Die Waisen im Oktober

Monatsbericht für die Nursery-Gruppe in Nairobi: Oktober 2025

Als kleinster Elefant in unserer Nairoby-Herde wird Kipekee von allen geliebt und extrem verwöhnt. Wir fragen uns, ob ihr die ganze Aufmerksamkeit vielleicht zu Kopf steigt! Am ersten Morgen des Monats gingen Mzinga und Talek schnurstracks zu Kipekees Stalltür und warteten draußen. Zu unserer Überraschung wich das in eine blaue Decke gehüllte Baby den ihr zur Begrüßung ausgestrecketen Rüsseln aus und ging an den beiden Jungkühen vorbei den Weg hinauf, um Muridjo zu sehen. Sie hatten keine andere Wahl, als ihr nachzulaufen!

Es scheint eine stillschweigende Vereinbarung über die Betreuung von Kipekee zu geben. Mzinga, Talek, Nyambeni, Kamili und Muridjo wechseln sich ab. Allerdings spielt Kamili manchmal ihren Rang aus und verscheucht die anderen Kindermädchen, damit sie Kipekee ganz für sich allein haben kann. Kamili war nie eine besonders fürsorgliche Elefantenkuh, daher ist es schön, diese neue Seite an ihr zu sehen.

In der Zwischenzeit konnten wir große Fortschritte bei Wamata beobachten! Statt Arthi und Kipekee zu schubsen, die sie aus ihrer Rolle des Nesthäkchens verdrängt haben, kümmerte sie sich Wamata eines Tages fast schon um sie. Sie berührte jeden einzelnen liebevoll mit ihrem Rüssel, während sie im Wald grasten. Könnte sie ein neues Kapitel aufschlagen und sich in ein Mini-Kindermädchen verwandeln? Wamata mag zwar noch jung sein, aber sie kann sehr gut auf sich selbst aufpassen. Eines Morgens benahm sich Pardamat beim Schlammbad daneben. Nachdem er seine beiden Flaschen geleert hatte, versuchte er, Wamata die Flasche zu entreißen. Noch bevor wir eingreifen konnten, hatte das mutige kleine Mädchen die Situation bereits unter Kontrolle gebracht. Obwohl sie mehr als ein Jahr jünger war, stieß sie ihn kräftig weg, woraufhin Pardamat sich umdrehte und verlegen auf die andere Seite der Suhle ging.

Taroha ist einer dieser bemerkenswert ruhigen, fürsorglichen Bullen, die wir als „sanfte Onkel“ bezeichnen. Sein Charakter ähnelt dem der Mini-Matriarchin Kerrio. Er ist der älteste Bulle in der Nursery, aber er schikaniert die anderen nie und provoziert auch niemanden. Manchmal wendet er sich sogar von Konflikten ab und oft beschützt und umsorgt er die Jüngeren. An einem Nachmittag beim Grasen verhielt sich Taroha zwar aggressiv, aber nur, um zwei der jüngeren Waisen zu verteidigen. Er leistete Kipekee und Arthi Gesellschaft, da die älteren Mädchen ausnahmsweise einmal anderweitig beschäftigt waren. Während die drei ruhig zusammen grasten, stürmte Pardamat aus heiterem Himmel und ohne Grund heran und stieß Arthi weg. Taroha reagierte sofort und bestrafte den Bullen mit einem kräftigen Stoß.

Wir hatten nicht bemerkt, dass Kerrio trotz der Entfernung gesehen hatte, was Pardamat Arthi angetan hatte. Sie rannte hinüber, um Taroha zu unterstützen – gemeinsam vertrieben sie den ungezogenen Bullen und ließen den Rest des Tages niemanden mehr in die Nähe von Arthi und Kipekee. Kerrio mag kleinere Vergehen ignorieren und den anderen Kindermädchen die Führung überlassen, aber wenn es ernst wird, schreitet sie ein!

Talek ist Tarohas weibliches Pendant. In den letzten zwei Jahren hat sie sich zu einem starken, souveränen Mädchen entwickelt, das Konflikte hasst. Sie wehrt sich nicht, wenn andere sie schubsen, selbst wenn diese kleiner sind als sie. Sie tut alles mit großer Bedachtsamkeit, sogar beim Milchsaufen – sie trinkt langsam und vorsichtig jeden Tropfen Milch aus und trottet dann zum Erdhügel, um ein Staubbad zu nehmen.

Nyambeni ist eine wirklich interessante Persönlichkeit. Sie ist fürsorglich und liebevoll… aber dann ändert sich plötzlich alles! Eines Nachmittags im Schlammbad war Nyambeni wieder einmal eine „Kali Mama” (Suaheli für starke Mutter). Als die kleine Wamata unbedarft zu Kipekee hinüberging, um dort zu fressen, wurde sie dafür bestraft, obwohl sie nichts falsch gemacht hatte. Wir beschlossen, dass es Zeit war, Nyambeni zu ihren Mitstreiterinnen Latika, Kamili und Pardamat zu den Unartigen zu schicken!

Die schöne Kerrio wird langsam erwachsen. Unsere kleine Matriarchin wird immer unabhängiger, bleibt meist bei ihrer Herde, macht sich aber gelegentlich auch alleine auf den Weg. Als wir eines Morgens die Waisen mit einem Pfiff zusammenriefen, um sie zum Schlammbad zu bringen, wo sie ihre Milch bekommen sollten, reagierte Kerrio nicht darauf. Anstatt zu ihrer Milch zu laufen, graste sie weiter. Wir fanden sie alleine auf einer Lichtung, wo sie zufrieden graste. Ihr Verhalten zeigt, dass sie bereit ist, den nächsten Schritt auf ihrer Reise zurück in die Wildnis zu beginnen.

Arthi, der erst im August gerettet wurde, gewöhnt sich in seinem eigenen Tempo an das Leben in der Nursery. Unser neuer junger Bulle ist sehr gesellig und freundlich, nicht nur gegenüber anderen Elefanten, sondern auch gegenüber seinen Keepern. Oft nähert er sich einem Keeper mit hoch erhobenem Rüssel, um ihn zu begrüßen. Er bedrängt niemanden und spielt auch nicht grob. Arthi ist auch unser neuer Krawallmeister. Auf dem Weg zum Schlammbad beginnt er, lautstark nach seiner Milch zu trompeten und uns damit vorzuwarnen, dass er unterwegs und sehr hungrig ist. Nachdem er seine Flasche ausgetrunken hat, verlangt er gerne lautstark nach einer weiteren. Aber eines Tages war es anders. Zu unserer großen Überraschung ging Arthi ruhig zur Suhle, nahm eine Flasche entgegen, trank seine Milch und schlenderte weiter zum Grasen. Wir hatten uns so an sein Geschrei gewöhnt, es war, als wäre er gar nicht da!

Genau wie wir Menschen haben auch Elefanten unterschiedliche Vorlieben und Persönlichkeiten. Einige lieben es, ihr Gesicht und die Unterseite ihres Rüssels auf dem trockenen Boden zu reiben, während andere daran kaum Interesse zeigen. Latika gehört eindeutig zu den Enthusiasten. Oft sehen wir sie dabei, wie sie eine ausgiebige Gesichtsmassage genießt, während der Rest der Herde um sie herum grast. Gelegentlich gesellt sich der kleine Olomunyak – ebenfalls ein Massage-Connoseur – zu ihr, um dieses Ritual mit ihr zu teilen.

Für Maxwell ist es fast schon zur Routine geworden, früh morgens an seinem Tor zu warten. Er weiß, dass die verwaisten Elefanten – insbesondere Mzinga – vorbeikommen werden. Manchmal kommt sie allein, manchmal mit Taroha oder einem anderen Freund. Wenn die Elefanten das Nashorn mit ihren Rüsseln berühren, steht Max still da und genießt den Moment, bis sie weiterziehen. Mzinga ist nach wie vor unser größter Nashornfan. Als sie eines Morgens aus ihrem Gehege kam, machte sie sich schnurstracks auf den Weg zum Stall von Tytan, unserem neuen Nashornwaisen. Sie schubste und zog an seinem Tor und brüllte, während er vorsichtig im hinteren Teil seines Stalls stand. Er war sich nicht sicher, was er von dieser äußerst freundlichen Elefantin halten sollte! Als Maxwell Tytan quietschen hörte, wusste er genau, was Mzinga vorhatte. Er genießt ihre morgendlichen Treffen und stand erwartungsvoll an seinem Tor. Als Tytan nicht zu seinem Tor kam, gab Mzinga ihren Plan auf und ging zum Tor des blinden Maxwells, wo sich Olomunyak zu ihr gesellte. Die beiden Elefanten legten ihre Rüssel für ein paar Minuten auf das Nashorn.

Mzinga liebt Nashörner und Olomunyak liebt Warzenschweine. Bevor er sich eines Morgens auf den Weg in den Wald machte, verbrachte er eine wunderbare Zeit mit den Warzenschwein-Frischlinge, die jeden Tag mit ihren Müttern zum Fressen ins Gehege kommen. Sie sind noch so klein, dass Olomunyak, wenn er es ernsthaft versucht hätte, das Spiel zu seinen Gunsten entscheiden könnte. Aber unser verspielter Junge achtete sehr darauf, die Ferkelchen nicht zu verletzen. Er scheuchte sie vor den Augen ihrer Mütter durch das Stallgelände.

Am 21. Oktober wurde ein gerettetes Elefantenbaby von Voi aus nach Nairobi geflogen. Das weibliche Kalb wurde erst vor wenigen Tagen gerettet und ist noch nicht an seine neue Mensch-Elefanten-Familie gewöhnt. Wir brachten sie im Stall neben Daba, auch einem Elefantenbaby aus Voi, unter, das erst am Vortag angekommen war. An diesem Morgen verbrachte Daba eine kurze Zeit außerhalb seines Stalles. Wir lockten ihn mit einer Flasche Milch nach draußen, und er streifte mit sieben Keepern durch die Gegend. Nachdem er die Umgebung erkundet hatte, führten wir ihn in die Reihe von vier leeren Gehegen, damit er mehr Platz hatte.

Unsere Nashörner: Die Ankunft von Tytan hat bei Max hohe Wellen geschlagen. Es wird einige Zeit dauern, bis sich unser „Patriarch” der Nursery mit der Anwesenheit eines neuen Nashorns abfinden wird. Max hat Raha sehr gut akzeptiert, und die beiden Nashörner standen gelegentlich zusammen auf beiden Seiten seines Tors, aber sie war nunmal ein Weibchen. Tytan ist ein Bulle – und Max weiß das. Seine Gewohnheiten haben sich geändert, da er unbedingt klarstellen will, dass er das ranghöchste Nashorn in der Nursery ist. Bezeichnenderweise hat Max seinen Misthaufen an einen neuen Ort verlegt. Damit sendet er ein Signal an das neue Nashorn – er markiert nicht nur sein Revier mit seinem Kot, sondern erweitert es auch. Als Max eines Tages witterte, dass Tytan den Weg hinaufkam, rannte er zum Zaun und drückte sich dagegen. Das Nashornbaby beschleunigte seinen Schritt und trabte in den Wald davon. Wir riefen Maxwells Namen, um ihn zu beruhigen, und wissen, dass er sich mit der Zeit an Tytan gewöhnen wird.

 

Monatsbericht für die Voi-Gruppe: Oktober 2025

Unser „Krankenflügel“ in Voi wächst weiter. Chapeyu, Samaa und Serenget bleiben in ihren Gehegen, während sie sich von ihren Verletzungen erholen und wieder zu Kräften kommen. Sie interagieren oft miteinander, strecken ihre Rüssel zur Begrüßung aus und kommunizieren mit Kollern. Eines Nachts hörten die Keeper mitten in der Nacht ein Geräusch. Sie gingen nach draußen und fanden Mbegu mit einem wilden Baby an der Tränke. Am Morgen waren Mbegu und ihr kleiner Freund verschwunden, vermutlich zurück zu der Familie des Babys. Ganz offensichtlich wollte sie ihm einen geheimen Ort zeigen – in ihrem alten Zuhause.

Nachdem er lange Zeit verschwunden war, freuten wir uns, als Lasayen wieder einmal auftauchte. Er sah gut aus, war aber etwas dünn. Die ehemaligen Waisen Ndotto, Ngilai, Murit und Mbegu hießen ihren alten Freund herzlich in der Gruppe willkommen. Lasayen verbrachte den Vormittag mit der Herde auf dem Mzinga-Berg und kam den ganzen Monat über immer wieder zu Besuch.

Unsere „neuen Mädchen” in Voi, Sholumai, Mushuru und Sileita, sind gar nicht mehr so neu – sie sind nunmehr schon seit 5 Monaten bei uns, haben sich gut eingelebt und sind nach wie vor unzertrennlich. Eines sonnigen Morgens führte Sileita ihre besten Freundinnen Mushuru und Sholumai auf den Gipfel des Mzinga-Berges, während die anderen am Fuß des Berges blieben. An einem anderen Tag machte sich die kleine Mädchengruppe auf den Weg zu einem Haufen Luzerne, während sich der Rest der Herde am Futtertrog anstellte.

Losoito folgt ausschließlich dem Takt ihrer eigenen Trommel! Oft sehen wir, wie sie sich beeilt, die Herde einzuholen, weil sie beim Schubbern, Suhlen, Staubbad oder beim Grasen zurückgeblieben ist. Ironischerweise hasst sie es auch, die Letzte zu sein. Das wurde uns bei einer Milchfütterung bewusst, als die stämmige Losoito sich plötzlich am Ende der Herde wiederfand! Sie donnerte den Hügel hinunter und trompetete dabei, für den Fall, dass jemand es wagte, ihre Milchflaschen anzufassen.

Während Losoito sich Zeit lässt, mag sie es überhaupt nicht, wenn andere auch nur eine Minute zu spät sind. Wir müssen aufpassen, denn sie versucht oft, sich früh davonzuschleichen, um dem Milchlaster zu folgen. Als ihre Bemühungen eines Nachmittags vereitelt wurden, sprintete Losoito mit Ashanti, Baraka und Dabida in der ersten Fütterungsgruppe hinunter. Sie trompetete genervt beim Rennen, weil die Milch fünf Minuten zu spät kam.

Nachdem Mbegu und Co. nun halb ausgewildert sind, ist Lemeki die neue Leitkuh unserer Waisenherde. Sie ist eine ausgezeichnete Anführerin und wird von allen respektiert. Rokka ist eine gute Stellvertreterin – sie führt die Herde geschickt von Aktivität zu Aktivität. Wenn Rokka das Signal gibt, folgen ihr die Waisen zum Fressen, zum Schlammbad oder zurück zum Stallgelände. Dennoch lieben es die Voi-Kids, wenn ihre alte Matriarchin Mbegu zu Besuch kommt. An einem wunderschönen Morgen genossen die Noch-Waisen Luzerne und Futterpellets zusammen mit den Ex-Waisen Mbegu, Godoma, Tagwa, Tamiyoi, Murit, Ndotto, Ngilai und Lasayen. Unter dem Schutz von Mbegu legten sich Losoito, Mushuru, Sileita, Sholumai, Rokka, Ushindi, Ashanti und Hildana zum Suhlen in den Dreck. Hildana verhielt sich ausnahmsweise einmal anständig! Niemand wagt es, sich daneben zu benehmen, wenn Mbegu in der Nähe ist.

Chapeyu, der verletzte ältere Elefant, den wir im Februar gerettet haben, sieht großartig aus. Seine Speerwunde heilt und er nimmt zu. Trotzdem zögert er noch, seinen Stall zu verlassen, akzeptiert die Keeper zwar, ist ihnen gegenüber aber immer noch misstrauisch. Wir sind über sein Verhalten nicht überrascht, da er ein älterer Bulle ist. Obwohl Chapeyu sich noch nicht der Herde im Busch anschließt, behandeln sie ihn wie einen Freund. Eines Morgens streckte ihm Nachbarin Ashanti ihren Rüssel durch die Gehegepfeiler entgegen. Er stand ruhig da und nahm ihre Begrüßung an. Die beiden Elefanten verbrachten ein paar Minuten miteinander, kollerten gelegentlich und dann ging Ashanti zur Tränke. An einem anderen Abend, als Akina und Ashanti in ihr Gehege zurückkehrten, hielten sie vor Chapeyus Tor inne und berührten sanft seinen Kopf. Bevor sie gerettet wurde, wurde Ashanti durch die Drahtschlinge eines Wilderers die Spitze ihres Rüssels abgeschnitten, was das Fressen für sie schwieriger macht als für andere Elefanten. Aber sie hat viele Freunde, die auf sie aufpassen. Eines Nachmittags kniete Ashanti, um mit ihrem kurzen Rüssel Pellets aufzunehmen, mit Thamana auf der einen Seite und Epiya auf der anderen. Epiya positioniert sich oft neben Ashanti – für den Fall, dass Hildana grob wird.

Mitte des Monats freuten wir uns sehr, die Ex-Waisen Naipoki und Rorogoi wieder willkommen zu heißen. Wir hatten die beiden besten Freunde seit mehreren Monaten nicht mehr gesehen. Trotz der Trockenheit sahen beide sehr gut aus. Naipoki ist hochträchtig und die Geburt muss kurz bevorstehen. Auch wenn es unmöglich ist, dies vorherzusagen, hoffen wir, in den kommenden Wochen ein neues ‘Enkelkind‘ begrüßen zu dürfen! Der nächste Tag war aus einem anderen Grund bemerkenswert. Am Nachmittag erhielten wir Berichte über ein abgemagertes, allein umherlaufendes Elefantenbaby in der Gegend von Lualeni. Das einjährige Kalb wurde geborgen, ins Voi-Stallgelände gebracht und im Stall neben Daba untergebracht, die erst vor einem Monat gerettet worden war. Er kollerte ihr zu und die beiden Neulinge begrüßten sich mit ihren Rüsseln. Nachdem man beiden Babys etwas Zeit gegeben hatte, sich zu erholen, wurden sie in unsere Nairobi-Nursery gebracht, wo sie gut versorgt werden.

Thamana ist der älteste Bulle in unserer Herde in Voi, aber er ist so sanft und bescheiden wie eh und je. Er ist ein großer Liebling der Voi-Waisen– die Jungbullen wissen, dass er fair mit ihnen spielt und ihnen Tricks beibringt, während die jungen Kühe wissen, dass er sie beschützen wird. Eines Nachmittags beim Schlammbad legte die kleine Baraka ihre Vorderbeine auf Thamanas Bauch und schwenkte ihren Rüssel im Kreis. Nicht jeder Bulle würde solche Spielereien begrüßen.

Busara ist ein mutiges kleines Mädchen. Eines Tages stand sie mit Baraka plötzlich Murit gegenüber. Mit seinen elf Jahren überragt Murit die beiden Kühe um Längen – aber Busara ließ sich davon nicht abschrecken! Während Baraka zusah, stand sie aufrecht da, streckte ihren Rüssel aus, um Murit zu berühren, und forderte ihn sogar zu einem kleinen Ringkampf heraus. Der große, aber sanftmütige Bulle achtete darauf, das jüngere Mädchen nicht zu verletzen.

Wir haben Ngilais Gewohnheit, etwas Luzerne auf seinem Kopf zu balancieren, um sich einen kleinen Vorrat für später zu sichern, immer bewundert. Obwohl er nicht mehr auf die Futterstelle angewiesen ist, hält er diese Tradition weiterhin aufrecht. Eines Morgens kam Mbegus Herde Ex-Waisen in den frühen Morgenstunden, um sich den Noch-Waisen zum Frühstück anzuschließen. Ohne zu zögern, trug Ngilai etwas Luzerne auf seinem Kopf, um sie später zu genießen. Der Monat endete mit einem schönen Beisammensein. Als sich eine wilde Elefantenfamilie der Tränke näherte, ging Lemeki – die neue Matriarchin der Waisenherde – sofort hinüber, um sie zu begrüßen. Viele andere folgten, und bald waren die wilden Elefanten von unseren Waisenkindern umgeben. Busara freundete sich sogar mit mehreren der kleinen Besucher an und wäre beinahe von ihnen mitgenommen worden!

 

Monatsbericht für die Ithumba-Gruppe: Oktober 2025

Der Monat begann mit einem besonderen Besuch einer besonderen Freundin. Vor fast zehn Jahren tauchte eine wilde Elefantenkuh mit nur einem Stoßzahn in Ithumba auf. Sie brachte ziemlich viel Unruhe in die Herde, weshalb die Keeper ihr den Spitznamen „Die Verrückte” gaben. Wie sich die Dinge doch ändern können! Im Laufe der Jahre brachten die Ex-Waisen ihr bei, dass die Keeper freundlich sind und man ihnen vertrauen kann. Sie ist zu einer festen Größe in Ithumba geworden und genauso freundlich wie ein Elefant, der von uns aufgezogen wurde. Als „Die Verrückte“ 2022 zum ersten Mal Mutter wurde, fungierten unsere Ex-Waisen als Kindermädchen für ihr Baby.

Wir wussten, dass sie wieder trächtig war, und am 1. Oktober schlenderte „Die Verrückte“ mit einem zwei Tage alten Baby im Schlepptau zu den Gehegen – und stellte ihr Neugeborenes vor, genau wie es unsere Ex-Waisen immer tun! Sie wollte uns zwar ihr Kleines vorstellen, aber nicht, dass die Waisenkinder zu vertraut mit ihm umgingen. Sowohl Naleku als auch Suguroi versuchten, sich dem Baby zu nähern, aber sie blockierte ihre Annäherungsversuche.

Der 4. Oktober brachte unvorgesehenes Drama mit sich. Irgendetwas erschreckte die Waisen und Muwingu, Mageno, Kitich, Weka, Shujaa, Esoit, Mayan, Vaarti, Loldaiga, Mukutan und Choka rannten Richtung Osten. Drei Kilometer entfernt gaben Mayan, Vaarti, Esoit, Loldaiga und Mukutan auf und kehrten zu den Kepern zurück, aber Muwingu führte Choka, Shujaa, Weka, Kitich und Mageno weiter nach Osten und verschwand vollständig im dichten Busch.

Wir starteten eine großangelegte Suchaktion zu Lande und aus der Luft, jedoch ohne Erfolg. Die Nacht brach herein, ohne dass wir eine Spur von den sechs Abtrünnigen fanden, die offenbar fest entschlossen waren, uns zu stressen und zu beweisen, dass sie schlauer waren, als wir gedacht hatten. Am Abend führte Mukutan die dreizehn gehorsamen Waisen zurück zum Stallgelände.

Am nächsten Morgen gab es einen Lichtblick: Im Morgengrauen kam Ex-Waise Naserian mit ihrem Neugeborenen ins Stallgelände, zusammen mit ihrem Erstgeborenen Njema sowie Kinna, Kama, Kaia, Kito, Tumaren, Tembo, Esampu, Oltaiyoni, Sana Sana und der „Verrückten” und ihrem Baby. Es ist etwas ganz Besonderes, dass Naserian und „Die Verrückte“ ihre neuen Babys Seite an Seite großziehen werden. Wir haben Naserians neues Baby Nyika genannt, was auf Suaheli „Busch” oder „Wildnis” bedeutet. Es war eines von Daphne Sheldricks Lieblingswörtern und schien daher ein vielversprechender Name für unser neuestes Enkelkind zu sein.

Es wurde ein rundum glücklicher Tag. Um 10:30 Uhr morgens tauchten die sechs vermissten Waisen endlich an der Suhle auf, nachdem sie alle 25 Stunden in Atem gehalten hatten. Muwingu, die die Gruppe in die Irre geführt hatte, marschierte mit der Gruppe direkt zum Futterplatz, wo sie auf ihre Milchflaschen warteten – als wären wir spät dran und nicht sie!

Die Waisen lieben nichts mehr als eine sinnlose Jagd nach harmlosen Gegnern. Ein paar Tage nach dem Drama um ihr Verschwinden machten die Jungen wieder dasselbe. Loldaiga stieß auf zwei Dikdiks und beschloss, dass sie die Feinde des Nachmittags waren. Sein Trompeten erregte die Aufmerksamkeit von Shujaa, Mageno, Kitich und Choka, die sich seiner Mission anschlossen. Die kleinen Antilopen wichen den ungestümen Bullen mit Leichtigkeit aus, die daraufhin leere Büsche bedrohten.

Am 9. Oktober gab es zum ersten Mal Regen. Am Nachmittag schlug das Wetter um und der bewölkte Himmel machte leichtem Nieselregen Platz. Die Waisen waren begeistert und begannen, sich auf dem nassen Boden herumzurollen. Kinyei, Vaarti, Olorien, Mageno, Kindani, Bondeni und Mayan hatten am meisten Spaß und wälzten sich ausgiebig im frischen Schlamm. Mayan war schon immer sehr neugierig auf wilde Bullen, aber manchmal vergisst er, wie jung er ist. Eines Tages, nach dem Suhlen, versuchte er, einen vorbeiziehenden wilden Elefanten anzugreifen. Der Besucher nahm dies nicht auf die leichte Schulter und beschloss, Mayan für seine Respektlosigkeit zu bestrafen. Es bedurfte der Intervention der Keeper, damit der wilde Bulle Mayan begnadigte – wir sind sicher, dass er ihn gewarnt hat, so etwas Unsinniges nie wieder mit einem älteren Elefantenbullen zu versuchen.

Im Laufe des Oktobers wurden wir daran erinnert, dass wir uns tatsächlich mitten in der Trockenzeit befinden. Eines Morgens strömten 150 Elefanten ins Stallgelände. Ihnen 40 Ballen Luzerne zu geben, war wie ein Tropfen auf den heißen Stein. Es dauerte weniger als 20 Minuten, bis jeder Halm verschwunden war. In schwierigen Zeiten ist dieses Zusatzfutter eine große Hilfe für die Elefanten im nördlichen Sektor von Tsavo-Ost.

Anfang dieses Monats traf unsere „Baby-Närrin” Naleku eine wichtige Entscheidung – sie beschloss, sich Mutaras Herde Ex-Waisen anzuschließen, um sich um Sities kleines Baby Sunni zu kümmern. Am Abend brachte Sities Naleku zurück zum Gehege, damit sie zu ihren gleichaltrigen Freunden zurückkehren konnte, aber Naleku hatte kein Interesse daran, in ihr Gehege zu gehen. Stattdessen begann sie, ihre Nächte mit Baby Sunni in der Wildnis zu verbringen. Bei Mutara und ihren Freunden ist sie in guten Händen. Nalekus Weggang führte zu einer leichten Veränderung in der Rangordnung unserer Herde. Suguroi übernahm die Führung und führte die Herde morgens zu den Weideflächen. Diese Regelung wird so lange bestehen, bis Naleku sich entscheidet, sich wieder den Ex-Waisen anzuschließen, wie sie es schon einmal getan hat. Ansosten wird Suguroi ihre Aufgaben weiterhin wahrnehmen.

Nicht jede Elefantenkuh liebt Babys vorbehaltlos. Eines Tages ging Weka zur neu geborenen Nyika, um sie zu begrüßen, aber anstatt sie sanft zu behandeln, begann sie, an ihrem Rüssel zu ziehen. Nyika brüllte und alarmierte damit ihre Mutter. Naserian drehte sich schnell um, schaffte es jedoch nicht, Weka zu bestrafen, die bereits davongelaufen war. Das hat sie mit Sicherheit absichtlich getan!

Verschiedene Persönlichkeiten gehen unterschiedlich mit frechen Elefantenbabys um. Eines Tages schubste Gala Suguroi, die zufällig vorbeikam, einfach nur deshalb, weil sie darauf vertraute, dass ihre Mutter sie verteidigen würde, falls Suguroi sich gegen sie wenden sollte. Suguroi ging einfach weiter, da sie wusste, dass Gala nur ein Baby war und dass sich die meisten Babys so verhalten. Gala machte dann den Fehler, den kompromisslosen Shujaa anzugreifen. Shujaa konnte die Attacke nicht auf die leichte Schulter nehmen und wandte sich, ohne Zeit zu verlieren, um, um sich zu verteidigen. Er schubste Gala zu Boden und rannte dann weg, bevor Galana ihn erwischen konnte.

Ex-Waise Wendi ist berühmt-berüchtigt für ihre Unberechenbarkeit und ihre Vorliebe für Unfug. Der Apfel fällt offenbar nicht weit vom Stamm! Eines Nachmittags drohten Wendis jüngste Töchter, Wema und Wimbi, den freundlichen Esoit zu schubsen, der keiner Fliege etwas zuleide tun würde. Roho, Lodo und Vaarti, die in der Nähe waren, verbündeten sich gegen die beiden Schwestern, um die Ehre ihres Freundes zu retten. Wimbi und Wema mussten um ihr Leben rennen, da sie gegen die drei Bullen keine Chance hatten.

Diesen Monat hatten wir Besuch von vielen beliebten, bekannten Gesichtern. Eines Morgens wartete eine Gruppe Ex-Waisen und wilde Elefanten vor dem Stallgelände. Kithaka, unser kleiner Schelm, war auch dabei. Später, an der Suhle, waren einige wilde Bullen in der Nähe, darunter auch Challa. Der große, aber sanftmütige Bulle spielt nach dem Suhlen gerne mit den Babys im Dreck. Der Monat endete mit einem weiteren wunderbaren Baby-Debüt. Am 28. Oktober, kurz nach der morgendlichen Milchfütterung, kamen Makireti, Kilabasi, Kofi und unser neuestes Baby-Mädchen im Gehege an. Das Baby gehörte zu Kilabasi, die es für klug hielt, es ihrer Menschenfamilie vorzustellen. Makireti, eine langjährige Freundin von Kilabasi, war das Chef-Kindermädchen. Wir nannten sie Kanika. Der Oktober war ein wunderbarer Monat in Ithumba – zwei neue Babys unserer Ex-Waisen, dazu Besuche von Hunderten von wilden Elefanten und alten Freunden. Für den nächsten Monat hoffen wir inständig auf Regen.

 

Monatsbericht für die Kibwezi-Gruppe in Umani Springs: Oktober 2025

Der Monat begann mit einer triumphalen Rückkehr von Mwashoti. Er war mehrere Tage lang von den Kühen mitgenommen worden, aber am 1. Oktober beschloss er, zurückzukommen. Er ging direkt zu Maktao, nur um festzustellen, dass dieser gerade mit Kapei spielte. Die beiden versuchten, Mwashoti auszuweichen, da sie wussten, dass er eh gewinnen würde, aber er drängelte sich in ihr Spiel. Schließlich folgte er ihnen in den Busch und suchte ihren Kontakt. Die jungen Bullen schienen ihm schließlich zuzuhören, als er ihnen seinen Abenteuern berichtete.

Anfang des Monats störte ein heimtückischer Leopard den Schlaf der Herde. Die Waisen schliefen als die Raubkatze gegen Mitternacht durch die Bäume neben dem Stallgelände schlich. Enkesha, Kapei und Maktao nahmen den fremden Geruch wahr und wurden sofort wachsam und misstrauisch. Enkesha begann, an ihrem Tor zu zerren und zu schlagen – ihre typische Art, die Keeper zu alarmieren, wenn etwas Ungewöhnliches vor sich geht. Der Lärm weckte Murera und Mwana, die sich dem Tumult anschlossen. Murera stieß kräftig gegen ihr Tor, was schnell alle Keeper aus ihren Unterkünften lockte, um zu schauen, was los war. Sie konnten den Leoparden gerade noch am Zaun entdecken, bevor er in die Nacht verschwand. Obwohl die Waisen nie wirklich in Gefahr waren, war es ein gutes Zeichen, dass sie sich der Anwesenheit des Leoparden bewusst waren. Als er sich wieder entfernte, beruhigten sie sich wieder. Amali schlief tief und fest, beruhigt durch die Gewissheit, dass alles in Ordnung und der Ort sicher war. Kapei und Maktao blieben jedoch bis zum Morgen unruhig und in Alarmbereitschaft. Sie trompeteten weiter und schlugen gegen Sträucher, während sie sich auf den Weg in den Wald machten, um nach Futter zu suchen.

Selbst Schwestern haben ab und zu Meinungsverschiedenheiten! Zwischen Amali und Mwana kam es zu einem kleinen Streit um einen Stock, an dem beide zu sein schienen. Amali hatte ihn aufgehoben, um sich damit zu kratzen, aber Mwana versuchte, ihn ihr wegzunehmen. Mit juckender Haut und verletztem Stolz weigerte sich Amali, ihre Beute herzugeben. Es kam zu einem Tauziehen, bis Enkesha einschritt und den Frieden wieder herstellte. Tatsächlich erwiesen sich Stöcke in diesem Monat als ziemlich heikles Thema für Mwana. An einem anderen Tag bekam sie ihre eigene Medizin zu probieren, als ihre eigene Mutter ihr den Stock wegnahm, an dem sie gerade knabberte. Daraufhin schrie Mwana lautstark protestierend, aber Murera ignorierte sie und knabberte weiter. Amali kam herbei, um zu sehen, was los war, entschied sich aber, nicht einzugreifen, als sie sah, dass es sich um eine Familienangelegenheit handelte.

Wir scherzen oft, dass Lenny eigentlich zwei Mütter hat – seine leibliche Mutter Lima Lima ist nachts seine Mutter, Murera ist seine Mutter am Tag. Lima Lima ist mit dieser Regelung sehr zufrieden. Sie liebt ihren Sohn, hat aber auch viele eigene Interessen und möchte offenbar nicht den ganzen Tag von einem Baby eingeschränkt werden. An den meisten Tagen, wenn Lima Lima ihre Gruppe sich wieder mit der Waisenherde vereinen, rennt Lenny schnurstracks zu Murera. Mwana scheint diese Regelung nichts auszumachen. Sie steht sogar daneben, während er von ihrer Mutter gestillt wird – sie akzeptiert, dass er ihr kleiner Bruder ist und sie teilen muss.

Nicht jede Mutter ist so großzügig. Sonje liebt ihr eigenes Baby, Sulwe, aber nicht die Babys ihrer Freunde. Sie erlaubt Lenny oder Zigi nicht, von ihr gestillt zu werden. Eines Nachmittags hörten wir eines der Babys aus der Gruppe schreien. Es stellte sich heraus, dass es Lenny war, der von Sonje geschubst worden war. Er war unter ihr hindurchgelaufen, aber sie dachte, er wolle heimlich säugen und wollte ihm klar machen, dass sie ein solches Verhalten nicht tolerieren würde.

Zongoloni liegt irgendwo dazwischen – sie ist zwar großzügiger als Sonje, aber sie ist nicht – wie Murera – Ersatzmutter für viele. In geringerem Maße als Lima Lima genießt auch sie ihre Zeit für sich. Eines Tages wurden Kiasa und Amali beauftragt, Zigi zu begleiten, während Zongoloni alleine unterwegs war. Quanza schloss sich ihnen ebenfalls für eine Weile an.

Mitte des Monats kam Ziwa zu Besuch. Seine Adoptivfamilie – eine ganze Gruppe von Elefantenkühen – begleitete ihn zurück zu seiner Familie. Die Keeper konnten Ziwa zunächst nicht erkennen, da er aufgrund seiner ausgefransten Ohren nicht mehr so leicht zu identifizieren war, wie wir ihn vor vielen Jahren kannten. Aber als sie seinen Namen riefen, kam er jedoch. Er war sehr sanft, reagierte immer noch auf die Stimmen der Keeper und ging dicht neben ihnen her.

Jetzt, da Murera zum zweiten Mal trächtig ist, sind ihre berüchtigten Stimmungsschwankungen wieder aufgetaucht. Die einzige Elefantenkuh, die Murera noch respektiert, ist ihre Freundin Sonje. Sie ist auch die einzige, mit der sie sich nie streitet. Eines Morgens war Murera so patzig mit Maktao und Enkesha, dass sie sie nicht einmal in ihrer Nähe haben wollte. Sie hielt ihre Ohren gespitzt und beobachtete ihre Bewegungen aufmerksam, um sicherzustellen, dass sie sich fernhielten.

Später holten Quanza und Lima Lima Mwana, die sich bei ihrer Mutter befand. Sie kollerten leise, um Mwanas Aufmerksamkeit zu erregen, achteten dabei jedoch darauf, Murera Platz zu lassen. Als Murera sah, dass alle gingen, beschloss sie, der Herde in den Kibwezi-Wald zu folgen, anstatt allein zurückzubleiben. An einem anderen Tag, als sie sich dem Wasserloch näherte, ging Murera hinter Quanza und Lima Lima und schubste beide Mädchen ins Wasser. Damit war es noch nicht vorbei – als sie allen wieder zum großen Wasserloch folgte, fand sie Mwashoti und Enkesha, die friedlich zusammen im Wasser planschten und die Abkühlung genossen. Wieder einmal schubste Murera alles und jeden, der ihr in den Weg kam. Die Keeper versuchten, sie aufzuhalten, und riefen ihr zu, aber Murera ignorierte sie völlig. Als sie schließlich erkannte, dass sie etwas Falsches getan hatte – nicht nur gegenüber den anderen Waisen, sondern auch, indem sie ihre Keeper ignorierte –, schien sie ein wenig Reue zu empfinden. Später ging sie zu ihren Keepern zurück, als wolle sie sich entschuldigen, und entfernte sich dann leise mit Mwana und Amali. Diese Stimmungsschwankungen sind ganz natürlich und wir wissen, dass sie mit der Zeit vorübergehen werden. Murera bleibt eine angesehene – wenn auch im Moment etwas gefürchtete – Matriarchin.

Unsere kleinen Kindermädchen – Mwana, Amali, Enkesha und Kiasa – sind mitten in der Ausbildung mit Zigi, Sulwe und Lenny. Eines Tages war Zigi ziemlich ungehorsam. Am Ende ihrer Weisheit warnte Mwana ihn, ihr zu gehorchen. Zigi war darüber nicht glücklich, weil er der Meinung war, dass Mwana kein Recht hatte, ihn zu bestrafen. Er war Amali gegenüber aufgeschlossener, die eine sanftere und bessere Art fand, ihm zu erklären, was er falsch machte.

Alamaya besucht uns weiterhin. Derzeit hält er sich in einer großen wilden Herde mit mehreren Babys auf. Manchmal kommt er mit ihnen im Schlepptau zu Besuch, aber er kommt auch gerne allein. Eines Nachmittags näherte sich Murera Alamaya, als wollte sie ihm ein paar Fragen stellen, aber er nahm, sie hätte mal wieder schlechte Laune und ging ihr lieber aus dem Weg. Am nächsten Tag tauchte auch Faraja auf. Alamaya und Faraja kamen am Morgen, bevor die Waisen in den Busch aufbrachen. Mit ihnen kam ein wilder Freund, der die beiden Jungs begleitete. Als der wilde Bulle die Keeper sprechen hörte, entfernte er sich mit Faraja. Das war das Ende seines Besuchs – und Murera begrüßte die Idee, dass er ging. Während Murera immer Zeit für Mwashoti hat, fühlt sie sich in der Nähe von Faraja oder Jasiri nicht so wohl.

Unter den älteren Kühen ist Quanza die Einzige, die noch nicht Mutter ist. Wir glauben, dass sie die Unabhängigkeit genießt. Daran wurden wir an einem Morgen erinnert, als sie als Erste und ganz allein ankam. Die Keeper fragten sich, was los war, als sie Quanza ohne Lima Lima und ihre Gruppe sahen, wie es sonst üblich war. Wie sich herausstellte, hatte Quanza einfach keine Lust zu warten. Als sie merkte, dass die Babys noch schliefen, machte sie sich schonmal auf den Weg zu uns.

Am Ende des Monats kam endlich der lang ersehnte Regen. Der Himmel öffnete sich über dem Kibwezi-Wald, und die Elefanten, die damit nicht gerechnet hatten, rannten unter die Bäume. Der kleine Zigi stellte sich unter seine geliebte Mutter Zongoloni, die ihn vor dem Sturm schützte. Im Gegensatz dazu freuten sich Kapei, Maktao und Ziwa über jeden Regentropfen und rollten ausgiebig im Schlamm.

Monatsbericht für die Kaluku-Waisen: Oktober 2025

Unsere kleine Kaluku-Herde macht sich sehr gut – wir sind sehr stolz darauf, wie Mwinzi, Toto, Natibu und Korbessa diese lange Trockenzeit überstanden haben. Da es so heiß und trocken war, war der Oktober sowohl ein arbeitsreicher als auch ein fauler Monat. Die Waisen verbrachten die meiste Zeit damit, fleißig nach Blättern und Zweigen zu suchen, die sie in der immer karger werdenden Landschaft fressen konnten. Wenn sie nicht auf Futtersuche waren, ruhten sie sich aus, fast so, als wüssten sie, dass sie ihre Energie sparen mussten. Viele Stunden verbrachten sie damit, im Schatten der Tamarindenbäume entlang des Mtito-Flussbettes auszuruhen. Obwohl sie immer Milchflaschen und zusätzlich Luzerne bekommen, ist das Konzentrieren auf das Grasen eine gute Übung. Wenn sie in vielen Jahren in freier Wildbahn leben, müssen Mwinzi, Toto, Natibu und Korbessa wissen, wie sie während der Trockenzeit genug Gras finden können, wenn das Futter knapp ist.

Als der Oktober zu Ende ging, gab es deutliche Anzeichen für Regen am Horizont: Affenbrotbäume und Akazien begannen zu blühen, und es herrschte eine bedrückende Hitze. Die Regenzeit wird für Toto, Mwinzi und Natibu ein neues Abenteuer mit sich bringen. Wir bereiten uns auf den Umzug der jungen Bullen in die Auswilderungsstation nach Tsavo-Ost vor, wo sie ihre Reise zurück in die Wildnis fortsetzen werden. Sie haben in Kaluku so große Fortschritte gemacht, dass wir wissen, dass sie für den nächsten Schritt bereit sind.

Aber im Moment geht es unserer kleinen Elefantenherde prächtig. Es gab viele Neuzugänge, die wir hoffentlich bald vorstellen können. Korbessa ist sehr interessiert an allen und jedem – wir glauben, dass sie sich zu einem hervorragenden Kindermädchen entwickeln wird!

 

Aus dem englischen Original (Quelle: Sheldrick Wildlife Trust) übersetzt mit www.DeepL.com/Translator (kostenpflichtige Version), editiert von Kristina Rösel; Fotos mit freundlicher Genehmigung des Sheldrick Wildlife Trust