Monatsbericht für die Nursery-Gruppe in Nairobi: August 2025
Seit Kipekee im Juni gerettet wurde, hat sie die Herzen aller erobert – aber niemand liebt sie mehr als Muridjo. Dieser Monat begann damit, dass Muridjo bei Tagesanbruch aus ihrem Stall kam und direkt zu Kipekees Stall ging. Morgens zuerst nach dem Baby zu schauen, ist zu ihrer täglichen Morgenroutine geworden! Wir öffnen die Stalltür, Kipekee tapst heraus, Muridjo kollert und begleitet das Baby zur Milchflasche. Obwohl die Mini-Leitkuh Kerrio sich immer im Hintergrund hält und alle in der Herde im Auge hat, kümmert sich Muridjo zunehmend um die Kleinsten. Auf ihrem morgendlichen Weg in den Wald hält Mzinga oft an, um Maxwell, unserem blinden Spitzmaulnashorn, Hallo zu sagen. Sie steht an seinem Tor, brüllt und drückt ihren Kopf dagegen, so dass es scheppert. Das Geräusch regt Maxauf – er streift durch sein Gehege und trabt mit federnden Schritten im Kreis herum. Der Elefant und das Nashorn stehen einen Moment lang ruhig auf beiden Seiten des Tors, bevor Mzinga den Weg hinaufgeht, um sich der Herde anzuschließen.
Die kleine Kipekee ist erst drei Monate alt – über ein Jahr jünger als Wamata, die zweitjüngste in der Nursery-Herde. Bis zu ihrer Rettung war Wamata die unangefochtene Favoritin. Nun, da sie die nicht mehr das Nesthäkchen ist, hegt sie verständlicherweise einen gewissen Groll gegen Kipekee. Eines Morgens wurde Kipekee für eine Minute allein gelassen, was wirklich selten vorkommt,. Wamata erkannte ihre Chance, ging zu ihr hinüber und schubste sie eifersüchtig weg. Kipekee trompetete, die Kindermädchen reagierten binnen Sekunden und stürmten herbei, um ihr kleines Mädchen zu verteidigen. Wir lächelten, als wir sahen, dass unsere unabhängige Kamili an der Spitze der Rettungsmannschaft stand – früher hatte sie wenig Interesse an den Babys, aber das scheint sich zu ändern.
Insgesamt lernt Wamata jedoch, Kipekee zu akzeptieren. Im Laufe des August schien sie zu verstehen, dass Kipekee keine Bedrohung darstellt, sondern nur ein sehr kleines, junges Baby ist. Langsam änderte sich ihr Verhalten. Am Ende des Monats konnten wir sogar beobachten, wie Wamata Kipekee ruhig und zärtlich mit ihrem Rüssel berührte und sogar mit ihr spielte. Sie legte sich neben sie auf den Boden, rollte sich herum und ließ Kipekee mit dem Kopf gegen ihren Bauch stoßen!
Am Abend des 4. August kam wieder ein gerettetes Elefantenbaby zu uns. Der einjährige Bulle war traumatisiert, aber in recht guter körperlicher Verfassung. Er nahm eine Flasche Milch an, die man ihm durch die Lücken in der Gehegewand reichte, blieb aber gegenüber den Keepern noch sehr misstrauisch. Am 6. August zogen dann Shujaa und Weka nach Tsavo um! Waisen, die die Nursery verlassen, brechen immer sehr früh am Morgen auf, damit sie unterwegs sind, wenn die Straßen noch ruhig sind, und rechtzeitig zur morgendlichen Milchfütterung ankommen. Zwei Keeper begleiten sie, und einer bleibt, bis sie sich in ihrem neuen Zuhause eingelebt haben. Der Umzug verlief reibungslos. Bald darauf standen sowohl Weka als auch Shujaa sicher im Umzugs-Lkw und waren auf dem Weg in ihr neues Leben in Tsavo. Am nächsten Morgen machte sich die Herde wie gewohnt auf den Weg in den Wald. Sie hatten bemerkt, dass Weka und Shujaa weg waren, verhielten sich aber normal und schienen die Veränderung zu akzeptieren. Sie grasten im Wald, besuchten das Schlammbad, um Milch zu trinken und Staubbäder zu nehmen, und kehrten am späten Nachmittag ins Stallgelände zurück.
Auf Kipekee versessen zu sein, das hat sogar zu einem heftigen Wettstreit zwischen den besten Freunden Mzinga und Nyambeni geführt. Als sie eines Morgens aus ihrem Stall kam, rannten Mzinga und Nyambeni beide schnurstracks auf sie zu. Neben ihr stehend stieß Mzinga zuerst Nyambeni, und dann stieß Nyambeni zurück. Das Schubsen ging immer weiter, während sie um den Preis konkurrierten, Kipekee in den Wald zu begleiten. Schließlich schrie das kleine Mädchen auf – sie war zwischen den beiden älteren Kühen eingeklemmt und konnte sich nicht bewegen!
Talek und Pardamat pflegen ihre Geschwister-Rivalität. Nachts sind sie beste Freunde, da sie in benachbarten Ställen schlafen, aber tagsüber lieben sie es, sich zu zanken. Nachdem sie eines Tages ihre Milchflaschen ausgesoffen hatten, schwirrten sie um die Schubkarre, in der Hoffnung, nicht bemerkt zu werden. Talek wollte die übrig gebliebenen Tropfen am Boden der Schubkarre aufschlecken, während Pardamat sich eine zusätzliche Flasche schnappen wollte. Keiner von beiden wollte die Anwesenheit des anderen tolerieren, da sie beide die Pole-Position für sich beanspruchten. Es kam zu einem Streit, und wir mussten die Geschwister schließlich trennen.
Latika ist ein richtiges Mädchen – vor allem, wenn es um ihr Lieblingsbaby Wamata geht. Elefantenbullen scheint sie eher nervig zu finden. Früher hat sie sie toleriert, aber seit dem Umzug von Sileita, Sholumai, Mushuru und Muwingu ist sie weniger geduldig geworden. Als Olomunyak, Pardamat und Taroha eines Morgens versuchten, den Weg zum Schlammbad hinunterzulaufen, um ihre Milch zu trinken, versperrte Latika ihnen den Weg. Wir griffen ein und sie ließ sie passieren, aber wenige Minuten später stieß sie jeden der Jungen ungerechtfertigt weg.
Kerrio ist die derzeitige Mini-Leitkuh der Nursery-Herde und eine äußerst verantwortungsvolle Anführerin. Morgens schaut sie kurz nach jedem Mitglied ihrer Herde, wenn diese aus ihren Ställen und Gehegen kommen, und schlendert dann langsam den Weg hinauf, wobei sie sich aussucht, wo sie anhalten und grasen möchte. Sobald sie im Wald sind, übergibt sie die Betreuung und Verantwortung für die Kleinen wie Kipekee, Olomunyak und Pardamat an ihre Stellvertreterinnen Muridjo, Kamili, Nyambeni und Mzinga. Wie zu erwarten, wird Wamata von Latika betreut. Kerrio grast dann in einiger Entfernung, bleibt aber nah genug, um bei Problemen eingreifen zu können.
Nachdem wir ihm eine Woche Zeit gegeben hatten, sich zu erholen, war der 12. August der erste Tag, an dem unser neuer Schützling mit der Herde unterwegs war. Er hatte sich seit seiner Rettung sehr gut beruhigt, so dass wir wussten, dass er für diesen Schritt bereit war. Wir begleiteten Kerrio, Nyambeni, Mzinga, Talek und Olomunyak zurück zu den Gehegen und öffneten seine Tür. Die anderen standen draußen, während Kerrio hineinging, ihn mit seinem Rüssel berührte und ihn hinausführte. Olomunyak und die Mädchen versammelten sich um ihn herum, berührten ihn mit ihren Rüsseln und kollerten. Der neue, kleine Bulle war ruhig und still.
Pardamat ist mehr als nur ein Frechdachs, er ist auch verspielt und abenteuerlustig. Er liebt es, auf Entdeckungsreise zu gehen – aber er hasst es, zurückgelassen zu werden! An einem kalten und regnerischen Morgen entschied sich Pardamat, seinen eigenen Weg zu gehen und verschwand zwischen den Bäumen. Als es Zeit für die Milch war, hörten wir lautes Trompeten aus dem Wald. Es war Pardamat! Unser kleiner Bulle konnte die Herde nicht finden und machte einen riesigen Aufstand. Sofort gingen Kerrio und Muridjo zurück, um ihn zu holen und die Ruhe wiederherzustellen. Mit dem Weggang von Shujaa hat unsere Herde von 13 Elefanten nur noch vier Bullen: Taroha, Pardamat, Olomunyak und den kleinen Neuzugang. Taroha ist mit dreieinhalb Jahren der älteste Bulle – aber auch der sanfteste und beschützendste. Er ist ein ungewöhnlicher Junge, weil er ein Auge auf die jüngeren Waisen hat und sie beschützt, wenn sie bedroht werden. Er spielt täglich mit Olomunyak und Pardamat, aber trotz seiner Überlegenheit spielt er sich nie auf.
Am Ende des Monats fragten wir uns: Wird Kipekee vielleicht schon zu einem verwöhnten Baby? Das jüngste und süßeste Baby in der Herde der Kinderstube hat immer mindestens ein aufmerksames Kindermädchen um sich. Sie ist nicht nur körperlich gewachsen, sondern auch selbstbewusster geworden! Das wurde uns wieder bewusst, als sie ihre Mittagsmilchflasche trank, sich dann neben die Schubkarre stellte und eine zweite Flasche verlangte, wobei sie sich weigerte, sich zu bewegen, bis ihre Forderung erfüllt wurde. Die Keeper überredeten sie mit Hilfe von Kamili, auf die Wiese auf der anderen Seite der Suhle zu gehen, aber nicht, bevor sie von diesem frechen Mädchen geschubst wurden. Kipekee ist zwar erst drei Monate alt, aber sie benimmt sich wie eine Große.
Monatsbericht für die Voi-Gruppe: August 2025
Der Monat begann mit dem gemeinschaftlichen Versuch, Chapeyu aus seinem Gehege zu locken, aber er rührte sich nicht von der Stelle! Er erholt sich seit Februar von seiner schweren Speerwunde und sieht sein Gehege eindeutig als Refugium. Am Nachmittag kehrten die Waisen zur Milchfütterung ins Stallgelände zurück. Danach führten die Ex-Waisen Ndotto und Godoma, gefolgt von Lemeki, die Herde zu Chapeyu. Er begrüßte sie, aber sie konnten ihn nicht dazu überreden, seinen Stall zu verlassen. Wir beschlossen, ihn in Ruhe zu lassen und es an einem anderen Tag erneut zu versuchen.
Unsere ehemaligen Waisen besuchen weiterhin fast täglich die Noch-Waisen. Normalerweise können wir uns darauf verlassen, dass Mbegu, Tagwa, Godoma, Ngilai, Ndotto und Murit bei Tagesanbruch erscheinen, um gemeinsam mit den Waisen das morgendliche Futter zu fressen. An manchen Tagen war auch die hochschwangere Naipoki dabei. Eines Morgens, als die Sonne aufging, fanden die Keeper Ndotto auf einem Hügel aus roter Erde direkt außerhalb der Einfriedung beim Schlafen – er hatte Heimweh!
Mbegu war schon immer eine kleine Matriarchin, die für jeden Zeit hat. Sie hat zwar ihre Lieblinge, aber sie ist freundlich und liebevoll zu allen Voi-Waisen. Wenn sie zu Besuch kommt, wetteifern alle um Mbegus Aufmerksamkeit. Eines Nachmittags war Busara wütend, als sie sah, wie Mbegu sich mit Epiya anfreundete, den jüngeren Elefanten mit ihrem Rüssel umarmte und tätschelte. Busara ist gerne Mbegus Liebling und nahm diese persönliche Kränkung übel. Mit lautem Trompeten versuchte sie (erfolglos), Epiya wegzustoßen – doch die selbstbewusste Epiya lässt sich nicht so leicht einschüchtern, schon gar nicht von der kleinen Busara, die normalerweise eher zurückhaltend ist. Sie ist vielleicht noch nicht soweit, sich gegen Epiya zu behaupten, aber die kleine Busara gewinnt langsam an Selbstvertrauen. Das zeigt sich besonders bei der Milchfütterung – oft schleicht sie sich zurück, um sich nach ihren üblichen zwei Flaschen noch eine zusätzliche Flasche Milch aus dem Lkw zu stibitzen.
Losoito, unsere große Persönlichkeit mit den sehr kurzen Beinen, entwickelt sich zu einem herrischen Mädchen. Sie trompetet, wenn sie glaubt, dass ihr jemand die Milchflasche wegnehmen will, und vergisst dabei, dass wir immer genug für alle haben. Sie weiß, dass sie aufdringlich sein kann, weil ihre große Schwester Lemeki sie beschützt, wenn jemand versucht, sich zu wehren. Rokka, Lemekis anderes Lieblingsbaby, sucht immer nach Zeit allein mit ihrer großen Schwester. Das ist keine leichte Aufgabe, da Losoito gegenüber Lemeki sehr besitzergreifend ist und selten von ihrer Seite weicht. Eines Nachmittags sah sie ihre Chance gekommen: Die stämmige Losoito ging zu Mushuru, um mit ihr zu spielen, und im Nu näherte sich Rokka Lemeki.
Eine unserer Waisen, die mit Losoitos theatralischem Auftreten zu kämpfen hat, ist Sholumai. Als wir eines Morgens die Gatter öffneten, hinderte die freche Losoito Mushuru daran, als erste hinauszugehen, um ihre Milch zu trinken. Sholumai wollte sich das nicht gefallen lassen – also stellte sie sich vor die Kühe und drängte sich als erste hinaus. An einem anderen Tag trompetete Losoito, wie üblich, während sie zu ihrer Milch rannte. Sholumai war über den Lärm nicht erfreut, blieb einen Moment stehen, um sie zu ermahnen, entschied dann aber, dass die Milch wichtiger war.
Itinyi und Thamana – unsere Voi-Wasserratten – sind oft die ersten, die sich in die Suhle begeben, und die letzten, die sie wieder verlassen. Im Gegensatz dazu mögen Rokka und Sileita es nicht, im Wasser herumgeschubst zu werden, und warten daher lieber, bis die anderen fertig sind, bevor sie sich in den Schlamm legen, um zu suhlen.
Akina ist eine weitere Wasserratte. Sie versucht immer, den Rest der Herde aus dem Wasser zu vertreiben, bevor sie schwimmt, damit sie den ganzen Platz für sich allein hat und vor allen, die am Ufer stehen, angeben kann. Wenn es kühl ist und die anderen Waisen kein Interesse am Schwimmen zeigen, beweist Akina allen das Gegenteil, indem sie ins Wasser springt und eine wunderbare Zeit hat.
Am 20. August beschlossen wir, Chapeyu erneut zu ermutigen, nach draußen zu gehen. Wir öffneten das Tor seines Geheges, mehrere der Waisen gingen hinein, und zu unserer Überraschung kam er mit ihnen heraus. Viele versammelten sich um den Bullen, berührten ihn mit ihren Rüsseln und liefen ihm hinterher, weil sie ihn kennenlernen wollten. Am Abend gingen die anderen ruhig in ihre Gehege, und wir lockten Chapeyu zurück in sein Gehege. Chapeyu hatte einen guten ersten Tag draußen, aber da er sich noch in der Genesungsphase befindet, haben wir beschlossen, dass es am besten ist, noch zu warten, bevor wir ihn wieder in die Herde integrieren. Er schien mit dieser Entscheidung einverstanden zu sein und zeigte in den folgenden Tagen keine Ambitionen, sein Gehege wieder zu verlassen. Serenget, die wir letzten Monat mit einer schweren Speerwunde gerettet haben, geht es ebenfalls gut. Die Verletzung an ihrem Bein heilt und sie wurde zweimal von der mobilen tierärztlichen Einheit des Sheldrick Wildlife Trust (SWT) und der kenianischen Wildbehörde (Kenya Wildlife Service, KWS) in Tsavo nachoperiert. Obwohl sie sich noch eine Weile in ihrem Gehege erholen muss, sieht sie stark und gesund aus.
Unsere neuen Kühe, Sileita, Sholumai und Mushuru, die erst Ende Mai nach Voi gekommen waren, kümmern sich weiterhin gegenseitig umeinander. Eines Nachmittags lag Mushuru so tiefenentspannt auf dem trockenen Boden, dass sie die Zeit vergaß. Als es Zeit war zu gehen, weckte Sileita ihre beste Freundin mit einem Stupser ihres Hinterbeins. Mushuru rappelte sich auf, und die beiden Mädchen gingen am Ende der Reihe mit.
Die verspielte Tamiyoi ist unsere neue Mini-Matriarchin, nachdem Mbegu die Herde verlassen hat. Sie ist eine besonnene und verantwortungsbewusste Anführerin, hat aber auch eine lustige Seite. Eines Nachmittags, nachdem sie aus dem Schlammbad geklettert war, hockte sich Tamiyoi auf ihren Hintern und wirbelte ihren Rüssel herum, um die anderen zum Spielen einzuladen. Niemand war in der Stimmung dazu – aber sie wirbelte trotzdem weiter.
Unter den Voi-Kids hat Kilulu das größte Talent für Selbstdarstellung. An einem kühlen Nachmittag verbrachte die Herde wie üblich Zeit an der Suhle, ging aber nicht schwimmen. Kilulu wollte sich diese Gelegenheit jedoch nicht entgehen lassen – er spritzte sich mit Schlamm voll und näherte sich dann dem Keeper, der die Kamera hatte, wobei er mit seinen Ohren flatterte und sich zur Schau stellte.
Der Monat endete mit einer neuen Rettungsaktion. Am 29. August wurde ein weibliches Kalb allein im Aruba-Gebiet des Nationalparks Tsavo-Ost gefunden, mit einer schweren Verletzung, vermutlich eine Schusswunde. Die mobile tierärztliche Einheit des (SWT/KWS) in Tsavo behandelte sie und entschied, dass sie gerettet werden musste, da sie allein und schwer verletzt war. Das verletzte kleine Mädchen wurde in einem Stall neben Serenget untergebracht. Wir nannten sie Samaa.
Monatsbericht für die Ithumba-Gruppe: August 2025
In Ithumba war der Höhepunkt des Monats der 6. August, als wir unsere Neuzugänge Weka und Shujaa aus Nairobi willkommen hießen! Um kurz nach acht Uhr morgens kam der Lkw mit den beiden an. Mutara, Mambo, Sities, Sunni, Turkwel, Sana Sana, Naboishu, Kainuk, Malkia, Kuishi und Suguta waren auch anwesend und bereit, die Babys zu empfangen. Das ist bei unseren Ex-Waisen üblich – sie scheinen immer zu wissen, wann neue Absolventen ankommen, und positionieren sich absichtlich als Begrüßungskomitee. Als die Babys ausgeladen wurden, gab es vor Aufregung lautes Trompeten und Kollern. Mutara und Kainuk vergaßen, dass sie nun erwachsene, wild lebende Kühe sind, verloren jegliche Vernunft und versuchten sogar, die Mauer zu erklimmen, um Weka und Shujaa zu erreichen, offensichtlich in der Hoffnung, sie in ihre Herde zu holen. Die Keeper scheuchten sie weg, um die Babys erstmal ankommen zu lassen.
Nachdem Weka und Shujaa ihre Milchflaschen bekommen hatten, wurden Muwingu, Mageno und Kitich zu ihnen gebracht. Sie erkannten ihre alten Freunde aus der Nursery sofort wieder – Muwingu, Mageno und Kitich waren erst im Juni nach Ithumba gekommen – und alle waren sehr glücklich, wieder vereint zu sein. Der Rest des Tages verlief gut. Shujaa erwies sich als der Star des Schlammbades und wälzte sich mit solcher Begeisterung darin, dass Mayan, Vaarti, Choka und Mageno ihn tatsächlich zu bewundern schienen. Beide hielten sich dicht an ihren Keepern, die immer bei den Neuankömmlingen bleiben, bis sie sich vollständig eingelebt haben. Sie beobachteten aufmerksam jede Bewegungen der restlichen Herde und ahmten sie nach. Am Abend wurden Weka und Shujaa von Muwingu, Mageno und Kitich, ihren alten Freunden und neuen Mitbewohnern, zurück ins Stallgelände begleitet.
Wie so oft waren unsere Neuzugänge von den riesigen Elefanten, die sie plötzlich umgaben, völlig beeindruckt – in der Nursery gibt es ja nur Babys! Eines Morgens kam der 14-jährige Orwa mit zwei wilden Kumpels an. Der kleine Shujaa, der gerade einmal drei Jahre alt ist, sah Orwa und konnte kaum glauben, wie groß der war. Um ihm in nichts nachzustehen, kletterte Shujaa auf einen Felsen, um größer zu sein. Orwa schien zu verstehen, was der kleine Junge vorhatte, und begrüßte ihn mit seinem Rüssel, als wolle er ihm alles Gute wünschen.
Es wird wieder trocken, was bedeutet, dass immer mehr wilde Elefanten und Ex-Waisen vorbeikommen. Sie wissen, dass Ithumba ein sicherer und zuverlässiger Ort ist, um Wasser zu finden. Wir genießen diese Jahreszeit immer sehr, da wir Ex-Waisen wiedersehen, die wir lange Zeit nicht gesehen haben. In unserer derzeitigen Herde ist Olorien das einzige Mädchen, das wenig Interesse an jungen Babys zeigt – eines Morgens haben wir sogar beobachtet, wie sie den kleinen Sunni wegschubste, als er versuchte, ihren Schubberstein in Beschlag zu nehmen.
Ein Zustrom von Besuchern bedeutet auch mehr Babysitter-Gelegenheiten für unsere babybegeisterten Kühe. An einem unvergesslichen Morgen gesellten sich Lualeni, Lulu, Lexi, Luki, Kalama, Kapuki, Maramoja, Kitirua, Naseku, Orwa, Ukame, Yatta, Yetu, Yoyo, Yogi, Yebo, Yara, Barsilinga, Lenana, Lapa, Laki, Mteto und mehrere wilde Bullen zu den Waisen, um ihnen beim morgendlichen Luzerne-Fressen zuzusehen. Naleku übernahm Luki, während Suguroi sich um Kapuki kümmerte.
Naleku scheint den Ruf der Wildnis zu hören. Interessanterweise zeigen Kindani und Kinyei – die sieben Jahre alt sind, während Naleku erst sechs ist – keine solche Neigung. Sie sind ihrem „kleinen Bruder” Bondeni immer noch sehr verbunden, also warten sie vielleicht, bis er bereit ist, seine Unabhängigkeit zu erkunden. Aber Naleku hat ganz sicher Pläne. Eines Morgens stritten sich Naleku, Suguroi und der sanfte Bulle und „Onkel“ Sattao darum, wer mit der verspielten Gala spielen durfte. Gawa schaltete sich ein und nahm ihren Bruder aus der Dreiergruppe mit. Naleku war verärgert und ging weg, um Sunni zu suchen.
Später an diesem Tag, auf dem Rückweg zum Stallgelände, stellten die Keeper fest, dass Naleku ihnen entwischt war und sich als Kindermädchen in Mutaras Herde eingeschleust hatte. Am nächsten Morgen schlenderte sie zurück und ging dicht neben Baby Sunni her. Naleku war in Begleitung von Sities, Turkwel, Suguta, Kuishi, Malkia, Kainuk, Mutara, Larro, Sana Sana und Mambo. Naleku machte sich nicht die Mühe, nachzusehen, was sich im Gehege befand, sondern beschäftigte sich stattdessen mit Sunni.
Choka ist selbst erst seit ein paar Monaten in Ithumba, aber er versucht, seine Autorität zur Schau zu stellen. Shujaa und Weka bekamen das am meisten zu spüren – er versuchte ständig, die neuen Babys für sich zu beanspruchen, und kletterte bei jeder Gelegenheit auf sie drauf. Die Keeper wiesen ihn zurecht, bis er es kapiert hatte. Unsere sanften Jungs Vaarti, Mayan und Esoit würden sich ein solches Verhalten hingegen niemals erlauben. Auch wenn sie älter werden, bleiben sie stets höflich. Sie verbringen viel Zeit miteinander, oft beim Grasen oder beim Staubbad. Am letzten Tag des Monats wurden Choka, Naleku, Lodo und Roho zu den Helden des Tages, indem sie sich ausgiebig wälzten. Mukutan entdeckte in der Nähe Perlhühner und beschloss, sie zu verjagen, was für große Aufregung in der Herde sorgte. Am Abend führte Neuling Weka die Herde zurück zum Gehege.
Monatsbericht für die Kibwezi-Gruppe in Umani Springs: August 2025
Zigi – unser jüngstes Umani-Enkelkind – ist ein sehr verwöhntes kleines Baby, das sich seine Kindermädchen aussuchen kann. Kiasa ist Zigis Hauptkindermädchen, aber auch Amali und Enkesha kümmern sich sehr aufmerksam um ihn. Er liebt all die Aufmerksamkeit und scheint es zu genießen, wenn die jungen Kühe um seine Gunst streiten. Zongoloni, die zum ersten Mal Mutter geworden ist, hat wirklich großes Glück, so viel Unterstützung zu haben.
Kapei und Amali sind enge Freunde und Nachbarn, aber manchmal gibt es auch Meinungsverschiedenheiten zwischen ihnen. Kapei ist nicht immer der beste Nachbar, greift durch die Gitterstäbe und klaut ihre Äste. Amali würde so etwas niemals tun; sie respektiert den Raum und das Futter ihres Nachbarn. Als Kapei sich eines Abends erneut an Amalis Futter bediente, wurde Amali wütend und brüllte ihren Unmut laut heraus. Die Keeper stellten fest, dass Kapei tatsächlich Zweige von Amali genommen hatte, also holten sie das Futter aus seinem Stall und gaben es seiner rechtmäßigen Besitzerin zurück.
Wir haben uns diesen Monat über den Besuch von Alamaya gefreut. Er entwickelt sich zu einem sehr beeindruckenden, stattlichen Bullen. Wir haben festgestellt, dass er sehr beliebt zu sein scheint und viele wilde Freunde hat – allerdings nur Bullen. Er ist nie mit wilden weiblichen Freunden anzutreffen, es sei denn, es handelt sich um die Umani-Waisen. Eines Nachmittags kamen Alamaya, Jasiri und Faraja ganz unerwartet, als die Keeper sie nicht erwarteten. Die Keeper hießen sie herzlich willkommen, und während Faraja und Alamaya sehr freundlich und aufgeschlossen waren, entschied sich Jasiri, nicht näher zu kommen und ging zurück in den Kibwezi-Wald. Dennoch haben wir uns über den kurzen Besuch gefreut.
Enkesha ist weiterhin unsere Friedensstifterin. Sie entschärft Situationen, bevor sie eskalieren. Wir konnten ihre diplomatischen Fähigkeiten in voller Pracht bewundern, als Kapei und Maktao sich um einen Stock stritten. Kapei hatte ihn aufgehoben, aber Maktao wollte ihn unbedingt, und keiner von beiden war bereit, ihn herzugeben. Als Enkesha sah, dass die Situation eskalierte, stellte sie sich zwischen die Bullen und nutzte ihren Einfluss, um sie in verschiedene Richtungen zu lenken, so dass der Stock im Gebüsch zurückblieb.
Murera ist vielleicht nicht die kräftigste, aber sie hat Nerven aus Stahl. Eines Nachmittags kam es zu einer Büffel-Invasion, aber unsere Matriarchin wusste, dass sie damit fertig werden würde. Mwana und Kiasa hatten sie als Erste entdeckt und trompeteten alarmierend, was Sonje, Zongoloni, Quanza und Lima Lima auf den Plan rief. Zigi und Sulwe waren zu nahe bei den Büffeln, sodass die Mütter sich ihnen direkt gegenüberstellten. Ihr Trompeten reichte aus, um die Eindringlinge in die Flucht zu schlagen. Während der gesamten Konfrontation blieb Murera ruhig – sie vertraute darauf, dass Lima Lima und ihre Freunde sich um die Situation kümmern würden.
Mwashoti kümmert sich immer um seine Mädchen. Eines Morgens gingen Maktao, Kiasa und Enkesha zu dem berühmten Kratzstein, aber es war nicht genug Platz für alle drei. Maktao entschied, dass jemand gehen musste, und begann, Kiasa und Enkesha wegzustoßen. Mwashoti kam den Mädchen zu Hilfe, rettete sie vor Maktaos Unfug und gab ihnen Platz, um sich mit dem kleinen Zigi ausgiebig zu schubbern.
Am 11. August kehrte Kiombo nach langer Abwesenheit nach Hause zurück. Diese Rückkehr war wahrscheinlich auf die Trockenheit zurückzuführen, da viele Wildtiere jetzt nach Umani kommen, um Wasser aus den Quellen zu trinken und im Wald zu grasen. Kiombo brachte seine neuen wilden Freunde direkt zu den Gehegen, wo die Keeper Luzerne für alle bereitstellten, die sie mit den Waisen teilen konnten. Er sieht außergewöhnlich gesund und zufrieden aus; das Leben in der Wildnis scheint ihm gut zu tun. Kiombo kam den ganzen Monat über regelmäßig zu Besuch. Er wird immer größer – tatsächlich hätte er seine Keeper fast dazu gebracht zu glauben, dass er nicht Kiombo sei! Als sie jedoch seinen Namen riefen, reagierte er freundlich. Er mag zwar erwachsen werden, aber er liebt seine Umani-Familie immer noch.
Die stämmige Sulwe ist ein mutiges junges Mädchen. Sie bewies ihren Mut, als eines Nachmittags mehrere Warzenschweine aus ihrem Bau kamen und die Gruppe erschreckten. Die Kindermädchen sammelten schnell die Babys ein, und Sulwe trompetete tapfer, um die Eindringlinge zu vertreiben. Da ihr Rüssel noch kurz und klein ist, klang das komisch, aber gemeinsam gelang es ihnen, die Warzenschweine zu verscheuchen.
Quanza befindet sich in einer eigenen Lebensphase und ist noch nicht empfänglich für Verehrer. Wilde Bullen zeigen großes Interesse an ihr, aber sie weicht ihren Annäherungsversuchen immer aus. Im Gegensatz zu Lima Lima und den anderen, die sich mit Bullen zusammengetan haben und früh Mutter geworden sind, hat Quanza es nicht eilig, Nachwuchs zu bekommen. Vorerst scheint sie ihre Rolle als Kindermädchen zu bevorzugen. Ziwas Adoptivfamilie führt ein strenges Regiment. Sie sind alle weiblich, und er ist der einzige Bulle – und sie scheinen es nicht zu mögen, wenn er zu viel Zeit mit den Waisen oder den Keeper verbringt. Bei einem ihrer Besuche versuchten Maktao und Kapei, mit Ziwas Herde davonzulaufen, aber die Matriarchin verjagte sie. Ihre Botschaft war klar: Ziwa ist die einzige Elefantenwaise, die in unsere Familie aufgenommen wurde.
Lima Lima ist nach wie vor unsere furchtlose Späherin. Eines Nachmittags standen alle Waisen regungslos da, die Ohren gespitzt und die Rüssel erhoben – sie erahnten verdächtige Bewegungen im Gebüsch. Das veranlasste Lima Lima, die immer sehr vorsichtig und mutig ist, nachzuschauen. Tatsächlich entdeckte sie Büffel, die im Gebüsch standen. Sie kehrte zurück und brachte alle, einschließlich der Keeper, an einen sichereren Ort.
Monatsbericht für die Kaluku-Waisen: August 2025
In Tsavo wird es heiß und trocken – was bedeutete, dass es diesen Monat für die verwaisten Elefanten nur um die Wasserschläuche ging! Mwinzi, Natibu und Toto sind äußerst kompetitiv, wenn es um den Wasserschlauch geht. Unmittelbar nach dem Trinken ihrer Milchflaschen trotteten unsere stämmigen Jungs zu den Tränken, die mit köstlichem, erfrischendem Trinkwasser gefüllt waren, schnappten sich den Schlauch und rangen darum.
Es ist jedoch immer die kleine Korbessa, die als Siegerin hervorgeht. Sie geht die Sache etwas entspannter an, genießt zunächst ein Bad im Pool oder eine kurze Staubdusche, bevor sie schließlich zum Schlauch schlendert. Obwohl sie den Jungen nur bis zur Schulter reicht, dreht sie ihnen den Schlauch mühelos aus den Händen und trinkt ausgiebig. Schließlich ist sie die Chefin!
Mit Beginn der Trockenzeit sind immer mehr wilde Elefanten in der Nähe. Dies bestimmt oft die Route, die die Waisen am Morgen einschlagen – bevor sie sich auf den Weg machen, überprüfen die Keeper, ob Elefantenspuren zu sehen sind, und achten darauf, einen großen Bogen um sie zu machen. Wir wollen sicherstellen, dass wir unseren wilden Nachbarn genügend Platz lassen.
Diesen Monat hatten wir einen besonders schönen Morgen am Hippo-Strand. Das ist ein wunderschöner Sandstrand am Athi-Fluss River, der seinen Namen den dort lebenden Flusspferden verdankt, die ihre Tage im tiefsten Teil des Wassers verbringen. Bei Sonnenaufgang gehen wir oft mit den Waisenelefanten dorthin, um am Strand entlangzulaufen.
An diesem besonderen Morgen ging gerade die Sonne auf, das Wetter war kühl und die Herde hatte einen bemerkenswerten Schwung in ihren Schritten! Natibu und Toto drängelten sich, um die Herde den sandigen Damm hinunterzuführen, Korbessa und Keeper Sammy gingen Schritt für Schritt nebeneinanderher, und der stets gelassene Mwinzi schlenderte als Schlusslicht hinterher. Als alle am Strand angekommen waren, hatten sie viel Spaß dabei, sich gegenseitig zu jagen und zu verfolgen und trompeteten vor Aufregung. Ihre Aktivitäten erregten die Aufmerksamkeit der Flusspferde, die neugierig ihre Köpfe aus dem Wasser steckten, so dass nur ihre runden Augen und aufmerksamen Ohren zu sehen waren!
Aber dann war die Ruhe plötzlich vorbei. Ohne ersichtlichen Grund rannte Mwinzi mit einem Grollen den Damm hinauf und forderte die anderen offensichtlich auf, ihm zu folgen. Und das taten sie auch – wenn auch mit einigen Schwierigkeiten im Sand! Natibu stolperte, Toto fiel über ihn hinweg, und Korbessa nutzte die Situation aus, indem er sich auf die beiden kletterte. Mwinzi, der bereits den Strand verlassen hatte, genoss noch ein paar Minuten länger das Grasen, während seine Freunde sich sammelten und etwas vorsichtiger zu ihm hinübergingen.
Aus dem englischen Original (Quelle: Sheldrick Wildlife Trust) übersetzt mit www.DeepL.com/Translator (kostenpflichtige Version), editiert von Kristina Rösel; Fotos mit freundlicher Genehmigung des Sheldrick Wildlife Trust.


