Die Waisen im September

Monatsbericht für die Nursery-Gruppe: September 2013

Was für ein Monat in Nairobi! Neun Neuzugänge, ein gewaltiges Gewitter, das unser gesamtes Betriebssystem außer Gefecht setzte, und schließlich der furchtbare Terroranschlag im Westgate Einkaufszentrum am 21. September! Daphne und Robert waren zu dieser Zeit in Nordamerika beim Jackson Hole Filmfestival, wo sie eine Fundraisingaktion zugunsten unserer Arbeit unterstützten und Daphne eine Auszeichnung für ihr Lebenswerk erhielt. Die arme Angela hielt indess ganz allein die Stellung in Nairobi.

 

Der erste Neuankömmling des Monats war Baby Kamok von der Ol Pejeta Ranch bei Nanyuki am 8. September. Er war mit einer Sehnenverkürzung auf die Welt gekommen und ist daher in seinen Bewegungen eingeschränkt. Höchstwahrscheinlich konnte er aus diesem Grund nicht mit seiner Mutter Schritt halten und wurde zurückgelassen. Am 10. September kam der 18 Monate alte Suswa zu uns, ein Elefantenwaise aus dem Kedong Valley in der Nähe des erloschenen Vulkans Suswa. Mit ihm kam ein junger Bulle aus den Aberdares an, dessen Hinterbeine von Kugeln zertrümmert waren. Er mußte, ohne je einen Namen bekommen zu haben, am nächsten Morgen eingeschläfert werden.

 

Kamok „Die Waisen im September“ weiterlesen

Die Rettung von Suswa

Am 10. September erhielten wir einen Anruf von Ibrahim Kantet von der Eseriani Wildlife Association und er berichtete uns von ein einsamen Elefantenkalb im Masai-Gemeindeland hinter Mount Suswa, das auf dem Weg Richtung Masai Mara war. Die KWS-Wildhüter aus Ngong machten sich auf den Weg zu der Stelle, um die Berichte zu bestätigen. Danach wurde der Trust mobilisiert und zusammen mit den KWS-Tierarzt Domnic Mijele und seinem Assistenten machte sich das Team der Keeper mit ihrem Fahrer von Nairobi aus auf den Weg um das Kalb zu retten. Die Gegend, in der sie gefunden wurde, ist kilometerweit von jedem Flugfeld entfernt und daher war die schnellste und einzige Lösung für dieses Kalb das Auto. Von Nairobi aus fuhren sie in das Rift-Valley hinab und bogen bei Mai Mahiu in Richtung Narok ab. Nicht weit vom Mount Suswa fuhr das Team von der Hauptstraße ab und auf einem Feldweg weiter Richtung Masai-Land. Suswa ist ein inaktiver Vulkan und eine kleinere Kopie vom Mount Longonot, dem Vulkan in der Nähe des Naivasha-Sees.

Suswa
„Die Rettung von Suswa“ weiterlesen

Der Tod von Empaash

Erneut flossen Tränen, diesmal zum Sonnenaufgang am Morgen des 8. Oktober 2013, nachdem wir den winzigen, erst einen Monat alten Empaash kurz nach Mitternacht verloren haben. Er hatte ganz plötzlich Atemprobleme und starb. Bereits nachdem er aus einem Brunnen im Amboseli Naturschutzgebiet gerettet worden war, waren seine Überlebenschancen nicht so gut, da viel Wasser in seinen Körper eingedrungen war, bevor er befreit werden konnte und er dadurch sehr flüssigen und schlammigen Stuhl hatte.


„Der Tod von Empaash“ weiterlesen

Shimbas trauriger Tod

Shimba wurde im August 2006 in den Shimba-Bergen geboren. Seine Mutter hatte die Hälfte ihres Rüssels durch eine Wilderer-Schlinge verloren. Der KWS hatte eine Umsiedlung von Elefanten aus dem Shimba Nationalpark nach Tsavo East geplant und dabei wurden unklugerweise auch Shimba und seine beeinträchtigte Mutter nach Tsavo gebracht. Während seine Mutter in den Wäldern auf den Shimba Bergen gut zurecht kam, konnte sie unter den härteren Bedingungen im trockenen Tsavo nicht lange überleben. Sie starb kurze Zeit später etwas nördlich von den Luggards-Wasserfällen in der Nähe der Straße vom Hauptquartier in Voi nach Ithumba. Glücklicherweise fanden damals Bauarbeiten auf der Straße statt, sodass der Weg regelmäßig von Baufahrzeugen befahren wurde. So wurde seine tote Mutter gefunden und Shimba konnte rechtzeitig gerettet werden. Das damals winzige, sechs Monate alte Kalb kletterte auf seiner Mutter herum und versuchte, an den leblosen Brüsten zu saugen.

Shimba klettert auf seiner Mutter herum und versucht sie zu weckenShimba mit seiner Decke

„Shimbas trauriger Tod“ weiterlesen

Voi September 2013

Sonntag, 1. September 2013
Shimba, Mbirikani, Panda und Mudanda, die Viererbande, die in der Nähe der Gehege grast, genossen ihre Mittagsmilchfütterung und hatten danach viel Spaß in ihrem Matschloch auf dem Gelände der Stallungen. Panda rollte und wälzte sich im Matsch, während die kleine Mudanda Wasser hinter ihre Ohren spritzte und wieder hinauskletterte, un nicht von den anderen drei Elefanten eingequetscht zu werden. Nach dem danach üblichen Staubbad führte Mbirikani die Gruppe zurück zum Grasen.
Draußen im Busch kamen die älteren Waisen heute, angeführt von Kenia, beim neuen künstlichen Wasserloch an. Sie löschten ihren Durst und kühlten sich ab, nachdem sie den ganzen Vormittag auf der Suche nach Grünfutter den Mazinga-Berg hoch und runter gelaufen waren. Kenia, Taveta, Layoni und Ndii waren die ersten, die hineinsprangen, gefolgt von den älteren Waisen. Später begann Kivuko das Staubbad indem sie etwas Erde über sich warf, was alle anderen Waisen anlockte es ihr nachzutun. Die ganze Gegend war eine einzige rote Staubwolke.
Um 16:15 Uhr machten sich die Waisen auf den Heimweg.

Panda genießt das Schlammbad

„Voi September 2013“ weiterlesen