In den Weiten der Maasai Mara wurde ein etwa vier Jahre alter verwaister Elefant gesichtet. Alle dachten und hofften, dass er alt genug wäre, um ohne seine Mutter überleben, sich wieder in seine Familie integrieren und sein wildes Leben weiterführen zu können. Seine Geschichte ging aber anders aus, und er war von diesem Moment an allein unterwegs. Lodge-Besitzer in der Maasai Mara und ihre Gäste beobachteten diesen kleinen, einsamen Elefanten über Monate und hofften, dass er sich irgendeiner Herde anschließen würde, was aber nie passierte.
Seine Größe verkomplizierte die Angelegenheit, denn er war schon ein ziemlich großer Elefant, der nicht so einfach mit einem Flugzeug, wie wir es üblicherweise benutzen, gerettet werden konnte – eine Rettung wäre logistisch eine echte Herausforderung. So vergingen einige Monate, und während dieser Zeit blieb er immer in der Nähe von Gebäuden und Menschen, da er sich der Gefahr, in der er in dieser Gegend mit vielen Raubtieren ohne den Schutz seiner Herde schwebte, sehr bewusst war. Wenn man sich klar macht, dass das Leben von Elefanten stets von ihren Sozialstrukturen und ihrer fürsorglichen Familie bestimmt wird, kann man sich vorstellen, wie furchtbar und angsteinflößend es für einen so kleinen Elefanten sein muss, ein einsames und isoliertes Leben in der Maasai Mara zu führen. Bald geriet er ins Visier der Raubtiere, und er überlebte drei verschiedene Löwenangriffe. Zweimal wurde er von einer Büffelherde gerettet, deren Gesellschaft er gesucht hatte. Die Büffel gerieten in Panik und rannten wild herum, sodass die Löwen es sich noch einmal überlegten. Der letzte Angriff hinterließ tiefe Biss- und Krallenwunden am Rücken, und er verlor dabei seinen Schwanz. Alle, die ihn und seinen verzweifelten Kampf ums Überleben beobachtet hatten, waren nun davon überzeugt, dass es Zeit war, Berge zu versetzen, um ihn zu retten.
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