, Elefant war in einer Herde von 30 Elefanten, die sehr aufgeregt schienen, als sich der Land Cruiser näherte. Die Mutter des verletzten Elefantenbabys musste betäubt werden, da es sonst unmöglich gewesen wäre, das kleine Kalb zu behandeln. Sobald die Mutter eingeschlafen war, kam das Team schnell und bändigte das Baby, um das Risiko einer Narkose zu vermeiden. Die Schlinge wurde durchtrennt und das abgestorbene Fleisch entfernt, das Baby muss unsagbare Höllenqualen ausgestanden haben. Die Schlinge befand sich an seinem rechten Vorderbein und hatte sich in die Haut eingeschnitten, was eine tiefe, stark infizierte Wunde verursachte. Sein Fuß war extrem geschwollen. Nachdem die Wunde gesäubert war, wurden dem Kalb Antibiotika und entzündungshemmende Medikamente mittels einer intramuskulären Injektion verabreicht und zum Schluss grüner Lehm aufgetragen.

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Das Kalb mit seiner Mutter vor der Behandlung „Behandlung eines in eine Schlinge geratenen Elefantenkalbs in Rumuruti“ weiterlesen

Die Rettung von Tsavos Riesen

In Zusammenarbeit mit dem Kenya Wildlife Service (KWS) haben die Teams des David Sheldrick Wildlife Trust (DSWT) in den letzten Wochen hart gearbeitet, um einige von Tsavos Riesen vor dem Tod durch Giftpfeil-Wunden zu bewahren. Diese primitive aber wirkungsvolle Art der Wilderei ist schon seit Jahrzehnten der Fluch von Tsavo. Ende Januar wurde vom DSWT Chef-Piloten während einer Luftpatrouille ein riesiger Bulle mit einer nässenden Wunde auf seiner Seite gesichtet. Dr. Poghon, der die Tsavo Mobile Veterinär-Einheit des DSWT leitet, die dankenswerter Weise von „Vier Pfoten“ finanziell unterstützt wird, reagierte sofort. Die Behandlung des großen Bullen war sehr schwierig, da er weit entfernt von jeglichem Straßennetz war. Glücklicherweise wurde die Logistik gemeistert und die rechtzeitige Behandlung rettete sein Leben.

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